Unwetter

Tornado verwüstet Nordsee-Strand: 800 Badegäste evakuiert – Strandkörbe durch Luft gewirbelt

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Eine gefährliche Windhose hat sich am Sonntagnachmittag über einem Strand in Niedersachsen gebildet. Rund 800 Badegäste mussten in Sicherheit gebracht werden.

Dangast – Ein Gewitter ist am Sonntag, 21. Juli, gegen 14:45 Uhr, ohne Vorwarnung über dem Nordseebad Dangast im Landkreis Friesland aufgezogen. Die Lage am Strand verschlechterte sich innerhalb von fünf Minuten rapide. Nikolas Nacke, Pressesprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Varel, beschrieb die Situation als eine absolute Ausnahme, in der auf gutes Wetter schlagartig Gewitter folgte.

Die Rettungsschwimmer reagierten demnach sofort. Mit Megaphonen und Trillerpfeifen forderten sie die Badegäste auf, das Wasser zu verlassen. Die Windhose hinterließ eine Spur der Verwüstung am Strand. Zahlreiche Strandkörbe, die jeweils rund 100 Kilogramm wiegen, wurden umgeworfen oder sogar in die Luft gehoben.

Ein plötzliches Unwetter in Dangast an der Nordsee hat zu einer Strand-Evakuierung durch die DLRG geführt. Strandkörbe flogen um oder sogar durch die Luft.

Plötzliche Windhose in Dangast: DLRG leitet umgehend Strand-Evakuierung ein

Über 800 Badegäste mussten den Strand verlassen, heißt es vonseiten der DLRG. Viele Familien mit Kindern befanden sich unter den Betroffenen. Die Rettungskräfte brachten die Menschen unter einem Stelzenbau mit Blitzableiter in Sicherheit. Nikolas Nacke betonte die Dringlichkeit der Situation. Trotz der chaotischen Umstände gab es laut dem DLRG-Sprecher keine Verletzten. Innerhalb von fünf Minuten wechselte das Wetter ihm zufolge von 28 Grad und Sonnenschein hin zu dunklen Wolken und Unwetter samt Windhose.

Am Strand von Dangast mussten rund 800 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Rund 100 von ihnen fanden auf engstem Raum unter einer DLRG- und Toilettenstation Platz.

Evakuierungen wie die am Sonntag würden bei der DLRG im Rahmen der regulären Ausbildung geschult, kämen in der Regel aber nur bei Bombenfunden oder jungen Seehunden zum Einsatz, wenn diese sich auf einzelne Strandabschnitte verirrt haben und geschützt werden müssen. „Unwetter ereignen sich in der Regel mit ausreichend Vorwarnung, die Menschen haben dann die Möglichkeit, den Strand zu verlassen“, berichtet Nacke.

Selbst die Informationen des Deutschen Wetterdienstes ließen bis kurz vorm Eintreten des Unwetters keine Rückschlüsse auf das drohende Unwetter zu. Nur Regen sei kurz zuvor bereits angekündigt gewesen, berichtete Nikolas Nacke weiter. Ein Badeverbot im Vorfeld des Unwetters, das die DLRG mit roten Flaggen verkündet, sei keine Option gewesen.

Campingplatz von Unwetter erfasst – Liegestrandkorb mitsamt Insassen abgehoben

Auch der nahegelegene Campingplatz in Dangast wurde laut einem Bericht der NWZ in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Vorzelte wurden demnach vom Wind erfasst und weggeweht. Insgesamt wurden am Sonntag in Dangast acht Strandkörbe beschädigt. Sie müssten repariert oder womöglich ersetzt werden, sagte DLRG-Sprecher Nacke. Ein mietbarer Liegestrandkorb, der mitsamt seiner Insassen durch die Luft geflogen ist, sei zerstört worden.

Die Vorfälle in Dangast waren Teil einer größeren Unwetterfront, die am Sonntag über Niedersachsen hinwegzog. In mehreren Teilen des Bundeslandes kam es zu Großeinsätzen und Schäden. In Delmenhorst wurde eine Familie bei einem Blitzeinschlag verletzt. Nach einem Picknick waren die acht Personen unter einen Baum geflüchtet, obwohl Experten von derartigem Verhalten bei Unwetter strickt abraten. In Goslar und Delmenhorst standen zahlreiche Straßen in der Innenstadt unter Wasser, auch die Feuerwehren in Bremen waren im Dauereinsatz.

Rubriklistenbild: © DLRG Varel

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