Sandsack-Service für Bürger

Hochwasser-Barrikaden und überschwemmte Wohnstraßen in Oldenburg

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In der Stadt Oldenburg wappnen sich die Menschen weiter gegen das Hochwasser. Wie befürchtet, setzte am Dienstagabend Starkregen ein.

Schnell stieg der Pegel der Hunte und der benachbarten Fleete wieder an. Die Feuerwehr musste in der Nacht Wohnhäuser mit speziellen Hochwasser-Barrikaden schützen: Es wurden riesige Behälter nebeneinander gestellt und mit Wasser befüllt, sodass das Wasser nicht durchdringen könnte. Die Hochwasser-Lage in Niedersachsen ist aktuell an der Hunte besonders angespannt. Es bestehe die Gefahr von größeren Überschwemmungen, die auch Grundstücke, Straßen oder Keller betreffen können, warnte die Behörde.

In Wiefelstede drückte das Wasser auch aus Gullys hoch.

Die ganze Nacht waren Einsatzkräfte in Oldenburg mit den Maßnahmen am Rande der Überflutungsgebiete beschäftigt. Doch nicht nur von den überschwemmten Flächen drückt das Wasser in Richtung Stadt. Der Starkregen lässt auch Gullys übersprudeln und sorgt für überschwemmte Wohnstraßen. In Wiefelstede am Stadtrand von Oldenburg sperrte die Feuerwehr ein Wohngebiet ab und pumpte das Wasser von der Straße. Bis zu 30 Zentimeter steht das Wohngebiet unter Wasser. Mehrere Keller sind gefährdet.

Fotos aus Niedersachsen zeigen Ausmaß der dramatischen Hochwasser-Lage im neuen Jahr

Hochwasser in Niedersachsen - Ems
Blick auf das Hochwassergebiet, nachdem der Fluss Ems über die Ufer getreten ist steht das Wasser auf vielen flachen im Landkreis Emsland. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal
Sandsäcke liegen auf einem Deich vor evakuierten Wohnhäusern an der Wörpe. In Lilienthal dürfen wegen des Hochwassers auch die Deichanlagen und die deichnahen Bereiche nicht betreten werden. © Sina Schuldt/dpa
Blick auf einen überfluteten Weg.
In Oldenburg werden noch einmal deutlich höhere Pegelstände erwartet – wegen des aktuellen Dauerregens. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hochwasser-Sicherung: Mehrere Tonnen stehen nebeneinander und bilden ein Deichsystem.
Ein mobiles Deichsystem, bestehend aus zahlreichen mit Wasser gefüllten Behältern, steht in Oldenburg, um ein Wohngebiet vor dem drohenden Hochwasser zu schützen. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Ein Traktor fährt über eine überflutete Straße im Hochwassergebiet. Nachdem der Fluss Ems über die Ufer getreten ist, steht das Wasser auf vielen Flächen unter Wasser.
Ein Traktor fährt über eine überflutete Straße im Hochwassergebiet. Nachdem der Fluss Ems über die Ufer getreten ist, steht das Wasser auf vielen Flächen unter Wasser. © Lars Penning
Ein Hof im Bremer Ortsteil Timmersloh steht unter Wasser (Aufnahme mit einer Drohne).
Ein Hof im Bremer Ortsteil Timmersloh steht unter Wasser (Aufnahme mit einer Drohne).  © Sina Schuldt/dpa
Weite Teile des Deichvorlandes sind überschwemmt. Wasser steht auf den Feldern und zerstört das Saatgut.
Weite Teile des Deichvorlandes sind überschwemmt. Wasser steht auf den Feldern und zerstört das Saatgut. © Bartz
An der Sandkruger Straße wird der mobile Deich aufgebaut.
An der Sandkruger Straße in Oldenburg wird ein mobiler Deich aufgebaut. © Sascha Stüber/Stadt Oldenburg
Mit schwerem Gerät wurden die Deiche gesichert.
Mit schwerem Gerät wurden vielerorts in Niedersachsen die Deiche gesichert.  © dpa/Uwe Arndt
Eine kräftige Pumpe entlastet in Kirchwahlingen das örtliche Schöpfwerk.
Eine kräftige Pumpe entlastet in Kirchwahlingen das örtliche Schöpfwerk. © Meyer
Einige Regionen sind nach wie vor von Überschwemmungen betroffen. Dazu gehört unter anderem der Landkreis Verden.
Einige Regionen sind nach wie vor von Überschwemmungen betroffen. Dazu gehört unter anderem der Landkreis Verden. © Str/dpa
Luftaufnahme: Auf einem Deich bei Haren bilden zahlreiche Menschen eine Sandsand-Kette.
In Haren an der Ems bildeten Hunderte Freiwillige eine Menschenkette und halfen den Einsatzkräften beim Platzieren von Sandsäcken. © dpa/Nord-West-Media TV/Torsten Albrecht
Faeser besucht Hochwassergebiet
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) triff in Sandkrug Einsatzkräfte von Technischem Hilfswerk (THW) und der Bundespolizei.  © Markus Hibbeler
Hochwasser - Niedersachsen
Wasser steht in einer evakuierten Wohnstraße nahe der Wörpe in Lilienthal. © Focke Strangmann/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Achim
Bäume ragen aus dem Hochwasser der Weser in Achim-Baden. © dpa
Hochwasser - Niedersachsen
Sandsäcke und Bigbacks liegen bereit, um mit einem Hubschrauber an die Hunte bei Oldenburg gebracht zu werden. © Jörn Hüneke/xoyo/dpa
Silvester auf dem Deich: Der DLRG ist seit Tagen im Hochwasser-Dauereinsatz.
Silvester auf dem Deich: Der DLRG ist in Niedersachsen seit Tagen im Hochwasser-Dauereinsatz.  © DLRG Landesverband Niedersachsen / Facebook / Screenshot
Blick auf einen unter Wasser stehenden Spielplatz im Butendieker Gehölz.
In Lilienthal im Landkreis Osterholz steht ein Spielplatz im Butendieker Gehölz unter Wasser. © Sina Schuldt/dpa
Der DLRG ist seit Tagen im Hochwasser-Dauereinsatz, hier in Wathlingen, wo mit über 10.000 Sandsäcken ein Deich per Menschenkette gesichert wurde.
Der DLRG ist seit Tagen im Hochwasser-Dauereinsatz, hier in Wathlingen, wo mit über 10.000 Sandsäcken ein Deich per Menschenkette gesichert wurde. © DLRG Landesverband Niedersachsen / Facebook / Screenshot
Hochwasser in Achim: Ein Ortsschild von Baden unter Wasser.
Im Landkreis Verden, hier bei Achim-Baden, ist die Hochwasser-Lage weiterhin kritisch. © dpa

Anwohner in Oldenburg können sich Sandsäcke holen

Am Mittwoch können Anwohner aus Straßen, die vom Wasser bedroht sind, Sandsäcke bekommen. „Mit diesen Sandsäcken können die betroffenen Anwohnenden an ihren Häusern Öffnungen wie Kellerzugänge und Türen abdichten“, teilte die Stadt auf ihrer Homepage mit. Sie verwies darauf, dass die Sandsäcke nur an Anwohner von bestimmten, betroffenen Straßen ausgegeben werden. Die Stadt hat unter der Nummer 0441/235-4500 ein Hochwasser-Bürgertelefon eingerichtet.

An diesen Straßen erhalten Anwohner Sandsäcke

Achterdiek

Sandkruger Straße (rechte Seite stadtauswärts / gerade Hausnummern)

Sielweg

Dorfweg

Denkmalsweg

Brokforster Weg

Westerholtsweg (stadtauswärts rechtsseitig der Sandkruger Straße)

Röverskamp

Hunderte Menschen in Oldenburg bereiten sich weiter auf Evakuierung vor

Die Hochwasserlage an der Hunte in Oldenburg ist seit Tagen angespannt. Einsatzkräfte haben auf rund zwei Kilmetern Länge einen mobilen Deich errichtet. Der Deich an der Sandkruger Straße ist eine Vorsichtsmaßnahme, falls der Huntedeich den Wassermassen nicht mehr standhalten kann. Wegen des Hochwassers sollen sich in Oldenburg mehrere Hundert Menschen auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten.

In den vergangenen 24 Stunden seien in dem Gebiet Niederschläge von 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter gefallen, örtlich sogar mehr. teilte die Hochwasservorhersagezentrale des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Für diesen Mittwoch sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) schauerartig verstärkten Regen für die Region vorher. Die Hunte fließt vom Dümmer See durch die Wildeshauser Geest und die Städte Wildeshausen und Oldenburg. Nordwestlich von Bremen erreicht sie die Weser.

Rubriklistenbild: © Nordwestmedia

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