Hochwasser-Barrikaden und überschwemmte Wohnstraßen in Oldenburg
VonDierk Rohdenburg
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In der Stadt Oldenburg wappnen sich die Menschen weiter gegen das Hochwasser. Wie befürchtet, setzte am Dienstagabend Starkregen ein.
Schnell stieg der Pegel der Hunte und der benachbarten Fleete wieder an. Die Feuerwehr musste in der Nacht Wohnhäuser mit speziellen Hochwasser-Barrikaden schützen: Es wurden riesige Behälter nebeneinander gestellt und mit Wasser befüllt, sodass das Wasser nicht durchdringen könnte. Die Hochwasser-Lage in Niedersachsen ist aktuell an der Hunte besonders angespannt. Es bestehe die Gefahr von größeren Überschwemmungen, die auch Grundstücke, Straßen oder Keller betreffen können, warnte die Behörde.
Die ganze Nacht waren Einsatzkräfte in Oldenburg mit den Maßnahmen am Rande der Überflutungsgebiete beschäftigt. Doch nicht nur von den überschwemmten Flächen drückt das Wasser in Richtung Stadt. Der Starkregen lässt auch Gullys übersprudeln und sorgt für überschwemmte Wohnstraßen. In Wiefelstede am Stadtrand von Oldenburg sperrte die Feuerwehr ein Wohngebiet ab und pumpte das Wasser von der Straße. Bis zu 30 Zentimeter steht das Wohngebiet unter Wasser. Mehrere Keller sind gefährdet.
Fotos aus Niedersachsen zeigen Ausmaß der dramatischen Hochwasser-Lage im neuen Jahr
Am Mittwoch können Anwohner aus Straßen, die vom Wasser bedroht sind, Sandsäcke bekommen. „Mit diesen Sandsäcken können die betroffenen Anwohnenden an ihren Häusern Öffnungen wie Kellerzugänge und Türen abdichten“, teilte die Stadt auf ihrer Homepage mit. Sie verwies darauf, dass die Sandsäcke nur an Anwohner von bestimmten, betroffenen Straßen ausgegeben werden. Die Stadt hat unter der Nummer 0441/235-4500 ein Hochwasser-Bürgertelefon eingerichtet.
An diesen Straßen erhalten Anwohner Sandsäcke
Achterdiek
Sandkruger Straße (rechte Seite stadtauswärts / gerade Hausnummern)
Sielweg
Dorfweg
Denkmalsweg
Brokforster Weg
Westerholtsweg (stadtauswärts rechtsseitig der Sandkruger Straße)
Röverskamp
Hunderte Menschen in Oldenburg bereiten sich weiter auf Evakuierung vor
Die Hochwasserlage an der Hunte in Oldenburg ist seit Tagen angespannt. Einsatzkräfte haben auf rund zwei Kilmetern Länge einen mobilen Deich errichtet. Der Deich an der Sandkruger Straße ist eine Vorsichtsmaßnahme, falls der Huntedeich den Wassermassen nicht mehr standhalten kann. Wegen des Hochwassers sollen sich in Oldenburg mehrere Hundert Menschen auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten.
In den vergangenen 24 Stunden seien in dem Gebiet Niederschläge von 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter gefallen, örtlich sogar mehr. teilte die Hochwasservorhersagezentrale des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Für diesen Mittwoch sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) schauerartig verstärkten Regen für die Region vorher. Die Hunte fließt vom Dümmer See durch die Wildeshauser Geest und die Städte Wildeshausen und Oldenburg. Nordwestlich von Bremen erreicht sie die Weser.