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Unwetter-Warnung: Was bei Gewitter und Starkregen in Niedersachsen und an der Nordsee wichtig ist

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Gewitter und Starkregen gehören zur Nordsee wie Möwen und das Watt. Experten erklären, wie man sich vor den Wetter-Gefahren am besten schützt.

Cuxhaven/Hannover – Wie wichtig es ist, zu wissen, wie man sich bei einem Unwetter richtig verhält, zeigen zwei jüngere Beispiele aus Deutschland: So erlag etwa ein 14-jähriges Mädchen, das in Delmenhorst bei Bremen mit ihrer Familie unter einem Baum Schutz gesucht hatte und von einem Blitz getroffen wurde, erlag Tage später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Einer der Experten-Tipps: Bei einem Gewitter niemals Schutz unter einem Baum suchen.

Was aber ist bei Unwettern mit Blitz, Donner und Starkregen zu beachten – auch, damit sich ein Fall wie der im Delmenhorster Graftwiesen-Park nicht wiederholt? Und gibt es empfohlene Verhaltensweisen und Tipps, an die sich halten lässt, wenn man beim Spaziergang in der Natur von einem Unwetter überrascht wird?

Bundesamt für Katastrophenhilfe: Kopf und Nacken schützen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät dringend dazu, bei Unwettern offenes Terrain, Bergspitzen und isolierte hohe Strukturen wie Bäume, Antennen oder Straßenlaternen zu meiden. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, einen Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern zu Überlandleitungen zu wahren. Bei unmittelbarer Gefahr durch Gewitter, so das BBK, ist der sicherste Ort in Bodensenken, sprich am tiefsten Punkt der Umgebung. Hier sollte man sich mit eng zusammengezogenen Beinen hinhocken, um zu verhindern, dass zu viel Strom durch den Körper fließt.

Es ist wichtig, Kopf und Nacken zu schützen, da Gewitter möglicherweise Hagelschlag verursachen können. Bei einem Gewitter sollte man auch bedenken, dass in trockenen Flussbetten oder engen Schluchten möglicherweise Überschwemmungsgefahr durch Starkregen besteht. Das BBK rät zudem dazu, metallische Objekte, wie Gürtel, Uhren, Regenschirme oder Wanderstöcke, vom Körper zu entfernen.

Bei Gewittern mit Blitzen sollte „auf keinen Fall unter Bäumen“ Schutz gesucht werden

Bei Gewittern mit Blitzen sollte man „auf keinen Fall unter Bäumen“ Schutz suchen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) weist in seinen Empfehlungen zu Gewittern darauf hin, dass Vorsicht geboten ist, selbst wenn das Gewitter nicht direkt über dem eigenen Standort liegt. Gewitterwolken können eine große horizontale Ausdehnung haben und theoretisch sind dann überall unter ihnen Blitzschläge möglich.

Ein Blitz kann auch mehrere Kilometer vom eigentlichen Gewitter entfernt auftreten, da Blitze immer den Weg des geringsten (Luft-)Widerstands suchen, und dieser ist laut DWD nicht unbedingt der kürzeste Weg zwischen dem Kern der Gewitterwolke und dem Erdboden. In seltenen Fällen kann es sogar vorkommen, dass ein Blitz aus dem Randbereich einer Gewitterwolke einschlägt, selbst wenn die Sonne scheint. Bevor man sich nach einem Gewitter wieder ins Freie wagt, sollte man laut DWD idealerweise so lange warten, bis die Gewitterwolke vollständig verschwunden ist und kein Donner mehr zu hören ist.

Schutz bei Unwetter und Starkregen: Das empfiehlt der DWD

Bei einem starken Gewitter mit Starkregen, Hagel, Sturm und Blitzen, besteht Lebensgefahr. So etwa durch:

  • Blitzschlag
  • Vereinzelt umstürzende Bäume
  • Herabstürzende Gegenstände
  • Vereinzelte, rasche Überflutungen von Straßen/Unterführungen
  • Aquaplaning
  • Hagelschlag

Die Wetter-Experten empfehlen deshalb bestimmt Handlungsempfehlungen, um sich zu schützen. Zu diesen gehören:

  • Aufenthalt im Freien vermeiden oder Schutz suchen (z.B. in Gebäuden)
  • Gewässer meiden
  • Gerüste und freistehende Objekte (z.B. Leinwände und Bühnen) sichern
  • z.B. Zelte und Abdeckungen befestigen, wenn möglich, rechtzeitig abbauen
  • Im Freien auf herabfallende Gegenstände (z.B. große Äste, Dachziegel) achten und ggf. Schutz suchen
  • Verhalten im Straßenverkehr anpassen
  • Überflutete und gefährdete Abschnitte (wie Unterführungen) meiden

Dabei handele es sich laut Deutschen Wetterdienstes um unverbindliche Hinweise. Über die individuelle Umsetzung der Empfehlungen sollte situativ unter Einbezug der örtlichen Gegebenheiten entschieden werden.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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