Reiseziel Lüneburger Heide

Längst kein Geheimtipp mehr: Das Paradies liegt in Niedersachsen

  • schließen

Schon für den Schriftsteller Arno Schmidt war sie ein literarischer Sehnsuchtsort: die Lüneburger Heide. Mit welchen Naturschauspielen und Highlights sie Reisende bis heute begeistert.

Lüneburg Zahlreiche Urlaubsorte und Ausflugsziele laden Besucher in Norddeutschland zum Verweilen ein. Natürlich aber liegen nicht alle von ihnen in den gut besuchten Gebieten der niedersächsischen Nordseeküste. Bedeutende touristische Regionen finden sich etwa auch in Südniedersachsen und dort etwa im Harz oder im Braunschweiger Land. Außerdem gelten auch das Weserbergland oder die Region Hannover mit dem Steinhuder Meer als beliebte Reiseziele.

Die Lüneburger Heide ist die größte zusammenhängende Heidefläche Europas

Daneben befindet sich aber auch noch ein weiteres Juwel unter den touristischen Hotspots Niedersachsens. Schon der bekannte und lange im Heidedorf Bargfeld bei Celle lebende Schriftsteller Arno Schmidt schrieb über sie und wählte sie als Handlungsort von Kurzgeschichten und Novellen, wie die Arno-Schmidt-Stiftung informiert: die Lüneburger Heide. Sie ist die flächenmäßig größte Urlaubsregion Niedersachsens und eine der größten Norddeutschlands. Als solche nimmt die Lüneburger Heide gleich einmal fast den gesamten Nordosten Niedersachsens ein.

Die blühende Weite der Lüneburger Heide

Denn die Lüneburger Heide erstreckt sich insgesamt über eine Fläche von 7500 Quadratkilometern, womit sie die größte zusammenhängende Heidefläche Europas ist. So lassen sich nicht nur herrliche Wanderungen in ihr unternehmen oder Sonnenauf- und Untergänge über ihren erstaunlichen Weiten erleben. Die Heide bietet zu jeder Jahreszeit ein besonderes Naturschauspiel, wie die Tourismus-Informationsseite Lüneburger-Heide.de berichtet.

Dazu zählen unter anderem die Wollgrasblüte im Mai und Heideblüte im Sommer. Aber auch der herbstliche Nebel über den Mooren im Herbst oder die dunkelgrünen Wacholder der winterlichen Schneeheide schaffen es jedes Jahr aufs Neue, Besucher zu faszinieren. Und davon nicht wenige.

Jährliche Übernachtungen in der Lüneburger Heide stiegen zuletzt – auch ausländische Touristen kamen zahlreich

Im Jahr 2023 erreichte die Lüneburger Heide insgesamt 6.087.768 Übernachtungen und damit 86.105 mehr als im Vorjahr, wie aus der amtlichen Übernachtungsstatistik für 2023 des Statistischen Landesamts Niedersachsen hervorgeht. Das sei insofern bemerkenswert, als schon das Jahr 2022 ein Rekordjahr war und man nie zuvor mehr Übernachtungen in der Region gezählt hatte, schreibt das Informationsportal der Lüneburger Heide.

„Unser Marketing erreicht die richtigen Gäste“, freute sich Ulrich von dem Bruch, der Geschäftsführer der Region, nach Bekanntwerden der Statistik über den erneuten Erfolg. Gemeinsam mit den Kollegen in den Landkreisen, Touristen-Informationen, den Gastgebern und Leistungsträgern habe die Lüneburger Heide GmbH hart an den guten Zahlen gearbeitet. „Wir monitoren täglich Trends und Entwicklungen und sind so immer am Puls der Zeit“, betonte Ulrich von dem Bruch. Über die zahlreichen Social-Media-Kanäle der Region sei man außerdem immer in der Lage, schnell zu reagieren.

Urlauber kommen aber nicht nur aus Deutschland in die Lüneburger Heide. Auch konnten 2023 mehr Übernachtungen ausländischer Reisender gezählt werden: 450.000 sind es an der Zahl, was einem Anteil von 7,5 Prozent an den Gesamtübernachtungen entspreche. „Die Lüneburger Heide wird traditionell stark aus Deutschland gebucht“, sagt Ulrich von dem Bruch, „der Anteil der ausländischen Gäste lag bei maximal zehn Prozent in guten Jahren.“ Deutlich vorne liegen die Niederländer, gefolgt von den Dänen und den Schweizern.

Wilseder Berg und Pietzmoor sind zwei Sehnsuchtsorte von vielen in der Lüneburger Heide

Was aber schätzen die Urlauber neben den Naturschauspielen der verschiedenen Jahreszeiten so sehr an der Lüneburger Heide? Ein Muss für jeden Urlauber ist laut dem Informationsportal der Region der Wilseder Berg, der als Herz der Region gilt. Mit seinen etwas über 169 Metern Höhe erlaubt der Berg bei gutem Wetter sogar, Hamburg in weiter Ferne am Horizont zu sehen.

Ein Felsen informiert auf dem Gipfel des Wilseder Bergs über seine Höhe

Ein guter Ort, um die Wollgrasblüte im Mai zu bestaunen, sei dagegen das Pietzmoor. Sage und schreibe 8000 Jahre ist das Moor in Schneverdingen schon alt. Heute umfasst es als größtes zusammenhängen Moor der Lüneburger Heide eine Größe von 2,5 Quadratkilometern. Laut dem Infoportal Erlebniswelt Lüneburger Heide ist das Pietzmoor im Gegensatz zu einer Vielzahl anderer Moore nicht aus einem nährstoffreichen See heraus entstanden. 

Stattdessen siedelten sich hier nach der Eiszeit in der wasserreichen Mulde schon sehr früh Wollgras-, Seggen- und Torfmoosarten an und bewucherten die Gegend immer weiter. Zwar hätte eine jahrhundertelange Nutzung fast das biologische Ende für das Pietzmoor bedeutet, doch Dank erfolgreicher Renaturierung kann es nun wieder gedeihen und bleibt als „Geschichtsbuch der Natur“ erhalten.

Auch die Schwindequelle und der Totengrund laden in der Lüneburger Heide zum Verweilen ein

Darüber hinaus gibt es aber viele weitere Orte in der Lüneburger Heide, an denen es sich Tagestouristen, Radfahrer, Wanderer und Naturliebhaber gut gehen lassen können. In einer Liste hat der Tourismusverband der Region 33 tolle Reiseziele für Jung und Alt zusammengefügt. Eingesehen werden kann diese auf der Website der Lüneburger Heide GmbH.

Als unbedingtes Reiseziel in der Lüneburger Heide wird so außerdem ein Ort mit angsteinflößendem Namen genannt: der Totengrund. Gelegen ist das einzigartige Tal in einem autofreien Naturschutzgebiet, der es ermöglicht, den Blick einmal unbeschwert über die blühenden Hügel der Lüneburger Heide schweifen zu lassen.

Auch die Schwindequelle ist so ein herausragender Sehnsuchtsort in der Lüneburger Heide. Sie ist die zweitgrößte Quelle Niedersachsens mit ständig gleicher Temperatur und liegt bei Amelinghausen. Gut zu kombinieren wäre eine Reise hierhin etwa mit einem Ausflug in die Schwindebecker Heide.

Rubriklistenbild: © IMAGO / imagebroker

Kommentare