Notrufnummern & App

Verloren im Wattenmeer: Hier gibt es Hilfe, wenn man feststeckt

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Das Wattenmeer ist nicht nur Weltnaturerbe, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel von Nordsee-Touristen. Doch die Wanderung kann gefährlich werden – so bereiten Sie sich auf Notfälle im Watt vor.

Cuxhaven – Bei einem Urlaub an der Nordsee steht das Erkunden des Wattenmeers ganz oben auf der To-do-Liste. Die Wanderungen durch Watt bei Cuxhaven in Niedersachsen oder Neuwerk in Hamburg ziehen jährlich tausende Touristen an. Doch in der einzigartigen Naturlandschaft mit rund 10.000 verschiedenen Pflanzen- und Tierarten die Seele baumeln zu lassen, kann auch gefährlich werden. Immer wieder bleiben Menschen überraschend stecken. Es ist wichtig, zu wissen, wo es Hilfe für diesen Notfall gibt.

„Keinesfalls alleine und ohne Wattführer ins Wattenmeer“: Gezeiten überraschen nicht selten Nordsee-Urlauber

Grundlegend muss gesagt werden: Eine Wattwanderung mit einem kundigen Wattführer wird immer empfohlen. Die Führer kennen die Gezeiten an der Nordsee-Küste und haben auch Sicherheitsausrüstung dabei, wie der Nationalpark Wattenmeer mitteilt. Denn oft kehrt das Hochwasser schneller zurück, als Touristen einschätzen können und kann so binnen weniger Minuten den Weg zurück zum Ufer versperren. Zudem kommen Sand, Schlick und Mischwatt, bei denen Wattwanderer schnell hüfttief einsinken und sich selbst nicht mehr befreien können.

„Touristen gehören keinesfalls alleine und ohne Wattführer ins Wattenmeer“, schreibt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf ihrer Website. Die Seenotretter sind zuständig für Such- und Rettungsdienste in der Ost- und Nordsee. Immer wieder kommt es vor, dass Urlauber trotz Warnungen „alleine losziehen, sich überschätzen und schließlich gerettet werden müssen“, informiert die DGzRS weiter. Um in solchen Situationen schnell Hilfe leisten zu können, sind die Seenotretter am Wattenmeer stationiert.

Ein Wattführer weiß im Notfall, was zu tun ist. Urlauber sollten sich niemals alleine auf den Weg machen, um das Wattenmeer zu erkunden.

Verloren im Wattenmeer: Diese Notfallnummern sollten vor einer Wanderung in der Nordsee abgespeichert sein

Die Seenotretter empfehlen deshalb, bei einer Wanderung im Weltnaturerbe Wattenmeer immer das Handy dabeizuhaben und die Nummer der Rettungsleitstelle See schon vor Beginn des Ausflugs in die Nordsee eingespeichert zu haben. Wer im Wattenmeer feststeckt, bekommt hier Hilfe:

  • +49 421 536 87 0 - Notruf & zentrale Einwahl der Rettungsleitstelle See MRCC Bremen
  • 124 124 - Mobilfunk-Notrufnummer (funktioniert nur von See und ausschließlich in Küstennähe sowie deutschen Mobilfunknetzen)
  • Die Sicherheits-App „SafeTrx“ – die Rettungsleitstelle See der DGzRS kann bei Notfällen laufend Positionen der Wattwanderer abrufen

Neben den Seenotrettern der DGzRS gibt es lokal auch andere Helfer, die in Not geratenen Wattwanderern helfen. Wie die DGzRS kreiszeitung.de mitteilt, sind teils auch die „Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die Wasserwacht des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB)“ sowie Feuerwehren im Einsatz. Da die Aufgabenverteilung dort jedoch nicht so einheitlich ist, empfiehlt es sich, Notfälle schnell an die richtige und zuständige Stelle zu melden.

Mit Spezialfahrzeug oder Hubschrauber: So helfen die Seenotretter bei festgesteckten Wattwanderern

Auch die Berufsfeuerwehr der Stadt Cuxhaven ist für die Wattrettung vor den Stränden Cuxhavens bis nach Neuwerk zuständig. Bei der Rettung arbeitet die Feuerwehr oft mit der DGzRS oder Booten der Wasserschutzpolizei zusammen. Um die Menschen schnellstmöglich aus dem Watt zu befreien, hat die Cuxhavener Feuerwehr ein spezielles Rettungsfahrzeug. „Für alle Situationen, bei denen mit einsetzender Flut zu rechnen ist, fährt das Wattrettungsfahrzeug in Kombination mit einem auf einem Trailer angehängten Motorrettungsboot ins Wattgebiet“, berichtet die Feuerwehr.

Egal, wie verlockend es sein mag: Eine Wattwanderung ohne Gruppe kann lebensgefährlich werden.

Manchmal erfolgt die Rettung aus dem Wattenmeer bei einsetzender Flut schließlich auch mit einem Hubschrauber, wie im ostfriesischen Norddeich vor einigen Monaten. Dem Wattwanderer war das Wasser bereits bis zum Bauchnabel gestiegen.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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