- VonPauline Vockenrothschließen
Zwei neue Wahllokale öffnen in Sottrum, um den Auszählungsprozess zu beschleunigen. Die Standorte sind nicht neu, aber die Aufteilung der Wählerschaft könnte für Verwirrung sorgen. Die Wahlbeteiligung scheint jedoch nicht darunter zu leiden.
Aufgehängte Zettel weisen den Weg zu den zwei neuen Wahllokalen. Schon für die Europawahl hatte die Samtgemeinde Sottrum aufgestockt. Ab der Bundestagswahl kommen zwei neue Wahllokale hinzu. 2025 stehen auch im Kindergarten in Hellwege und in der Löwenzahnschule in Horstedt Wahlurnen bereit.
Schwer zu finden sind aber weder der Kindergarten noch die Löwenzahnschule. Wirklich neu ist nur das Lokal in Hellwege. Inga Gohlke ist die Wahlvorstandsvorsitzende für die Urne in der Grundschule in Horstedt und erläutert: „Hier war früher schon einmal das Wahllokal.“
Mit der Fertigstellung des Tine-Meyer-Hauses wurde das Wahlzentrum in die Mitte des Ortes verlegt. Jetzt dienen beide Orte zur Wahl. Grund dafür ist bereits der Blick in die Zukunft. „Um für diese – aber insbesondere auch für die Kommunalwahl 2026 – den Zeitaufwand für die Freiwilligen während der Auszählung zu reduzieren“, erklärt Kerstin Wendt, stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin und Verantwortliche für die Wahlorganisation.
Beide Orte haben jetzt eine höhere Wählerschaft
Dazu kommt, dass beide Orte gewachsen sind. „Wir haben eine bestimmte Einwohnergrenze übertreten“, so Sandra Intemann, die erste Vorsitzende des Wahlvorstands im Kindergarten Hellwege.
Bei der Europawahl hat sie bereits Erfahrung im Wahlvorstand gesammelt. Jetzt koordiniert sie das neue Wahllokal. Es ist 13 Uhr und Halbzeit für sie und ihr Team. Kaffee und Kekse stehen zum Zeitvertreib bereit. Von 8 bis 18 Uhr sind die Türen der Wahllokale bundesweit geöffnet, bevor es an das Auszählen geht.
Das soll jetzt deutlich schneller gehen – zumindest in Hellwege und Horstedt, wo sich die Wählerschaft jetzt auf zwei Urnen aufteilt. „Das fällt jetzt noch nicht so auf“, so Gohlke. „Aber bei der Bundestagswahl gibt es auch nur einen Wahlzettel.“
Bei der Kommunalwahl wird es dann mehrere Wahlzettel geben, die pro Wählerin und Wähler ausgefüllt werden. Das zu Zählen gehe deutlich schneller, wenn die Arbeit geteilt wird.
Auch Inga Gohlke hat bereits ein wenig Erfahrung zum Thema Wahlen gesammelt. Bei der Bundestagswahl 2013, als sie noch in Verden bei der Verwaltung war, habe Gohlke beim Auszählen der Briefwahl geholfen.
„Das zählt ja schon nicht mehr“, kommentiert sie mit einem Lächeln. Ihr Team wechselt sich ab, die anderen vier Helfer sind gerade beim Mittagessen, später treffen sie sich wieder gemeinsam zum Kaffee und Kuchen.
Zu jedem Wahllokal gehören sieben Wahlhelfer, die insgesamt den Wahlvorstand bilden, erklärt Sandra Intemann. „Es gibt zwei Vorsitzende, zwei Schriftführer und drei Beisitzer.“ Es gebe auch einige Änderungen im Wahlgang im Vergleich zur Europawahl, bei der sie bereits als Wahlhelferin geholfen habe.
„Jetzt gibt man erst seine Wahlbenachrichtigungskarte ab, die wird geprüft, dann bekommt man den Stimmzettel, darf wählen und den dann einwerfen.“ Bei der Europawahl sei zuerst der Stimmzettel ausgefüllt und danach – vor dem Einwurf – die Walbenachrichtigung geprüft worden.
In Hellwege sorgt das neue Wahllokal für einige Verwirrung
Doch die neuen Wahllokale sorgen teilweise auch für Verwirrung. In Hellwege mussten einige Wähler bereits weitergeleitet werden, um im richtigen Lokal ihr Kreuz zu setzen. Es gebe einige, die es vorher bereits im Huk versucht hätten. In Horstedt ist das etwas leichter, erklärt Gohlke damit, dass das Wahllokal früher in der Grundschule gewesen sei.
Nicht viele hätten sich da verirrt. Was sie darüber hinaus freut, ist die rege Wahlbeteiligung. Gegen 14 Uhr seien bereits über die Hälfte der Wahlbeteiligten da gewesen. „Da sind die Briefwähler natürlich noch nicht mitgerechnet.“ Auch in Hellwege sehe die Beteiligung gut aus, berichtet Intemann, sowohl im Kindergarten als auch im Huk waren gegen 13 Uhr über die Hälfte der Wahlberechtigten bereits ihr Kreuz setzen.
Was zum Wahllokal vor Ort dazugehört: Nachdem der Wahlzettel in der Urne gelandet ist, wird gerne noch ein wenig geschnackt. „Man trifft Leute, die man sonst das ganz Jahr nicht gesehen hat.“ Das gehöre einfach dazu, so Gohlke.
Spaziergänge zum Wahllokale gibt es in Horstedt in Grundschule wohl weniger, schätzt sie ein. Auch die Wahlberechtigten aus Stapel und Winkeldorf kommen eher mit dem Fahrrad, vermutlich aber noch eher mit dem Auto. Viele Ältere sind auch nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs.
