Alle Ergebnisse und Hochrechnungen

Artikelsammlung zur Bundestagswahl: Klingbeil verteidigt das Mandat – Tauschwitz trotzdem dabei

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Lars Klingbeil schwört seine Partei nach der Niederlage der SPD auf die Zukunft ein.
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Die Bundestagswahl im Wahlkreis „Rotenburg I – Heidekreis“: Ticker-Nachlese, Ergebnisse und mehr in unserer Artikelsammlung:

Die Abgeordneten:
- Lars Klingbeil (SPD) in Berlin: Seine Partei verliert, er selbst fährt ihr bestes Ergebnis ein
- Vivian Tauschwitz (CDU) bekommt Mandat über die Landesliste

Einordnungen und Analysen:
- Landrat Prietz will Schwarz-Rot: Die 20 Prozent entscheiden nicht
- Kreisschülerrat Rotenburg verlangt mehr soziale Gerechtigkeit
- Plädoyers für Schwarz-Rot aus dem Rotenburger Wahlkreis
- Die Gemeinde Fintel ist eine AfD-Hochburg

Geschichten rund um die Wahl:
- Erstwähler in Rotenburg setzt zwei Kreuze für Demokratie
- Ältester Wahlhelfer in Visselhövede: „Ein Dienst am Dorf“
- Kunstausstellung trifft Wahlsonntag: Scheeßels besondere Kombination
- Die Idee: Wählen ganz ohne Barrieren
- Wahllokale aufgestockt: Sottrum bereitet sich schon jetzt auf Kommunalwahl 2026 vor

Weitere Ergebnisse:
Die Kreiszeitung und Ippen Media haben die Wahlergebnisse aller Gemeinden in Deutschland zusammengestellt. Ihre Zusammenfassung finden Sie am besten über die Suchmaske unter Eingabe des Namens ihrer Gemeinde mit dem Zusatz „Bundestagswahl“.

Der Live-Ticker vom Wahltag:
Update, 23. Februar, 23.57 Uhr: Irgendwo hakt es in Soltau. 282 von 285 Ergebnisse aus den Wahlbezirken des Wahlkreises liegen vor, drei Wahllokale aus Soltau fehlen noch. Am Gesamtergebnis wird das aber nichts mehr groß ändern. Wir geben unsere Papier- und E-Paper-Ausgabe auf Basis dieses jetzigen Standes heraus und verabschieden uns in die Nacht auch vom Liveticker online an dieser Stelle. Alle weiteren Fragen, die die Bundestagswahl auch für die Region noch aufwirft, werden am Montag beantwortet. (mk)

Update, 23. Februar, 22.52 Uhr: Zwischen TV-Interviews und SPD-Elefantenrunden hat Lars Klingbeil einen Moment in seinem Büro, als er sich in seinen Schreibtischsessel setzt und eine Videokonferenz in den Wahlkreis aufbaut. Die Genossen im Soltauer Roten Bahnhof, die auf dem Bildschirm zu sehen und zu hören sind, singen dem Geburtstagskind „Happy Birthday“, Klingbeil bedankt sich und wird „kurz mal emotional“.

Lars Klingbeil trifft in der Videokonferenz nach Soltau auf SPD-Bürgermeisterkandidat Birhat Kacar.

Update, 23. Februar, 22.46 Uhr: Am Wahlabend gibt es im Stadtbezirk Rotenburg zwei klare Sieger. Einerseits SPD-Kandidat Lars Klingbeil, der seine Herausforderin Vivian Tauschwitz (CDU) unerwartet deutlich mit einem Vorsprung von 17,47 Prozentpunkten abhängt. Andererseits die AfD, die deutlich zugelegt hat, sie liegt bei 18,21 Prozent, ihr Kandidat Omid Najafi räumt satte 18,13 Prozent ab. Das ist fast eine Verbesserung um das Dreifache. Günter Scheunemann (Freie Wähler) verharrt auf ungefähr gleichem Niveau wie vor dreieinhalb Jahren, Volt-Newcomer Malte Büch erhält rund 1,64 Prozent. Die Verlierer sind neben Tauschwitz auch Grüne und FDP. Beide Parteien verlieren jeweils rund 6 Prozentpunkte. Auch ihre Direktkandidaten scheinen unter dem Imageverlust zu leiden. Canina Ruzicka erreicht nur 7,63 Prozent, Gurdan Kerti liegt knapp 4 Prozentpunkte hinter seinem Vorgänger Alexander Künzle. Auffällig ist auch, dass die Wahlbeteiligung, die um mehr als 10 Prozentpunkte steigt, zwischen den Wahllokalen stark schwankt. Sie liegt zwischen 44,14 und 75,71 Prozent, allerdings kann das auch an den Briefwählern liegen, die nicht zu den Lokalen zählen. (lebo)

Update, 23. Februar, 22.10 Uhr: Mancherorts zieht sich die Auszählung hin. Vier Bezirke sind noch offen: in Neuenkirchen und Soltau. An den Ergebnissen ändert das natürlich nicht mehr viel, auch die Wahlbeteiligung wird sich bei 83,8 Prozent einpendeln. (mro)

Update, 23. Februar, 21.14 Uhr: Günter Scheunemann von den Freien Wählern gibt nicht auf. Obwohl er bei dieser Wahl mit 2,13 Prozent keine Verbesserung des Ergebnisses aus dem Jahr 2021 (2,2 Prozent) erzielen konnte, kündigt er an, dass er dranbleiben werde. Er habe sich mehr Stimmen gewünscht, ist trotzdem optimistisch. „Wir haben neue Mitglieder bekommen, wir werden nicht aufgeben“, verspricht er. „Jetzt werden wir schauen, wie die gewählten Parteien arbeiten und darauf reagieren. Wir bleiben stabil in der Mitte.“ (lg)

Update, 23. Februar, 20.54 Uhr: Das Erststimmen-Ergebnis sei, so Lars Klingbeil im Gespräch mit der Kreiszeitung, „ein toller Vertrauensbeweis“. Ob ihm das auch auf Bundesebene nützt, weiß er hingegen nicht. „Da gibt es auch noch zwei, drei andere Dinge, an denen ich gemessen werde.“ Er sei aber sehr, sehr glücklich über die mehr als 41 Prozent im Heimat-Wahlkreis. (hei)  

Update, 23. Februar, 20.52 Uhr: Ausgezählt in fast allen Wahlbezirken sind die Stimmzettel im Wahlkreis „Stade I - Rotenburg II“. Dort gewinnt Vanessa Zobel von der CDU mit rund 36,4 Prozent vor Frauke Langen von der SPD (25,5) die Erststimmen-Wahl. AfD-Kreistagsabgeordnete Marie-Thérèse Kaiser aus Sottrum vereint rund 18,1 Prozent der Stimmen auf sich. Achtungsergebnisse erzielen Jaochim Fuchs (Grüne) mit 9,7 und Benjamin Koch-Böhnke (Linke) mit 6,3 Prozent.

Auch bei den Zweitstimmen gewinnt im Rotenburger Nord-Wahlkreis die CDU. Sie erreicht rund 30,7 Prozent, die SPD 22,9, die AfD 18,4, die Grünen 10,9, die Linke 7,1, die FDP 4 und das BSW 3,3. Wahlbeteiligung: rund 82,8 Prozent. (mro)

Update, 23. Februar, 20.38 Uhr: Auch mit rund 25 noch nicht ausgezählten Wahllokalen lässt sich mittlerweile sagen: Lars Klingbeil verteidigt für die SPD das Direktmandat im „Wahlkreis Rotenburg I - Heidekreis“. Trotzdem wird er wohl Verluste hinnehmen müssen. Aktuell liegt der Mann aus Munster bei 41,8 Prozent der Stimmen, das sind sechs Prozentpunkte weniger als 2021. Sein Mandat für die kommende Legislaturperiode ist auch trotz des neuen Wahlrechts so gut wie sicher.

Herausforderin Vivian Tauschwitz (CDU) hat hart gekämpft, wird die 30-Prozent-Marke mit aktuell 27,5 Prozent aber wohl deutlich verpassen. Auch die Chancen auf ein Mandat über die Landesliste stehen schlecht, dafür hat die CDU in Niedersachsen wohl zu viele Direktmandate geholt. (mro)

Update, 23. Februar, 20.06 Uhr: Das Rennen gelaufen ist wohl für die Direktkandidaten Omid Najafi (immerhin aktuell 19,6 Prozent), Gurdan Kerti (FDP, 2,4), Günther Scheunemann (Freie Wähler, 2,1), Malte Büch (Volt, 1,3) und Canina Ruzicka (Grüne, 5,3). Sie ordnet die Wahl so ein: „Die AfD hat einen besorgniserregenden Gewinn an Stimmen zu verzeichnen. Jetzt heißt es, den Druck auf die demokratische CDU zu erhöhen, damit sie nicht erneut mit der AfD abstimmt.“ (lg/mro)

Update, 23. Februar, 19.55 Uhr: Während der eigene Sieg in der Heimat immer klarer wird (41 Prozent), hat Lars Klingbeil als SPD-Chef seine Gedanken gerade sicher ganz woanders. Nach der Wahhniederlage schwört er seine Partei jetzt auf die Zukunft ein. (mro/hei)

Update, 23. Februar, 19.53 Uhr: Bis jetzt arbeiten drei Kommunen im Wahlkreis an Wahlbeteiligungen über 90 Prozent: Neuenkirchen (aktuell 94 Prozent), Scheeßel (93,4) und Rotenburg (92,5). Während die beiden Erstgenannten bereits fast alles ausgezählt haben, sind in der Kreisstadt gerade einmal zehn von 21 Bezirke „durch“. (mro)

Update, 23. Februar, 19.48 Uhr: Eine Besonderheit im Wahlkreis ist sicher der Gemeindefreie Bezirk Osterheide im Heidekreis. Rund 370 Wähler gibt es dort, von denen 69 Prozent ihre beiden Stimmen abgegeben hat. 34,4 Prozent haben dabei ihr Zweitstimmen-Kreuz für die AfD gemacht, 22,5 bei der SPD, 21 Prozent bei der CDU 22,5 Prozent. Omid Najafi (AfD) hat hier die meisten Erststimmen bekommen. Er liegt bei 35,9 Prozent, 0,8 Punkte vor Lars Klingbeil. (mro)

Update, 23. Februar, 19.30 Uhr: Rotenburgs Bürgermeister Torsten Oestmann (parteilos) hält sich am Wahlabend mit einer politischen Bewertung der sich abzeichnenden Ergebnisse zurück. Er lobt aber den Ablauf der Wahl in der Kreisstadt: „Wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden. Vorbereitung und Durchführung der Wahl liefen trotz des ambitionierten Termins einwandfrei, da kann ich mich nur bei meinen Kolleginnen und Kollegen und den vielen Wahlhelferinnen und -helfern bedanken.“ (mk)

Update, 23. Februar, 19.23 Uhr: Schleeßel ist momentan das einzige Wahllokal in der Samtgemeinde Sottrum mit mehr Stimmen für die FDP als für die Linke. Mit zwei Stimmen Vorsprung liegt sie über den fünf Stimmen für die Linke. (voc)

Update, 23. Februar, 19.19 Uhr: Rund 170.000 Wahlberechtigte hat der Wahlkreis „Rotenburg I – Heidekreis“. Die Stimmen von 35.000 von ihnen sind mittlerweile ausgezählt. Lars Klingbeil (SPD) kratzt knapp an der 40-Prozent-Marke, der Abstand zu Vivian Tauschwitz (CDU) bei 31 Prozent wird größer. Die CDU führt bei den Zweitstimmen mit 32 Prozent – vor SPD (23), AfD (19), Grüne (9) und Linke (6). (mro)

Update, 23. Februar, 19.11 Uhr: Rotenburgs Landrat Marco Prietz (CDU) unterstützt am Wahlabend die Kreisangestellten, die in den Berufsbildenden Schulen die Briefwahl auszählen. Ohne auf das Ergebnis einzugehen - das plant er in einem Pressegespräch am Mittwoch - sagt er: „Es ist eine gute Nachricht für unsere Demokratie, dass die Wahlbeteiligung offenbar in Deutschland stark angestiegen ist gegenüber der letzten Bundestagswahl. Das zeigt, dass die Menschen spüren, wie viel politisch gerade auf dem Spiel steht und zu entscheiden ist! Vom Landkreis Rotenburg sind 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rotenburg und Stade im Einsatz bei der Auszählung der Briefwahl dabei. Ihnen gilt mein Dank, ebenso den mehr als 1.500 ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern in den Wahllokalen unseres Landkreises. Die Hochrechnungen auf Bundesebene zeigen schon jetzt, dass es auf jede Stimme ankommt. Deshalb wird es ein langer Wahlabend. Unabhängig vom endgültigen Wahlergebnis steht aber eines schon jetzt fest: Die parlamentarische Demokratie hat gewonnen! Ich bin gespannt auf die nächsten Stunden und Tage und hoffe auf eine gute Regierungsbildung für unser Land.“ (mk/acl)

In den BBS in Rotenburg die Briefwahlauszählung begonnen.

Update, 23. Februar, 19.05 Uhr: Das Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis „Rotenburg I - Heidekreis“ entwickelt sich wie prognostiziert deutlich knapper als zuletzt zwischen den beiden Favoriten von SPD und CDU. Nach der Auszählung von rund einem Drittel der Wahlbezirke liegt Lars Klingbeil (SPD) aber mit knapp sieben Punkten vor Vivian Tauschwitz (CDU). Nach dem neuen Wahlrecht können allerdings auch Wahlkreissieger nicht sicher sein, direkt in den Bundestag einzuziehen. Kreiswahlleiter Jens Grote, Landrat im Heidekreis, wird daher am Wahlabend keine Aussagen treffen können, ob der Wahlkreis einen oder womöglich zwei Abgeordnete über die guten Landeslistenplätze von Klingbeil (1) und Tauschwitz (10) im neuen Bundestag hat. Das ermittelt die Landeswahlleitung in Hannover. (mk)

Update, 23. Februar, 19.00 Uhr: Blicken wir in den Nordkreis: Dort liegt bis jetzt CDU-Kandidatin Vanessa Zobel im Wahlkreis „Stade I – Rotenburg II“ mit 44 Prozent klar vorne. Frauke Langen (SPD) kommt nur auf 21,5 Prozent. Die Sottrumerin Marie-Thérèse Kaiser von der AfD hat bis jetzt 18 Prozent. Das deckt sich grob auch mit den Zweitstimmen. (mro)

Update, 23. Februar, 18.42 Uhr: Nachdem die ersten zehn Prozent der Wahllokale, eher die kleineren Bezirke, ausgezählt sind, sieht es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Der „Titelverteidiger“ Lars Klingbeil (SPD) liegt mit 39,5 knapp vor Vivian Tauschwitz (CDU) mit 34,4 Prozent. Kommt es hier zu einer Überraschung? Einen großen Erfolg kann auch Omid Najafi (AfD) feiern, er liegt mit 17 Prozent auf Platz drei. Alle anderen Direktkandidaten laufen eher unter ferner liefen.

Nach den Zweitstimmen liegt die CDU im Wahlkreis „Rotenburg I – Heidekreis“ mit 35 Prozent aktuell klar vorne. Die SPD liegt mit 23,2 Prozent immerhin über dem eigenen Bundesschnitt. AfD: 18, Grüne: 8,9, Linke: 5,5; und FDP: 4 Prozent. (mro)

Update, 23. Februar, 18.25 Uhr: Entschieden ist bereits, wer das schnellste Wahllokal in Visselhövede ist: Drögenbostel war um 18.16 Uhr eine Minute schneller als Wehnsen. Dabei hatten sie mit 69 sogar einige Wähler mehr als die Konkurrenz mit 51. (mro)

Update, 23. Februar, 18.17 Uhr: Nun trudeln langsam die ersten Ergebnisse ein. Nach den ersten drei Wahlbezirken, alle im Heidekreis, liegt Vivian Tauschwitz von der CDU vorne. (mro)

Update, 23. Februar, 18.09 Uhr: Im Willy-Brandt-Haus wird die erste Prognose schweigend zur Kenntnis genommen. Die Gesichter der SPD-Mitglieder bleiben regungslos. Ein Raunen geht bei den Zahlen für FDP und BSW durch die Menge. Sofort ist allen klar: Wenn die beiden tatsächlich jeweils fünf Prozent holen, wird die Suche nach einer Koalition noch schwieriger. Wir erwarten in Kürze die ersten Zahlen aus der Region. (hei/mro)

Update, 23. Februar, 17.54 Uhr: Lars Klingbeil schaut mit einem Auge in den Wahlkreis, sagt er. Kontakt hatte er bislang aber nur mit einigen Familienmitgliedern in der Heimat – seine Eltern, seine Schwester, seine Nichte. „Ich bekomme ständig Nachrichten, aber komme nicht hinterher.“ Das Erststimmen-Ergebnis für sich könne er nicht einschätzen. „Die Leute in Rotenburg und im Heidekreis waren alle nett zu mir, aber die meisten Menschen trifft man im Wahlkampf ja nicht.“ Er hofft, am späteren Abend noch eine Schalte in den Roten Bahnhof in Soltau zu bekommen, wo viele Genossen aus dem Wahlkreis sich versammelt haben. (hei)  

Update, 23. Februar, 17.09 Uhr: Er macht den Spagat zwischen Wahlkreis und Bundesrepublik. „Das wird kein schöner Abend“, ahnt SPD-Chef Lars Klingbeil bereits jetzt für das Bundesergebnis. Aktuell sagen die Trends für die SPD etwa 15 Prozent voraus. Klingbeil stellt sich auf einen „Spießrutenlauf“ ein, sobald er und Olaf Scholz Stellung zum Wahlergebnis nehmen, sagt er im zehnminütigen Kreiszeitungs-Interview. Im Willy-Brandt-Haus sei eine ganz andere Stimmung als 2021, „als wir alle euphorisiert waren“.  Aber: Er persönlich wird auf Wahlkreis-Ebene aber wohl deutlich besser abschneiden.

Als Geburtstagskind wurde Klingbeil heute noch nicht groß beschenkt, er zeigt daher ein Geschenk aus der Mongolei: ein Pferd namens Goldene Zukunft, von dem er aber nur ein Foto mitgebracht hat. Das Tier blieb in seiner Heimat. (mro/hei)

Funfact: Lars Klingbeil hat ein Pferd in der Mongolei.

Update, 23. Februar, 17.00 Uhr: So langsam steigt die Spannung an. Eine Stunde noch bis zur Schließung der Wahllokale, dann bekommen wir auch nach und nach die Ergebnisse. Je nach Größe des Wahlbezirks geht das unterschiedlich schnell. In Wehnsen bei Visselhövede gibt es gerade einmal bis zu 80 Wahlberechtigte. Der Anspruch ist dort, dass man als erstes Wahllokal die Ergebnisse ans Rathaus meldet. Überhaupt ist man sehr Wettkampf-freudig, berichtet ein langjähriger Wahlhelfer. Es gibt einen freundschaftlichen Kampf zwischen Früh- und Spätschicht um die höchste Wahlbeteiligung. (mro/lebo)

Update, 23. Februar, 16.37 Uhr: Bei der Bundestagswahl zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis 14 Uhr haben rund 52 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben, wie die Bundeswahlleiterin Ruth Brand mitteilt. 2021 waren es zu diesem Zeitpunkt nur 36,5 Prozent gewesen. Die Gesamtwahlbeteiligung lag damals bei 76,4 Prozent. Im Wahlkreis „Rotenburg I - Heidekreis“ hat die Beteiligung im September 2021 bei 74,1 Prozent gelegen. Zwischenberechnungen gibt es auf lokaler Ebene allerdings nicht. (mk)

Update, 23. Februar, 16.00 Uhr: Auch in Fintel läuft die Wahl ohne Probleme. „Wir haben eine gute Beteiligung und konnten schon viele Haken in unseren Listen setzen“, so Wilfried Seeger. Er ist seit 35 Jahren als Wahlhelfer aktiv. Zwischendurch habe mal Zeit, auch mal ein wenig zu plaudern. Barrierefreiheit ist im Wahllokal übrigens gegeben, eine Rampe erleichtert den Zugang für alle, die mit Rolli, E-Scooter oder Rollator unterwegs sind. Und das sind gar nicht mal so wenig. (jtb)

Update, 23. Februar, 15.25 Uhr: Gespannte Ruhe noch im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Vom Wahlkreis-Kandidaten und SPD-Chef Lars Klingbeil noch keine Spur, berichtet unser Reporter Holger Heitmann. Der einzige prominente SPD-Vertreter bislang bestehe aus 500 Kilo Bronze und sei 3,40 Meter hoch: ein echtes Schwergewicht der Partei. (mk/hei)

Die Bronzefigur der SPD-Parteiikone Willy Brandt.

Update, 23. Februar, 14.48 Uhr: Grünen-Kandidatin Canina Ruzicka bei der Stimmabgabe in Scheeßel. Wahlkampf zu Ende, Prüfungen an der Uni absolviert. Jetzt steht erstmal eine Woche Urlaub an, erzählt sie. (tk)

Grünen-Kandidatin Canina Ruzicka bei der Stimmabgabe in Scheeßel.

Update, 23. Februar, 14.31 Uhr: Unser Reporter in Berlin ist mittlerweile im Willy-Brandt-Haus angekommen und wartet auf Lars Klingbeil. Noch hat sich der SPD-Chef nicht blicken lassen. Der Kaffee schmeckt aber trotzdem, lässt der Kollege ausrichten. (mro)

Warten auf Lars Klingbeil.

Update, 23. Februar, 13.35 Uhr: In Lauenbrück sind die Wahlkabinen auch mit Rollstuhl barrierefrei zu befahren. Ratsherr Carsten Hüsing (CDU) macht die Probe aufs Exempel und gibt dabei direkt seine Stimme ab. Die Wahlhelfer berichten, dass bislang alles problemlos klappt. Morgens war der Andrang eher verhalten, gegen Mittag kommen aber zahlreiche Lauenbrücker in ihr Rathaus. Wahlhelfer Carsten Probst freut sich über den Zulauf. Er ist zum ersten Mal dabei. „Der Staat tut mir viel Gutes, da wollte ich auch mal etwas zurückgeben“, begründet er sein Engagement. (jtb)

In Lauenbrück sind die Wahlkabinen auch mit Rollstuhl barrierefrei zu befahren

Update, 23. Februar, 13.15 Uhr: SPD-Bundestagskandidat Lars Klingbeil hat gestern noch in der Fußgängerzone seiner Heimatstadt Munster Wahlkampf betrieben. Heute ist er als SPD-Chef in Berlin gefordert. Daher gibt es am Wahltag auch keine Fotos, wie er öffentlichkeitswirksam seinen Stimmzettel in die Urne wirft. Gewählt hat Klingbeil schon, vor zehn Tagen hat er seine Briefwahlunterlagen im Rathaus Munster abgegeben. (hei)

Update, 23. Februar, 12.54 Uhr: Ein kurzer Blick nach Scheeßel: Gabriele Villwock, Wahlvorstand im Meyerhof, spricht von einer guten Wahlbeteiligung bis zur Mittagszeit. Auch Bürgermeisterin Ulrike Jungemann (CDU) hat bereits ihre Stimme abgegeben. Und danach? Ab ins Kunstgewerbehaus direkt nebenan, dort ist die Ausstellung mit Werken von Ernst Müller-Scheeßel bis 17 Uhr geöffnet. Die Blaudruckausstellung im Werberhaus ebenso. (mro)

Erst Kreuz, dann Kunst: Birgt Ricke (l.) begrüßt Bürgermeisterin Ulrike Jungemann im Scheeßeler Heimatmuseum.

Update, 23. Februar, 12.02 Uhr: Die ersten vier Stunden Wahl sind rum, sechs Stunden sind noch Zeit für den Besuch im Wahllokal. Zeit für eine Pause? Rotenburgs Bürgermeister Torsten Oestmann und Erste Stadträtin Bernadette Nadermann haben hierzu mit Schokolade schonmal den passenden Snack an die Wahllokale der Kreisstadt geliefert. Bei Instagram würdigt Oestmann zudem das Ehrenamt, das hinter einer solchen Wahl steht. Generell scheint kurz vor der Mittagszeit eher Süßes Hoch im Kurs zu stehen. So hat die CDU vor einigen Bäckereien Marmelade verteilt. (mro)

Update, 23. Februar, 9.56 Uhr: Für Malwin Dohmen ist heute ein besonderer Tag. Nicht nur, weil er heute Geburtstag hat, auch gibt er das erste Mal bei einer Bundestagswahl seine Stimme ab. Dafür ist er extra früh aufgestanden und hat im Wahllokal Stadtschule seine zwei Kreuze gemacht. Für Dohmen ist es wichtig, an der Demokratie teilzuhaben, der 20-Jährige sagt: „Wer nicht wählen geht, darf sich später auch nicht beklagen.”

Erstwähler Marlin Dohmen gibt seine Stimme ab.

Dass er an seinem Geburtstag wählen kann, ist natürlich dem Umstand zu verdanken, dass die Wahl vorgezogen ist. Der Winterwahlkampf war anders als gewohnt, aber der Wetterbericht gibt keine Ausrede, heute den Gang ins Wahllokal zu scheuen. Temperaturen bis 14 Grad und am Nachmittag auch Sonnenschein sind angesagt. Wie sich der Februar als Wahlmonat auf die Gemüter der Wahlberechtigten und damit aufs Ergebnis auswirkt, wissen wir aber nicht. (mro/hei/lebo)

Update, 23. Februar, 8.48 Uhr: Guten Morgen! Kreiszeitungs-Reporter Holger Heitmann musste heute sehr früh aufstehen und sitzt gerade im Zug nach Berlin. Dort trifft er auf SPD-Bundestagskandidat und Geburtstagskind Lars Klingbeil. Der rechnet mit einem spannenden Kampf um die Erststimmen im Wahlkreis. Am Rande der Wahlkampfveranstaltung am Donnerstag in Bad Fallingbostel meinte er, ein Ergebnis ansatzweise wie 2021, als er mit 47,6 Prozent in den Bundestag einzog, wäre „ein Wunder“. Die Online-Plattformen, die seiner CDU-Konkurrentin Vivian Tauschwitz Chancen einrechnen, vor Klingbeil zu landen, hat er aber zur Kenntnis genommen. Diese würden zum Teil aber lediglich Bundesumfragen auf Wahlkreise herunterrechnen, ohne die lokale Situation einzubeziehen, glaubt der SPD-Chef. Heute Abend sind wir schlauer.

Mit Laptop, Handy, Zeitschrift und Mate geht‘s für den Reporter in die Hauptstadt.

Bis 18 Uhr sind die Wahlberechtigten aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Gestern sind die Wahlkämpfer in der Region nochmal zum Schlussspurt angetreten, haben Gimmicks verteilt und sich den Fragen der Passanten gestellt. In den Partei-Ortsvereinen dürfte die Anspannung ebenfalls sehr groß sein. (mro/hei)

Wahlkampf in der Rotenburger Innenstadt.

Meldung vom 22. Februar: Rotenburg – Die Kräfteverhältnisse scheinen klar zu sein, „Underdog“ Vivian Tauschwitz (CDU) hat sich im Wahlkampf für das Direktmandat für den Wahlkreis „Rotenburg I – Heidekreis“ zuletzt sehr kämpferisch gezeigt. Sechs weitere Bewerberinnen und Bewerber gibt es, allen voran natürlich Lars Klingbeil, der für seine SPD nicht nur der Mandatsverteidiger, sondern als ihr Bundesvorsitzender in ganz Deutschland den Politpromi-Status besitzt. 47,6 Prozent der Erststimmen hat er 2021 auf sich vereinigen können. Doch inwieweit war das auch einer damals ohnehin starken SPD geschuldet? Es gibt Rechenspiele, dass Tauschwitz den Munsteraner mehr ins Schwitzen bringt als der damalige CDU-Kandidat Carsten Büttinghaus.

170.000 Wahlberechtigte in Rotenburg

Die Kreiszeitung aus Niedersachsen berichtet in diesem Live-Ticker fortlaufend über die Wahl in und aus der Region und Berlin – über Menschen, Ergebnisse und mit Kurzanalysen aus den Gemeinden des Wahlkreises. Hier findet man auch einen Überblick und Verweise über die tiefergehenden Berichte und Geschichten rund um den Wahltag am 23. September.

Am Sonntag ist Wahl.

Rund 170.000 Wahlberechtigte sind im Wahlkreis zum Urnengang aufgefordert. Neben Klingbeil und Tauschwitz buhlen Canina Ruzicka (Grüne), Gurdan Kerti (FDP), Malte Büch (Volt), Günter Scheunemann (Freie Wähler) und Omid Najafi (AfD) um die Stimmen. Bei den Zweitstimmen sind 16 Parteien zugelassen. Die Zweitstimme ist durch die Wahlrechtsreform wichtiger geworden, entscheidet jetzt alleine um die Sitzverteilung im Bundestag, da die Überhangmandate wegfallen. Was das bedeutet, erklärt Dr. Philipp Köker vom Institut für Politikwissenschaft in Hannover an dieser Stelle.

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