VonEva Burghardtschließen
VW steht vor massiven Veränderungen: Werksschließungen und Lohnkürzungen drohen. Die Belegschaft ist besorgt und bangt um ihre Zukunft.
Wolfsburg – Als „peinlich und dreist“ bezeichnet Daniela Cavallo, VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende, das Verhalten des VW-Managements. Am Montag, 28. Oktober, war bekannt geworden, dass VW wohl bundesweit drei der zehn Werke schließen wird. Zudem stehen für die Belegschaft Lohnkürzungen von bis zu 18 Prozent an. Wie der Norddeutsche Rundfunk berichtet, stimmte Cavallo die VW-Beschäftigten auf einer Informationsveranstaltung in Wolfsburg auf harte Zeiten ein.
Versammlung der VW-Belegschaft in Wolfsburg – Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft
Das Management wolle die VW-Standorte in Deutschland aushungern, sagte Cavallo nach Informationen des NDR zu den Beschäftigten. „Der Vorstand steht gegen uns.“ Bei der Belegschaft sorgen die Nachrichten aus der VW-Zentrale für Zukunftsängste. „Das sind sehr drastische Einkürzungen und das macht natürlich Angst“, sagt ein Betriebsratsmitglied im Beitrag des NDR. „Man muss gucken, wie man seine Familie ernähren kann.“ Neben der persönlichen Betroffenheit habe der Entschluss aber auch Auswirkungen auf die Region. „Und auch auf Deutschland“, so das Betriebsratsmitglied.
Drei Werksschließungen und mehrere zehntausend Stellen, die gestrichen werden: Noch ist unklar, welche VW-Standorte von dem Entschluss betroffen sein werden, berichtet der NDR. Doch in einigen Regionen sind Schließungen wahrscheinlich. Das gelte etwa für das Werk in Osnabrück, das kürzlich einen Folgeauftrag von Porsche verloren hatte.
VW-Werksschließungen im Norden angekündigt – so könnte es jetzt weitergehen
Insgesamt beschäftigt Volkswagen deutschlandweit rund 120.000 Menschen in zehn Werken. Sechs davon befinden sich in Niedersachsen, drei in Sachsen und eines in Hessen. Wie Betriebsratsvorsitzende Cavallo der Belegschaft am Montag mitteilte, seien alle deutschen VW-Werke von den Plänen betroffen. „Keines ist sicher.“
Noch in dieser Woche treffen sich die Gewerkschaft IG Metall zu ihrer zweiten Tarifrunde. Bereits im Vorfeld hatte die IG Metall nach Informationen des NDR zu Streiks aufgerufen. Dass sich eine Einigung lange herauszögere, sei unwahrscheinlich, berichtet der Automobilexperte Stefan Bratzel im NDR-Interview. „Es wird nicht gegeneinander gehen.“
Denn, wenn der Konflikt zwischen Belegschaft und Konzern eskaliere, sorge das dafür, dass der Autobauer viel Zeit verliere. „Und das kann sich VW nicht leisten.“ Das Unternehmen hat sich bislang noch nicht zu den angekündigten Schließungen geäußert. In einem Pressestatement heißt es lediglich, man stehe an einem „entscheidenden Zeitpunkt der Unternehmensgeschichte.“ Die Lage sei ernst und die Verantwortung der Verhandlungspartner enorm.
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