VonFabian Raddatzschließen
Ein Massaker haben offenbar ein oder mehrere Wölfe am Samstag in Gräpel bei Stade angerichtet. Bei dem Angriff wurden 55 Schafe getötet.
Oldendorf-Himmelpforten – Es müssen grausame Szenen gewesen sein, die sich auf einer Weide im kleinen Ort Gräpel bei Stade abgespielt haben. Dutzende Schafe liegen tot auf einem Anhänger, ihre Wolle ist blutrot verfärbt. Die Bilder gleichen einem Massaker.
Wie die Jägerschaft des Landkreises Stade am Sonntag, 27. August, mitteilte, hatte ein oder mehrere Raubtiere eine Herde mit 112 Schafen attackiert. 55 der Tiere starben bei dem Angriff, 30 seien verletzt worden und zwei werden noch vermisst.
Die Jäger sind sich sicher: Es war ein Wolf. Darauf würden auch die Pfoten-Abdrücke hindeuten, die auf der Wiese gefunden wurden. Angaben zufolge sei die Weide mit einem Wolfs-abweisenden Schutzzaun eingezäunt gewesen. Doch genützt hat er offenbar wenig.
Wolf reißt 55 Schafe in Niedersachsen: „Das Maß ist überschritten!“
Die Jägerschaft nimmt den Vorfall zum Anlass, um erneut Kritik an der Wolfspolitik der niedersächsischen Landesregierung zu üben. Diese sehe nämlich vor, den Wolfsbestand in durch Wolfsangriffen überlasteten Regionen so lange zu reduzieren, bis es kein Übermaß an Schäden mehr gebe. „Bei uns im Landkreis Stade ist das Maß überschritten!“, so ein Sprecher. „Der Vorfall in Gräpel zeigt, dass schnelles Handeln gefordert ist und der Küsten- und Deichschutz schnelle Antworten benötigt.“
Man fordere nun nicht nur ein schnelles Handeln zur Reduzierung des Wolfsbestandes, sondern auch unbürokratische Hilfe für den betroffenen Schäfer.
Niedersachsen gilt als Wolfsland. Immer wieder kommt es in dem Bundesland zu Wolf-Angriffen. So tötete erst im Juli ein Raubtier zehn Schafe im Landkreis Uelzen. Und auch in Wagenfeld im Landkreis Diepholz rissen ein oder mehrere Wölfe 15 Schafe. In den beiden Fällen war der Tenor nach den Attacken derselbe: Die Politik muss etwas tun.
Rubriklistenbild: © Marcus Brandt & Sina Schuldt/dpa


