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Hamm-Mitte erlebt eine signifikante Zunahme von Kriminalität. Die Straftaten stiegen um mehr als 22 Prozent an. Im Fokus: der Bahnhof und die Züge. Das sind die Hotspots.
Hamm – Gut die Hälfte aller 2023 in Hamm registrierten Straftaten (insgesamt 18.853 Fälle) ereignete sich im Stadtbezirk Hamm-Mitte. Die Kriminalstatistik weist für den zentralen Stadtbezirk 9881 Taten aus. Das bedeutet eine Steigerung von 22,32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Statistik schlägt sich deutlich das Straftatenaufkommen im Bereich der Bundespolizei nieder, also im Hauptbahnhof und in Zügen. Vor allem wird in Hamm-Mitte mehr gestohlen.
Der Anteil der Fälle, die in den Hoheitsbereich der Bundespolizei fallen, stieg um 873 Delikte auf insgesamt 2104. Das bedeutet für sich einen Anstieg um 70,92 Prozent zum Vorjahr, einen Anteil an allen Straftaten in Mitte von gut 21 Prozent und von rund 11 Prozent in ganz Hamm. Dabei handelt es sich vorrangig um Ladendiebstähle und Fahren ohne Fahrkarte. Allein die Ladendiebstähle stiegen bei der Bundespolizei um 435 Fälle (+135 Prozent).
Der Rossmann-Markt im Bahnhof, aber auch die Buchhandlung sind immer wieder Einsatzorte der Bundespolizei. Im Drogeriemarkt kommen mitunter mehrmals täglich Taten zur Anzeige. Die Polizei nennt vielfach Beschaffungskriminalität im Zusammenhang mit Drogenabhängigkeit als Tathintergrund. Sowohl Ladendiebstahl als auch Fahren ohne Fahrschein sind Kontrolldelikte: Je mehr Kontrollen, umso höher die Fallwahrscheinlichkeit. Sowohl Bundespolizei als auch DB-Sicherheit hatten ihr Personal im Bahnhof verstärkt.
Bahnhof, Allee-Center, Weststraße, Westring
Schwerpunkte für Ladendiebstähle sind neben dem Bahnhof das Allee-Center, die Weststraße und der Westring. In Hamm insgesamt haben Ladendiebstähle um 40,85 Prozent zugenommen (2217 Fälle/+643).
Traditionell ist der Stadtbezirk Mitte der Bezirk mit den meisten Straftaten. Hier leben mit rund 40.000 nicht nur die meisten Bürger, hier kommen (auch von außerhalb) täglich auch die meisten Menschen zusammen. Der Bahnhof hat nationale Bedeutung.
Straßenkriminalität (Diebstahl, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Raub) in Mitte hat um 231 Fälle (+13,08 Prozent) zugenommen und damit stärker als im gesamten Stadtgebiet (+4,55 Prozent).
Die Zunahme von Straftaten hingegen, die sich gegen Personen in der Öffentlichkeit richten, ist laut Polizei geringer als im restlichen Stadtgebiet: Rohheitsdelikte (plus 57 Fälle) – dazu gehören Körperverletzung, Bedrohung, Raub, Nötigung – sind in Mitte mit 5,54 Prozent geringer gestiegen als in Hamm insgesamt (+13,51 Prozent). Getroffene Maßnahmen (siehe Kasten) zeigten Wirkung.
Der Anstieg bei den Drogen-Delikten (plus 112 Fälle) sei auf verstärkte Kontrollen, insbesondere im Bahnhofsbereich und im Nordring, zurückzuführen.
Gezielte Maßnahmen
Laut Polizeipräsident Thomas Kubera zeigen gezielte Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung Wirkung. Dazu gehörten niederschwellige Kontrollen (zum Beispiel im Nordring), strategische Fahndung (gegen Jugendkriminalität angewandt), Aufenthaltsverbote (Bahnhofsumfeld), Observationen (bei entsprechendem Deliktaufkommen) und erhöhter Kontrolldruck (Drogenhandel). Videobeobachtung folgt in Kürze. Die Sicherheitskooperation (SiKo) von Polizei, KOD und weiteren Akteuren trete für ein „sicheres Leben in Hamm“ ein.
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