VonVolker Grieseschließen
Beschäftigten-Vertreter des in finanzielle Turbulenzen geratenen Alurad-Herstellers Superior Industries und der IG Metall haben sich in Düsseldorf unter anderem mit NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann getroffen. Er sicherte ihnen seine Unterstützung im Kampf um ihre Arbeitsplätze zu.
Werdohl/Düsseldorf – Bereits im August hatte Superior Industries, einer der größten Arbeitgeber Werdohls, für seine Aluminiumrad-Produktion in Dresel die Aufnahme in ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Damit wollte das amerikanische Unternehmen sich finanzielle Erleichterung verschaffen, um die Fabrik wieder auf Kurs zu bringen. Nachdem das gescheitert war, mündete das Schutzschirmverfahren nach drei Monaten in ein reguläres Insolvenzverfahren. In Werdohl und Umgebung bangen nun rund 420 Festangestellte und 90 Leiharbeiter um ihre Jobs.
Minister Laumann habe sich für die Situation des Werdohler Betriebs interessiert gezeigt, teilte die IG Metall Märkischer Kreis am Wochenende mit. Das Ministerium und auch der ebenfalls anwesende Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, Roland Schüßler, hätten den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ihre Unterstützung zugesagt und sich für den Erhalt des Betriebssitzes ausgesprochen.
Vor allem die Sorge der Beschäftigten von Superior Industries und ihrer Familien vor einem drohenden Arbeitsplatzverlust haben den Arbeitsminister umgetrieben. „Wir reden hier in der Gesamtschau sicherlich von rund 2000 Menschen, die von den Folgen betroffen wären“, wird er in der Mitteilung zitiert. Alle Beteiligten seien sich einig gewesen, dass nun noch einmal große Anstrengungen unternommen werden müssten, um den Standort und Beschäftigung der rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern, teilte die IG Metall nach dem Gespräch in Düsseldorf am vergangenen Freitag mit.
Mustafa Senel, Betriebsratsvorsitzender von Superior Industries in Werdohl, bedankte sich für die Unterstützung des Arbeitsministers: „In solch einer Situation ist es wichtig, dass uns wichtige Verantwortungsträger zuhören und merken, dass es bei uns um das Eingemachte geht.“
Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, fasste nach dem Gespräch im Arbeitsministerium zusammen: „Die Einladung des Arbeitsministers zeigt, dass die Situation bei Superior Industries in Werdohl auch von Staat und Politik gesehen wird. Das sollte eine Mahnung an alle sein, hier nicht nach dem schnellsten und finanziell einfachsten Weg zu suchen. Insolvenzverwalter und Konzern sind nun aufgefordert, das Bestmögliche für die Beschäftigten zu erreichen.“
Im Gespräch mit der Redaktion versicherte Kasubke, dass die Gewerkschaft die Entwicklungen in Dresel weiter verfolgen und die Suche nach einem Investor „massiv unterstützen“ werde.
