Nahversorgung

Neuer Rewe-Markt kommt – der Supermarkt wird aber erst 2026 fertiggestellt

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Die Animation zeigt, wie das neue Gebäude aussehen soll: Die Verkaufsfläche des künftigen Supermarktes an der Hammer Straße 9 betrage rund 1000 Quadratmeter, heißt es.
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Es steht fest, Investor und Unternehmen haben es bestätigt: An der Hammer Straße 9 entsteht ein neuer Rewe-Markt. Ein Eröffnungstermin kann jedoch noch nicht genannt werden.

Hamm – Die Nachricht dürfte vor allem bei den Menschen im Ortsteil Bockum für großes Aufatmen sorgen. Ende November hatte Kaufmann Christian Dörholt seinen Rewe-Markt am Standort nach fast 60 Jahren geschlossen. Das Geschäft war weit und breit der einzige größere Nahversorger. Nun steht fest: Es geht hier, mitten im Ortskern, weiter mit dem Lebensmitteleinzelhandel.

Neuer Rewe-Markt kommt – wird aber erst 2026 fertiggestellt

Das alte, zu kleine und marode Gebäude soll nun zeitnah abgerissen, ein neues gebaut werden. „Wir haben mit Rewe eine Woche vor Weihnachten einen längerfristigen Mietvertrag unterschrieben“, erläutert Ulrich Krampe, einer der Gesellschafter der SPL Verwaltung KG.

Der Getränkemarkt (links) bleibt. Mit der Entkernung des alten Gebäudes ist in diesen Tagen begonnen worden.

Der KG gehört der vor 15 Jahren errichtete Getränkemarkt, der erhalten bleiben und saniert werden soll, und mittlerweile auch das Grundstück, auf dem – noch – der Supermarkt steht. Über die Höhe des Investments möchte der Investor keine Angaben machen.

Während es im alten Rewe-Gebäude in oberen Etagen noch Wohnungen gab, kommt der neue Komplex vorwiegend eingeschossig mit Flachdach daher. „Nur Sozial- und Nebenräume werden in einer zweiten Etage untergebracht“, berichtet Krampe.

Neuer Rewe-Markt wird gebaut – Fertigstellung aber erst 2026

Der 57-Jährige, der selbst in Bockum wohnt, zeigt sich froh und erleichtert, dass Rewe als Projektpartner dabeibleibt. „Wir haben auch mit anderen Anbietern gesprochen, darunter Discountern“, so Krampe. Er ist überzeugt, dass es mit einem Vollsortimenter inklusive Frischetheke besser gelingt, Bockum als Einkaufsadresse attraktiv zu halten – im Interesse aller Einzelhändler und Bürger.

Erste Rückbauarbeiten am Bestandsgebäude sind schon zu beobachten. Im hinteren Bereich wurden Nebenräume abgerissen, ein Container wird nach und nach mit Bauschutt aus dem Inneren der Immobilie gefüllt. Schweres Gerät rückt dem Vernehmen nach voraussichtlich im Februar an.

Mit dem Neubau könne es erst losgehen, wenn der Bebauungsplan geändert sei, verdeutlicht Krampe. Er hoffe, dass die Politik den Satzungsbeschluss in der im März beginnenden Beratungsrunde fasst. Die Beantragung einer Baugenehmigung erfolge in Kürze.

Die Rückseite des früheren Rewe-Marktes: Ein Nebengebäude ist bereits abgerissen worden.

Mit einer Fertigstellung des neuen Supermarktes ist im ersten Quartal 2026 zu rechnen – „und dann eher am Ende der Zeitspanne“, wie es heißt. Der künftige Eingang soll sich gegenüber dem Getränkemarkt befinden, also nicht mehr direkt an der Hammer Straße. Architekt des Gebäudes ist Reinhard Maier aus Bockum-Hövel.

Mit 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche eher klein

Eine der größten Herausforderungen bei den Planungen war laut Krampe das begrenzte Flächenangebot auf dem Grundstück. Man habe aber gemeinsam mit Rewe „Kompromisse gefunden, die für beide Seiten wirtschaftlich tragfähig sind“. Letztlich werde es „einen etwa 25 bis 30 Prozent vergrößerten Markt“ geben.

Rewe Dortmund teilt mit, dass der neue Markt mit rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche im Durchschnitt zu den anderen Märkten kleiner sei. „Da es einen separaten Getränkemarkt geben wird, wird aber mehr Platz für unser vielfältiges Sortiment entstehen“, heißt es. Und: Man könne hier „einzugsgebietgerecht mit der Marktgröße ein passendes Sortiment anbieten“.

Selbstständiger Kaufmann als Betreiber

Auf die Frage, warum man sich weiter an der Hammer Straße engagiert, verweist das Unternehmen auf den „belebten Standort mit langer Historie“. Laut Krampe hat ein Kaufkraftgutachten ergeben, dass es für die Adresse „eine hohe Nachfrage aus dem direkten Umfeld“ gebe. Diese wird wohl absehbar noch größer, wenn das geplante Baugebiet „Tarnowitzer Bogen“ realisiert wird.

Als Betreiber des neuen Marktes ist ein selbstständiger Kaufmann vorgesehen. Einen Namen gibt es noch nicht. „Aktuell befinden wir uns noch im Findungsprozess und gehen in Kürze in den Ausschreibungsprozess“, heißt es bei Rewe. Nach einer Schlüsselübergabe könne man im Durchschnitt in vier Wochen Eröffnung feiern. Die Frage, wer den geplanten Backshop im Kassenbereich betreibt, werde gemeinsam mit dem Kaufmann erörtert, wenn dieser feststehe.

Der frühere Eingang von Rewe Dörholt: Der Supermarkt ist seit Ende November geschlossen.

Rewe geht nach Eröffnung von rund 30 Mitarbeitenden aus. Auf dem Gelände sollen den Kunden etwa 40 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Offene Ohren bei Verwaltung und Politik

Krampe sagt, dass er mit seinen Plänen für einen neuen Supermarkt bei Verwaltung und Politik auf offene Ohren gestoßen sei. Für die konstruktiven Gespräche sei er sehr dankbar. Sein Bauprojekt habe er unter anderem bei einer interfraktionellen Sitzung vorgestellt. Alternativ wäre für ihn eine Wohnbebauung an dieser Stelle infrage gekommen.

Bis zur Neueröffnung muss sich Bockum noch anderweitig mit Essbarem versorgen. Da kommt es gelegen, dass die Bäckerei Hosselmann – ehemals im Rewe Dörholt – eine Container-Filiale auf dem Spadaka-Parkplatz eingerichtet hat und dass regelmäßig Verkaufswagen (ein Metzger sowie ein Eier- und Kartoffelproduzent) an der Hammer Straße Halt machen. Der Getränkemarkt ist interimsweise von einem anderen Betreiber übernommen worden.

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