- VonFrank Lahmeschließen
Der Szenetreffpunkt im Nordringpark in Hamm bleibt. Dort werden regelmäßig Drogen konsumiert. Jedoch mit genügend Abstand zum Spielplatz, sagt die Stadt.
Hamm – Es ist eine Diskussion, die offenbar niemand führen will: Der Szenetreff im Nordringpark steht nicht zur Debatte und wird bleiben, wo er ist. Für ein Versetzen sieht die Verwaltung keinen Anlass – so die sinngemäße Antwort aus dem Rathaus auf eine entsprechende Anfrage von wa.de.
Ersten Spielgeräte nur 80 Meter vom Hammer Drogen-Treffpunkt entfernt
Dass man das durchaus anders hätte sehen können, kam im April 2024 auf, als das neue Cannabis-Gesetz in Kraft getreten war. Die Teillegalisierung des Rauschmittels wurde mit Auflagen verbunden. So dürfen seitdem Erwachsene dann in der Öffentlichkeit kiffen, wenn zu Schulen und Spielplätzen mindestens 100 Meter Abstand gewahrt werden.
Das war am Hammer Szenetreff zumindest mit Blick auf die neue und üppige Spielplatzanlage im Park fraglich. Misst man per Google-Maps nach, so sind die ersten Spielgeräte lediglich 80 Meter vom Treffpunkt entfernt. Auch die Stadt hatte dies im Frühjahr 2024 – nachdem sie zunächst die Abstandsgrenzen als eingehalten angesehen hatte – als eine Sichtweise eingeräumt.
Am Szenetreff im Nordringpark werden härtere Drogen konsumiert
Verwiesen wurde damals dann auf den natürlichen Sichtschutz durch die vorhandene Vegetation. Deshalb sah man keinen dringenden Handlungsbedarf. Im Herbst, wenn die Blätter fallen, wollte man in eine Neubewertung einsteigen und sich das Ganze genauer anschauen.
Hiernach hatte wa.de gefragt. Die Antwort aus dem Rathaus liegt nun vor. Am Szenetreff hatte es demnach „keine Cannabis-bedingten Vorkommnisse“ gegeben, und die gesetzlich festgelegten Abstände würden „weiterhin eingehalten“, so Stadtsprecher Cedric Sporkert. Zudem werde der Treffpunkt regelmäßig vom Kommunalen Ordnungsdienst und der Polizei kontrolliert.
In der Tat wird in der Regel am Szenetreff kein Cannabis, sondern es werden härtere Drogen konsumiert. Die Frage, ob es im Sinne des Gesetzgebers ist, die Abstandsgrenzen für Cannabis-Konsum nicht auch auf Heroin oder Crack anzuwenden, stellt sich in Hamm offenbar nicht.