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Peter Sieben
Nina Wette
Hannah Decke
Bei der Kommunalwahl in NRW ging es in Gelsenkirchen noch einmal in die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters. SPD-Kandidatin Henze sichert sich das OB-Amt.
19.12 Uhr: Die Stichwahl in Gelsenkirchen endet mit einem klaren Ergebnis: SPD-Kandidatin Andrea Henze holt zwei Drittel der Stimmen und ist damit die neue Oberbürgermeisterin. „Dieser Wahlsieg ist nicht nur ein Erfolg für unsere Stadt, sondern auch ein Zeichen für die Demokratie“, äußert sie sich nach ihrem Sieg.
Unter Applaus und Jubel betritt Andrea Henze den Saal. „So sehen Sieger aus“, skandieren die versammelten SPD-Mitglieder. Auch Vertreter der Grünen sind anwesend. Sie sei „erleichtert“ über das Ergebnis, so Henze, die glücklich lächelte, aber auch erschöpft wirkte.
Auf Nachfrage, welche Lehren man ob des starken Abschneidens der AfD ziehen müsse, gibt sich Henze eher bedeckt. Man müsse den Menschen noch mehr zuhören, noch mehr ins direkte Gespräch gehen.
Welche Koalition sich im Rat bilden wird, ist aktuell noch unklar. Für Schwarz-Rot wird es nicht reichen. „Wir haben erst einmal den heutigen Abend abgewartet, jetzt werden wir in die Gespräche gehen.“
18.30 Uhr: Aktuell zeichnet sich in Gelsenkirchen ab, dass SPD-Kandidatin Andrea Henze vor dem AfD-Konkurrenten Norbert Emmerich liegt. Bei der AfD wertet man diese Kommunalwahlen allerdings so oder so als Erfolg für die Partei. Im Rat konnte die AfD deutlich zulegen, viele bei der SPD hätten erkannt, dass „diese Queerthemen der Generation Klingbeil“ nicht zum Erfolg führe, sagte Enxhi Seli-Zacharias, stellvertretende NRW-Fraktionschefin der AfD. Es sei ein Problem, dass „an jeder zweiten Ecke arabische Schriftzeichen zu sehen sei“, so die AfD-Politikerin. Man komme sich vor „wie in Kabul“. Ihre Partei werde nun mit „sehr viel Öffentlichkeitsarbeit“ klarmachen, dass es „Lösungen dagegen“ gebe.
18.22 Uhr: Fast die Hälfte der Stimmen zur Oberbürgermeister-Stichwahl sind ausgezählt. Nach 106 von 209 ausgezählten Wahlbezirken liegt die SPD-Kandidatin mit 62,53 Prozent der Stimmen vorn.
17.44 Uhr: Bei der SPD gibt man sich in Gelsenkirchen sehr zuversichtlich. „Wir rechnen damit, dass es innerhalb kurzer Zeit ein recht klares Ergebnis zu unseren Gunsten geben wird“, so Lukas Günther, Sprecher der NRW-SPD, im Gespräch mit Ippen.Media.
Bei der AfD ist bereits Partei-Landeschef Martin Vincentz vor Ort. Auch der bundesweit bekannte Essener Aktivist und AfD-Sympathisant Serge Menga ist in Gelsenkirchen eingetroffen, um die AfD zu unterstützen. Menga war zuletzt auch bei der umstrittenen AfD-Veranstaltung „Prove Me Wrong“ am Düsseldorfer Landtag in Gedenken an den erschossenen Maga-Aktivisten Charlie Kirk aufgetreten.
Update vom 28. September, 17 Uhr: In einer Stunde schließen die Gelsenkirchener Wahllokale. An der Stichwahl zwischen der SPD-Kandidatin Henze und AfD-Mann Emmerich haben sich bis 14.30 Uhr 38,34 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt. Laut dpa sei das ein deutlicher höherer Wert als bei der Wahl vor fünf Jahren.
[Erstmeldung] Gelsenkirchen - Erstmals buhlen bei einer Kommunalwahl in NRW Kandidaten von der AfD in einer Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt. Darunter ist auch Gelsenkirchen, wo am Sonntag, 28. September, das Duell zwischen SPD-Kandidatin Andrea Henze und Norbert Emmerich, Kandidat der AfD, steigt. Henze hatte im ersten Wahlgang am 14. September 37,04 Prozent der Stimmen geholt, Emmerich kam auf 29,75 Prozent.
Am Wahlsonntag waren viele Augen gebannt auf Gelsenkirchen gerichtet. Die AfD erzielte im Jahr 2020 in der als „Herzkammer der Sozialdemokratie“ bekannten Region mit ihren SPD-Hochburgen noch einstellige Ergebnisse. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 wählte dann schon jeder Vierte die Partei. „Gelsenkirchen darf nicht blau werden“, lautete daher die Kampfansage der SPD vor der Kommunalwahl.
Stichwahl um OB-Amt in Gelsenkirchen: SPD-Kandidatin zeigt sich gegen AfD-Mann siegessicher
Blau wurde die Stadt auf der Live-Karte zu den Ergebnissen der NRW-Wahl am 14. September in der Tat nicht. SPD-Kandidatin Andrea Henze holte die meisten Stimmen am Abend, verfehlte allerdings die absolute Mehrheit. „Ich gehe davon aus, dass ich die Stichwahl hoffentlich gewinnen werde. In den nächsten zwei Wochen werde ich intensiv mit den Menschen in der Stadt ins Gespräch kommen. Und all die Ideen und Wünsche der Bürger, die ich in den letzten Monaten erfahren habe, werde ich in den Wahlkampf mitnehmen“, sagte die OB-Kandidatin im Gespräch mit Ippen.Media.
Bei der Gelsenkirchener SPD herrschte am Wahlabend nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse eine Schockstarre. Die NRW-Wahl galt als Stimmungstest für die schwarz-rote Koalition von Friedrich Merz. Und Gelsenkirchen stand stellvertretend für ein neues Phänomen: Die AfD ist längst kein Ostthema mehr. Die AfD hat in NRW insgesamt deutlich zugelegt, drei OB-Kandidaten kommen in die Stichwahl. Die anderen Parteien müssen deutliche Verluste hinnehmen – vor allem die Grünen und die SPD.
Der Westen der Republik war lange SPD-Hochburg, das gilt für die meisten Städte im Ruhrgebiet. Aber in fast allen Kommunen der Region konnte die AfD deutlich punkten. Am 28. September kommt es auch in Duisburg und in Hagen zur Stichwahl ums Oberbürgermeisteramt mit einem AfD-Kandidaten. In Duisburg wird es ein Duell zwischen dem seit 2012 amtierenden SPD-Oberbürgermeister Sören Link und AfD-Mann Carsten Groß geben. Hier scheint ein Sieg der in Teilen rechtsextremen Partei sehr unwahrscheinlich. Link verfehlte die Mehrheit im ersten Durchgang nur knapp (45,97 Prozent). Groß kam lediglich auf 19,71 Prozent der Stimmen.
In Hagen geht es für CDU-Mann Dennis Rehbein gegen den AfD-Kandidaten Michael Eiche in die Stichwahl. Das „Tor zum Sauerland“ hatte sich am Wahlabend als einziger Fleck auf der NRW-Karte zwischenzeitlich blau eingefärbt, als Eiche nach wenigen Wahllokalen vorne lag. Am Ende hatte jedoch Rehbein mit 25,1 Prozent der Stimmen den ersten Wahlgang gewonnen, Eiche lag mit 21,2 Prozent nur knapp dahinter.
Rubriklistenbild: © Bernd Thissen / dpa




