- VonTorsten Haarmannschließen
Der Maxipark soll zur IGA 2027 wachsen. Nun bekommen die Planer Gegenwind. Einige Anwohner wollen keine Erweiterung um einen Parkplatz. Nach einem ersten Treffen zur Gründung einer Bürgerinitiative verspüren sie Aufwind.
Werries – Nach der Absage, die Erlöserkirche als Versammlungsraum nutzen zu dürfen, haben die Kritiker der Maxiparkerweiterung ihr erstes öffentliches Treffen wie angekündigt kurzerhand auf die Straße verlegt. Rund 60 Bewohner aus Werries und dem weiteren Umfeld des Parks waren am Donnerstagabend der Einladung an die Braamer Straße gefolgt.
Eine ursprünglich fünfköpfige Gruppe aus dem Wohnumfeld am Alten Grenzweg hatte dazu im Vorfeld rund 1. 000 Zettel an die Haushalte im Herzen des Stadtbezirks verteilt. Mangels Unterzeichnung und Namen, wer sich hinter der Aktion verbirgt, sorgten die Flyer zunächst für ein Rätsel um die Urheber. Das ist nun gelöst. Die Akteure zeigten Gesicht. Nach einem diskussionsreichen Auftakt unter Gleichgesinnten plant nun ein auf rund zehn Mitstreiter gewachsener aktiver Kern weitere Schritte auf dem Weg zu einer Bürgerinitiative.
„Stürmische Zeiten kommen auf uns zu“, sagte Maria Wienstroth als Ansprechpartnerin der Initiative. Gemeint waren die Windböen, die an den per Klemmbrett gesicherten Unterschriftenlisten heftig rissen, doch die Worte könnten durchaus im übertragenen Sinne zu verstehen sein. Entschlossen zeigten sich viele Teilnehmer.
Maxipark in Hamm: Ziele der Initiative
Ihre Ziele: Die Verhinderung der Bebauung des Feldes Braamer Straße/Lange Reihe mit Parkplätzen oder einem Parkhaus. Einen solchen neuen Parkplatz plant die Stadt im Zuge ihres Beitrags zur Internationalen Gartenausstellung im Jahr 2027. Dazu ist auch eine östliche Erweiterung des Parks um ein Gartenkompetenzzentrum vorgesehen. Dagegen richtet sich allerdings nicht primär die Kritik der Anwohner.
Sie wollen nicht, dass der Besucherverkehr des Maxiparks und der Sportarena künftig vor allem auch über den Alten Uentroper Weg und die Braamer Straße und damit durch Wohngebiete und über Wege fließt, an denen der Parkdruck bereits jetzt hoch ist. Die Versiegelung der bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche, auf der der neue Parkplatz entstehen soll, stellt ihrer Meinung nach eine Bedrohung für den Naturschutz dar (Stichwort Klimawandel), wie auch für die Sicherheit und das Wohlbefinden. So steht es – sinngemäß – auf der Unterschriftenliste.
Maxipark in Hamm: Druck
Zwei dieser Listen mit insgesamt 42 Namen hat die Initiative bereits am Abend füllen können. Zwei noch leere Listen nahmen Teilnehmer spontan in ihr Wohnumfeld mit. So sollen nach Vorstellung der Initiative noch viele Unterschriften dazukommen.
Bis Ende November solle gesammelt werden, sagte Christiane aus dem Moore. Danach würden die Listen Oberbürgermeister Marc Herter übergeben. Davon erhofft sich die Initiative, mit mehr Gewicht auf die weitere Planung einwirken zu können.
Maxipark in Hamm: Kritik
Dass ihre Möglichkeiten begrenzt sind und ihre Einzelkritiken nicht entsprechend in den Plänen Widerhall gefunden haben und nicht öffentlich diskutiert werden konnten, diesen Eindruck schilderten mehrere Teilnehmer des Treffens mit Verweis auf die Öffentlichkeitsbeteiligung Mitte August im Festsaal des Maximilianparks. Die Stadt hatte unter dem Titel „Neues für Werries: Grüne Umweltachse, Maxipark-Erweiterung, IGA 2027“ mehrere anstehende Schritte für den vor Jahren als Neue Mitte Uentrop bezeichneten Prozess zusammengefasst.
Was sich da schon zeigte: Die Bürger vermissten ein fertiges Verkehrskonzept für den neuen Parkplatz, der perspektivisch die bestehenden Flächen an der Ostwennemarstraße ersetzen soll. So sorgen Spekulationen über die Anbindung an die Braamer Straße und eine Verkehrsführung für Verunsicherung in der Nachbarschaft.
Maxipark in Hamm: Klimaneutralität
Das wusste auch ein junger Teilnehmer des Treffens zu schildern: „Auf der Braamer Straße gibt es so viele Autos, die irgendwo rumstehen, und so viel Verkehr. Und wenn jetzt noch mehr Autos kommen, gibt es ein komplettes Chaos.“ Man komme ja schon jetzt nicht richtig aus der Garage raus, stellte der Junge fest, auch wenn er noch Jahre vom Führerschein entfernt ist. Dafür bekam er den Zuspruch mehrerer Anwohner, die ähnliches berichteten.
Ein Teilnehmer erinnerte an den Ratsbeschluss zur Klimaneutralität. Stattdessen hole man sich noch Verkehr von außen in die Stadt, sagte er. „CO2- Belastung, Flächenversiegelung, Hochwasserprobleme – alles wird geopfert für das Thema ,Wir müssen Hamm touristisch aufwerten’. Ich halte das für bedenklich.“
Maxipark in Hamm: Wie es für die Initiative weitergeht
„Ich bin ganz zufrieden“, sagte Wienstroth am Ende des rund einstündigen Treffens. Die gut zehn Mitstreiter, die die Initiative nun weiterentwickeln wollen, planen, sich in „den nächsten Tagen“ zusammensetzen. „Wir besprechen, wie es weitergeht, schauen, welche Ideen die anderen noch haben.“ Eine kam aus der Menge: bei Aktionen im Maxicenter Unterschriften zu sammeln.
Ein Nachbar vom Quittenweg machte deutlich, dass die Kritik über die Ziele der Initiative hinaus geht. Er lehne es wie seine Nachbarn ab, dass die bestehenden großen Parkplätze an Ostwennemar- und Maximilianstraße mit bis zu sechsstöckigen Häusern zugebaut werden. Das passe nicht zur vorhandenen eingeschossigen Bauweise, wie auch nicht zu einer dem Namen nach „Grünen“ Umweltachse.
Maxipark in Hamm: Name für die BI
Dieser Teil der Planungen in der Neuen Mitte steht erst in einigen Jahren an, könne aber in die weiteren Überlegungen der Initiative durchaus einfließen, hieß es. Zu einem der nächsten Schritte gehöre auf jeden Fall, der Bürgerinitiative einen Namen zu geben.