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Die Asiatische Hornisse lebt jetzt auch in NRW. Für das Ökosystem könnte das Folgen haben. Wie erkennt man das Tier? Und wie sollte man handeln?
Hamm - Eigentlich stammt die Asiatische Hornisse aus Südostasien. Doch schon seit einigen Jahren ist das Tier noch an ganz anderen Orten auf der Welt zu entdecken. Die Hornisse breitet sich laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) immer weiter in Europa aus, wie auch 24RHEIN berichtet. In Deutschland wurden vor allem in NRW Funde gemeldet, insbesondere an der niederrheinischen Bucht. Tatsächlich ist sie recht eindeutig von der einheimischen Europäischen Hornisse zu unterscheiden. Wenn Sie sie entdecken, sollten Sie etwas Bestimmtes tun.
„Bitte keine Tiere töten“: Die Asiatische Hornisse breitet sich in NRW aus
Was genau, weiß Christian Monier. Er ist Beauftragter für die Asiatische Hornisse im Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker e. V.. Seit zwei Jahren beschäftigt sich der Imker intensiv mit dem Tier, dessen wissenschaftlicher Name Vespa velutina nigrithorax lautet – und er verweist darauf, dass die oft genutzte Bezeichnung Asiatische Hornisse genaugenommen nicht eindeutig sei und der Name Gelbfüßige Hornisse für die gemeinte Art passender sei.
Dadurch kommt der Experte auch direkt auf das auffälligste Erkennungsmerkmal der Hornisse zu sprechen. „Die Gelbfüßige Hornisse ist sehr gut an Ihren gelben Füßen zu erkennen, bei der Einheimischen Art sind diese rotbraun“, erläutert der Fachmann auf Nachfrage von wa.de. Aber es gibt noch ein weiteres Unterscheidungsmerkmal, das ebenfalls mit der Farbe zu tun hat. Während die Europäische Hornisse Brust und hintere Kopfpartie rotbraun sind, sind diese Körperteile bei der Asiatischen Hornisse schwarz. „Mit diesen beiden Merkmalen lässt sich die Gelbfüßige Hornisse sicher von anderen Hornissenarten unterscheiden“, erzählt Christian Monier.
Sollte man die Asiatische Hornisse bzw. Gelbfüßige Hornisse tatsächlich erblicken, sollte man ein Foto von dem Tier machen und die Beobachtung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des jeweiligen Kreises bzw. dem Umweltamt melden. Auch an einige Imkervereine kann man sich wenden. Vor allem liegt Christian Monier aber eine Sache auf dem Herzen: „Bitte keine Tiere töten, da dann häufig einheimische Tiere getötet werden, die für unsere Ökosysteme sehr wichtig sind.“
Wenn Sie eine Asiatische Hornisse entdecken, sollte der Fund gemeldet werden
Während die einheimischen Hornissen tatsächlich von wichtiger Bedeutung für das Ökosystem sind, könnte die hiesige Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu Problemen führen. So hat beispielsweise der rheinisch-bergische Kreis bereits im März 2024 die Bürger dazu aufgerufen, Sichtungen zu melden, da das Tier eine potenzielle Gefahr für die heimische Tier- und Pflanzenwelt darstellen kann. Und auch in Dortmund wurde jetzt erstmals ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt.
Warum genau die Asiatische Hornisse für das Ökosystem in Deutschland problematisch ist, ist dabei gar nicht so leicht zu beantworten. „Wir wissen es schlicht und ergreifend noch gar nicht“, erklärt Christian Monier. „Es liegen dazu kaum wissenschaftliche Erkenntnisse vor.“ Eine Vermutung ist es, dass es durch die Ausbreitung der Gelbfüßigen Hornisse zu einem Biodiversitätsverlust kommen kann.
So gebe es eine Studie aus Korea, die Hinweise darauf liefert. Auch dort sei die Asiatische Hornisse eingeschleppt worden und hat seitdem zwei andere Wespenarten um zehn bzw. zwanzig Prozent zurückgedrängt. „Weiterhin gibt es schon Untersuchungen, dass die Anzahl der bestäubenden Insekten abnimmt, wenn Vespa velutina an den Blüten jagt“, führt der Experte weiter aus. „Eine reduzierte Bestäubung hätte natürlich gravierende Folgen für unsere Ökosysteme und bedeutet darüber hinaus auch Ertragseinbußen in der Landwirtschaft.“
Nicht verwechseln: Es gibt noch eine gefährlichere Riesenhornisse
Übrigens: Die Asiatische Hornisse, die sich in Deutschland ausbreitet, hat nichts mit der wesentlich gefährlicheren Riesenhornisse Vespa mandariana, die in Amerika auftritt, zu tun. „Sie unterscheidet sich mit bis zu fünf Zentimetern Länge deutlich in der Größe“, erklärt Monier. „Auch die Färbung ist deutlich anders.“ Allerdings sei es durchaus denkbar, dass auch diese Hornisse irgendwann in Europa gesichtet wird. „Eine Einschleppung durch den Menschen ist natürlich möglich und bei dem hohen Warentransfer aus aller Welt bieten sich reichlich Möglichkeiten dafür.“
Nicht nur die Asiatische Hornisse breitet sich aus. Auch die Nosferatu-Spinne „ist nahezu überall“. Und auch Ameisen machen sich gerne mal im Haus breit. Es gibt Mittel, die dabei helfen, sie zu vertreiben.
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