VonMaximilian Gangschließen
Nach den Niederlanden, Frankreich und Belgien macht sich die Asiatische Hornisse auch in NRW breit. Nun wurde zum ersten Mal ein Nest in Dortmund gefunden.
Dortmund – Tag für Tag bahnt sich die Asiatische Hornisse ihren Weg durch NRW. Nach dem ersten Einzelfund 2020 im Kreis Heinsberg, kommen derzeit fast täglich gleich mehrere neue Sichtungen hinzu. Experten gehen davon aus, dass die Ausbreitung des Insekts mittlerweile nicht mehr zu stoppen ist. Viele Imker sind deshalb in Sorgen, denn: Die Asiatische Hornisse ernährt sich unter anderem von Bienen. Nun wurde das Tier auch in Dortmund gesichtet – die Stadtverwaltung hat eine wichtige Bitte an die Anwohner.
Erstmalig ein Nest der Asiatischen Hornisse in Dortmund gefunden
Kürzlich ist erstmalig ein Nest der Asiatischen Hornisse in Dortmund gesichtet worden, heißt es in einer Mitteilung. Damit steht die Ruhrgebietsstadt bei weitem nicht alleine da. Mehr als 200 Sichtungen wurden dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in NRW im Jahr 2023 gemeldet. Erst vor wenigen Wochen tauchte der schwarze Jäger, wie die Hornissenart aufgrund ihrer Färbung auch genannt wird, in Herne auf. Auch in Wuppertal ist die Asiatische Hornisse bereits im vergangenen Jahr gesichtet worden. 2024 gab es unter anderem bereits Funde in Hagen, Essen und Mülheim an der Ruhr.
Fiona Fleßer, Mitglied einer Taskforce zur Asiatischen Hornisse, geht davon aus, dass das invasive – also eingewanderte – Insekt sich bereits deutlich stärker ausgebreitet hat, als bisher angenommen. Im Gespräch mit 24RHEIN erklärte sie kürzlich, dass 2023 wahrscheinlich nur „ein Bruchteil der Nester“ der Asiatischen Hornisse gefunden wurde. Bislang erstrecken sich die Sichtungen vor allem über den Westen und Südwesten Deutschlands, vereinzelt reichen sie aber bereits bis nach Hamburg oder Berlin. Die Expertin geht davon aus, dass sich die asiatische Hornisse in einigen Jahren in ganz Europa etabliert haben wird.
Stadt Dortmund bittet: Jede Sichtung sollte gemeldet werden
Nach dem Fund in Dortmund konnte das Nest erfolgreich entfernt werden. Das ist immens wichtig, wie Sonja Terme, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, in der Mitteilung erklärt: „Sobald es zu einem Nest-Fund kommt, ist schnelles Handeln geboten. Denn diese Art von Hornisse kann sich rasant schnell ausbreiten.“ Fleßer und ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Taskforce schätzen, dass sich das Tier 2024 um rund 60 bis 80 Kilometer weiterverbreiten wird. Damit das Problem nicht außer Kontrolle gerät, sind die Verantwortlichen dringend auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen.
„Wir bitten alle Bürger*innen daher, Sichtungen von Asiatischen Hornissen oder deren Nester unbedingt zu melden“, so Terme. Denn um die Verbreitung zu stoppen, müssen die Nester mitsamt Königin des Volkes entfernt werden. Für Meldungen hat das Umweltamt der Stadt Dortmund eigens eine neue E-Mail eingerichtet: pflanzenundtiere@dortmund.de. Dabei sollten nach Möglichkeit Fotos und genaue Angaben zum Ort und zum Zeitpunkt der Sichtung mitgeschickt werden. Wenn kein Nest, sondern ein Einzeltier gesichtet wird, kann auch die Angabe der Flugrichtung wichtig sein, um das Nest schneller aufzufinden.
Asiatische Hornissen reagieren aggressiv auf Angriffe auf ihr Nest
Wichtig ist, dass nur geschulte Kräfte das Nest entfernen sollten. Zum einen reagieren die Hornissen aggressiv auf Angriffe gegen ihr Nest. Zum anderen ist die Verwechslungsgefahr mit anderen Arten gerade im Anfangsstadium groß. „Die Asiatische Hornisse baut verschiedene Nest-Stadien aus, in Berührung kommt der Mensch meist aber nur mit kleinen Anfangsnestern, die in der Regel in geringen Höhen zum Beispiel unter Dachüberständen angelegt werden“, schreibt die Stadt. Das letzte Neststadium hängt in der Regel in großer Höhe in Bäumen, mit einer Birnenform und einem seitlichen Einflugsloch.
Mit etwas Übung ist die Asiatische Hornisse gut von heimischen Wespen- und Hornissenarten zu unterscheiden. Die Insekten sind etwas kleiner als die heimische Hornisse. Ihre Färbung ist überwiegend dunkel bis schwarz, der Hinterleib ist von wenigen gelben Stellen gekennzeichnet. Im Gegensatz dazu hat die heimische Hornisse einen schwarz-gelb gemusterten Hinterleib. Ansonsten ist ihr Körper rostrot gefärbt, inklusive der Beine. „Die Asiatische Hornisse ist übrigens nicht zu verwechseln mit der Asiatischen Riesenhornisse“, so die Stadt Dortmund. Das Rieseninsekt ist bislang noch nicht in Europa aufgetaucht. (mg)
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