Invasive Art

Asiatische Hornisse breitet sich in NRW aus – was man jetzt wissen muss

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Die Asiatische Hornisse breitet sich weiter in NRW aus. Der Rheinisch-Bergische Kreis appelliert nun an seine Bürger, jede Sichtung der Tiere zu melden.

Köln – Der Frühling bringt wieder höhere Temperaturen nach NRW. Dabei erreichte das Thermometer Mitte März sogar schon fast die 20 Grad Marke in Köln. Mit steigenden Temperaturen werden auch einige Tierarten wieder aktiver. Dazu gehört auch die Asiatische Hornisse, die sich seit längerem in NRW ausbreitet. Für die heimische Natur sind die Tiere allerdings alles andere als hilfreich – vielmehr: Sie sind eine Bedrohung für hier beheimatete Tierarten, wie die Honigbiene. Deswegen wird die Asiatische Hornisse von der EU als invasive Art angesehen.

Das bedeutet: Die Asiatische Hornisse in Deutschland und damit auch in NRW soll bekämpft werden. Ein Landkreis in NRW schlägt deshalb bereits jetzt Alarm und versucht seine Bürger auf die Tiere und die von ihnen ausgehende Bedrohung aufmerksam zu machen.

Rheinisch-Bergischer Kreis warnt vor der Asiatischen Hornisse: Bürger sollen Tiere unbedingt melden

Die Asiatische Hornisse soll im Falle einer Sichtung unbedingt gemeldet werden (Symbolfoto).

Allein bis Ende Oktober 2023 gab es laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in NRW mehr als 200 Sichtungen der Asiatischen Hornisse. Und diese Sichtungen nehmen weiter zu, wie eine Fundkarte des Lanuv zeigt. Im Rheinisch-Bergischen Kreis wurde die Asiatische Hornisse bereits unter anderem in Bergisch Gladbach gesichtet. Das ruft nun die Kreisverwaltung auf den Plan.

Denn dort könnten die Tiere mit steigenden Temperaturen jetzt auch wieder vermehrt unterwegs sein. „Die aus der Winterstarre erwachten Hornissenköniginnen suchen derzeit verstärkt Nahrung an Kamelien und anderen Frühblühern sowie frisch austreibenden Bäumen“, erklärt die Verwaltung des Rheinisch-Bergischen Kreises dazu.

Sichtung von Asiatischer Hornisse soll per Mail gemeldet werden

Damit sich die invasive Art nicht weiter ausbreiten kann, sollen sich Bürger im Falle einer Sichtung einer Asiatischen Hornisse unbedingt per E-Mail an das Veterinäramt des Kreises (artenschutz@rbk-online.de) wenden. In der Mail sollten dann laut Kreis nach Möglichkeit folgende Dinge beigefügt werden:

  • Foto oder Video
  • Angaben zum Standort und zur Flugrichtung der Tiere

Damit die Asiatische Hornisse und ihre Nester noch besser und einfacher identifiziert werden können, hat das Veterinäramt der Kreisverwaltung außerdem einen Flyer zum Insekt erstellt. Darin finden Bürger alle relevanten Informationen und Erkennungsmerkmale der Asiatischen Hornisse.

Asiatische Hornisse

Die Asiatische Hornisse ist eine aus Südostasien stammende, kleinere Verwandte der Europäischen Hornisse. Im Jahr 2004 wurde die Hornissenart in Südwest-Frankreich erstmals freigesetzt. Anhand bestimmter Merkmale ist die Hornisse gut zu erkennen, typisch ist unter anderem ihre schwarze Grundfärbung am Körper und ihre feine, aufrechte, schwarze und braune Behaarung. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich von China über den Himalaya bis nach Taiwan und den Osten Indiens. Aufgrund der Färbung könnte sie unter Umständen auch mit der sogenannten „Schwarzen Hornisse“, die sich in NRW breit macht, verwechselt werden – diese ist allerdings eigentlich eine Biene und ungefährlich.

► Länge: 2 cm (Weiblich, Erwachsener, Arbeiter)

►Wissenschaftlicher Name: Vespa velutina

►Höhere Klassifizierung: Hornissen

Appell an die Bürger: „Melden Sie jede Sichtung von Tieren und Nestern der Asiatischen Hornisse“

Der Leiter des Kreis-Veterinäramts, Dr. Thomas Mönig, wandte sich mit einem Appell an die Menschen. „Bitte melden Sie jede Sichtung von Tieren und Nestern der Asiatischen Hornisse. Gerade jetzt im zeitigen Frühjahr helfen Meldungen besonders, wirksame und effiziente Maßnahmen zur Bekämpfung der invasiven Art durchzuführen“, erklärte Dr. Mönig. Wer eine Asiatische Hornisse entdeckt, sollte diese aber nicht selbst bekämpfen, sondern lediglich melden.

Derzeit könnten die Tiere auch nur schwer verwechselt werden, da die Europäische Hornisse erst im April beziehungsweise Mai aus ihrer Winterstarre erwache, erklärte Mönig. Die Asiatische Hornisse unterscheidet sich unter anderem in ihrer auffallend schwarzen Farbe von der Europäischen Hornisse.

Asiatische Hornisse keine unmittelbare Gefahr für Menschen

Die Asiatische Hornisse gilt Menschen gegenüber als friedlich und stellt für sie keine unmittelbare Gefahr dar. „Nur im unmittelbaren Nestbereich verteidigt sie sich und die Brut mit Stichen, insbesondere bei Erschütterungen des Nests“, erklärt das Lanuv. „Die Stiche sind für Nicht-Allergiker ungefährlich und vergleichbar mit Wespen- oder Bienenstichen“.

NABU-Expertin: Auswirkungen der Asiatischen Hornisse auf das Ökosystem noch nicht absehbar

Auch die NABU-Expertin Melanie von Orlow mahnt bei der Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zur Vorsicht. „Zwar bringt Vespa velutina aller Voraussicht nach keine essenzielle Bedrohung für die europäische Imkerei, die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch noch nicht abzusehen“, erklärte von Orlow gegenüber dem WDR.

Derzeit breitet sich die Asiatische Hornisse auch in anderen Teilen Deutschlands aus. So setzte Rheinland-Pfalz bereits im Januar sieben Bekämpfer gegen die Asiatischen Hornisse ein. Darüber hinaus könnte sich die Hornisse auch bald in Sachsen-Anhalt und somit im Osten Deutschlands ausbreiten. (jr mit dpa)

Rubriklistenbild: © Abacapress/Imago

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