VonJonah Reuleschließen
Die Asiatische Hornisse erobert NRW. Im September gab es nun auch gleich mehrere Sichtungen in Wuppertal. Doch woran erkennt man die Asiatische Hornisse?
Wuppertal – Seit Monaten breitet sich die Asiatische Hornisse in Deutschland und NRW aus. Allein bis zum Beginn der letzten Septemberwoche wurde die Asiatische Hornisse in NRW fast 100 Mal gesehen, wie 24RHEIN berichtet. Das Verbreitungsgebiet der Tiere erstreckt sich dabei über weite Teile NRWs. Nun wurde die Asiatische Hornisse auch in Wuppertal gesichtet. Die invasive Art ist eine Bedrohung für heimische Bienenarten. Wer die Tiere sieht, soll sich bei den Behören melden, hieß es zuletzt vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv). Doch wie erkennt man die Hornissenart und was unterscheidet die Asiatische Hornisse von der Europäischen Hornisse?
Asiatische Hornisse auch in Wuppertal gesichtet
Wie aus der Fundkarte des Naturschutzbunds NABU hervorgeht, wurde die Asiatische Hornisse zwischen Mitte und Ende September in Unterbarmen und in Lichtenplatz gesehen. Die Funde wurden beim NABU auch mit Fotos dokumentiert. Die Hornisse ist damit jetzt offiziell auch in Wuppertal angekommen.
Asiatische Hornisse (Vespa velutina)
▶ Größe: Königin bis 3 Zentimeter Körperlänge, Arbeiterin bis 2,4 Zentimeter. Zum Vergleich: Eine heimische Honigbiene hat eine Körperlänge zwischen einem und 1,8 Zentimeter
▶ Vorkommen: Heimisch in Südostasien. 2004 erstmals in Europa in der Nähe von Bordeaux festgestellt. Nun auch in Deutschland und NRW
▶ Nistplatz: Hauptsächlich im Freien, in Baumkronen, oft in über zehn Metern Höhe
▶ Stich: Ähnlich wie bei der Europäischen Hornisse. Das Gift hat keine höhere Toxizität als das der Honigbiene
Asiatische Hornisse bedroht heimische Bienenarten – Sichtungen sollen unbedingt gemeldet werden
Die Asiatische Hornisse wirkt sich negativ auf das Ökosystem in Deutschland aus. Daher werden die Tiere, die eigentlich in Asien beheimatet sind, beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (kurz Lanuv) als invasive Art geführt. Vor allem Bienen sind durch die Asiatische Hornisse bedroht. „Im besiedelten Raum, etwa an Stadträndern, werden zu 66 bis 80 Prozent Honigbienen erbeutet“, so das Lanuv. Um heimische Arten zu schützen und die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse besser überwachen zu können, sollen laut Lanuv alle Sichtungen der Tiere umgehend an die Behörden gemeldet werden.
Wie erkenne ich eine Asiatische Hornisse?
Zwischen der Asiatischen Hornisse und heimischen Hornissenarten gibt es durchaus einige Unterschiede. So wird die Asiatische Hornisse aufgrund ihrer auffällig schwarzen Färbung auch als „schwarzer Jäger“ bezeichnet, wie 24RHEIN berichtet. Auch durch weitere Merkmale lässt sich die Asiatische Hornisse gut erkennen:
- Während bei der Europäischen Hornisse der Kopf rötlich bis schwarz gefärbt ist, hat die Asiatische Hornisse einen schwarzen Kopf mit orangefarbener Stirn.
- Der sogenannte Thorax, also der Bereich zwischen Kopf und Hinterleib, ist bei der Europäischen Hornisse rotbraun mit einer schwarzen, v-förmigen Zeichnung. Der Thorax der Asiatischen Hornisse ist komplett schwarz.
- Der Hinterleib der Asiatischen Hornisse ist dunkler als bei der heimischen Art. Die vorderen Segmente sind schwarz und nur die Spitze ist orangegelb gefärbt. Bei der Europäischen Art sind die vorderen Segmente rotbraun und schwarz, und zur Spitze hin weist sie die wespentypische schwarze Zeichnung auf gelbem Grund auf.
Vergleicht man die Asiatische Hornisse mit der Europäischen Hornisse, gibt es auch im Verhalten und der Lebensweise der Tiere Unterschiede:
| Europäische Hornisse | Asiatische Hornisse |
|---|---|
| Arbeiterinnen ernähren sich von Süßem wie Baumsäfte, Nektar, Fallobst. Die Larven fressen Eiweißreiches, auch Insekten | Arbeiterinnen brauchen süße Nahrung wie Nektar, Fallobst. Die Larven fressen auch Bienen. |
| Nisten in wettergeschützte Hohlräumen wie Nistkästen, Dachböden oder Rollladenkästen | Nisten im Freien, oft in Baumkronen in über 10 Metern Höhe |
| Ein Hornissenvolk zählt etwa 400 bis 700 Individuen. | Die Population ist deutlich größer: 1000 bis 2000 Hornissen leben in einem Volk |
(jr)
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