Neue Tierart in NRW

Tipps, wie Sie die Asiatische Hornisse erkennen – und richtig reagieren

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Die Asiatische Hornisse breitet sich in NRW weiter aus und ist eine Gefahr für Bienen. Wie die Tiere sich von heimischen Arten unterscheiden, was Sie wissen müssen.

Köln – Die Asiatische Hornisse breitet sich zunehmend in NRW aus. Einen ersten Fund gab es im Jahr 2020 im Kreis Heinsberg. Vermutlich wurde die Asiatische Hornisse mit asiatischen Importwaren eingeschleppt. Gesichtet wurden die Hornissen mittlerweile auch in den Städten Köln, DüsseldorfDuisburg und im Kreis Viersen. „Bevorzugte Siedlungsgebiete der Asiatischen Hornisse sind Flussauen und Stadtränder unterhalb 200 Höhenmetern“, heißt es beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv).

Die Asiatischen Hornissen sind für Menschen ohne entsprechende Allergie ungefährlich, ihr Stich aber ist durchaus schmerzhaft und vergleichbar mit einem Wespen- oder Bienenstich. Für die heimischen Bienen stellt die Asiatische Hornisse allerdings eine potenzielle Bedrohung dar, denn Hornissen jagen ihre kleineren Verwandten: „Da die heimische Honigbiene im Gegensatz zu der Asiatischen Honigbiene keine besonderen Abwehrmechanismen gegen das Eindringen in den Bienenstock entwickeln konnte, wird die Asiatische Hornisse als potenzielle Bedrohung für die Imkerei angesehen“, so der Lanuv.

Im schlimmsten Fall kann die Ankunft der asiatischen Hornisse also eine Kettenreaktion im heimischen Ökosystem auslösen. Kein Wunder, dass ein Imker in Leichlingen sofort reagierte, als er die Eindringlinge entdeckte.

Daher sollen Sichtungen der Asiatischen Hornisse in NRW den Behörden gemeldet werden. Doch woran erkennt man eine Asiatische Hornisse und wie unterscheiden sie sich von einheimischen Exemplaren?

Asiatische Hornisse (Vespa velutina)

Größe: Königin bis 3 Zentimeter Körperlänge, Arbeiterin bis 2,4 Zentimeter. Zum Vergleich: Eine heimische Honigbiene hat eine Körperlänge zwischen einem und 1,8 Zentimeter

Vorkommen: Heimisch in Südostasien. 2004 erstmals in Europa in der Nähe von Bordeaux festgestellt. Nun auch in Deutschland und NRW

Nistplatz: Hauptsächlich im Freien, in Baumkronen, oft in über zehn Metern Höhe

Stich: Ähnlich wie bei der Europäischen Hornisse. Das Gift hat keine höhere Toxizität als das der Honigbiene

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Europäische und Asiatische Hornisse haben unterschiedliche Merkmale

Grundsätzlich gilt: Die Europäische Hornisse gehört zu den bedrohten Arten, die eingewanderte Asiatische Hornisse vermehrt sich innerhalb Europas hingegen sehr gut, heiß es beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Es gibt äußerliche Merkmale, an denen man die heimische von der eingewanderten Art unterscheiden kann:

Unter anderem am sogenannten Thorax, also dem Bereicht zwischen Kopf und Hinterleib, kann man die Asiatische Hornisse als solche erkennen. (Archivbild)
  • Während bei der Europäischen Hornisse der Kopf rötlich bis schwarz gefärbt ist, hat die Asiatische Hornisse einen schwarzen Kopf mit orangefarbener Stirn. 
  • Der sogenannte Thorax, also der Bereich zwischen Kopf und Hinterleib, ist bei der Europäischen Hornisse rotbraun mit einer schwarzen, v-förmigen Zeichnung. Der Thorax der Asiatischen Hornisse ist komplett schwarz.
  • Der Hinterleib der Asiatischen Hornisse ist dunkler als bei der heimischen Art. Die vorderen Segmente sind schwarz und nur die Spitze ist orangegelb gefärbt. Bei der Europäischen Art sind die vorderen Segmente rotbraun und schwarz, und zur Spitze hin weist sie die wespentypische schwarze Zeichnung auf gelbem Grund auf.

Schnelle Hilfe bei Wespenstichen – einfache Mittel wirken

Honig –hat antibakterielle Eigenschaften, desinfiziert und lindert den Juckreiz.
Honig –hat antibakterielle Eigenschaften, desinfiziert und lindert den Juckreiz. © Oleksandr Latkun
Kühlen – kaltes Wasser, ein Kühlakku oder -pad helfen gegen die Schmerzen.
Kühlen – kaltes Wasser, ein Kühlakku oder -pad helfen gegen die Schmerzen. © Christin Klose / Picture Alliance
Krankenwagen
Notarzt – wenn Kreislaufprobleme, Atemnot und Übelkeit auftreten, lieber nicht zu lange zögern und Hilfe rufen. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild
Essig und Oel
Essig – Umschläge mit Essigwasser wirken kühlend und desinfizierend.  © Christin Klose / Picture Alliance
Die Experten der Gartenakademie Rheinland-Pfalz raten, Zwiebeln in einer Schichtung wie bei einer Lasagne zu pflanzen. Foto: Peer Grimm
Zwiebel – eine halbe Zwiebel für etwa eine halbe Stunde auf den Stich legen. Zwiebelsaft hat antibakterielle Eigenschaften, desinfiziert und lindert den Juckreiz.  © Peer Grimm / dpa
Spitzwegerich, Spitz-Wegerich
Spitzwegerich-Blätter – sie finden sich auf vielen Wiesen und Grünflächen. Blätter zusammendrücken, zerkauen oder reiben, bis etwas Saft herauskommt oder sie feucht werden und dann auf den Stich drücken. © F. Hecker / Picture Alliance
Wärmestift – der Wärmeimpuls soll verschiedene Signalwege des Körpers aktivieren und die Entzündungsreaktionen dämpfen.
Wärmestift – der Wärmeimpuls soll verschiedene Signalwege des Körpers aktivieren und die Entzündungsreaktionen dämpfen. © Anna Bremer
Eine Wespe fliegt gegen eine Fensterscheibe (Symbolbild).
Stachel raus! Falls dieser noch steckt, sollte er als Erstes entfernt werden.  © Julian Stratenschulte / picture alliance
Zwölf Prozent der 37,8 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hierzulande arbeiteten 2021 länger, als es ihr Vertrag vorsieht.
Schnell sein – Maßnahmen sollten sofort nach einem Stich angewandt werden. © Ralf Hirschberger/dpa

Weitere Merkmale der Asiatischen Hornisse

Europäische HornisseAsiatische Hornisse
Arbeiterinnen ernähren sich von Süßem wie Baumsäfte, Nektar, Fallobst. Die Larven fressen Eiweißreiches, auch InsektenArbeiterinnen brauchen süße Nahrung wie Nektar, Fallobst. Die Larven fressen auch Bienen.
Nisten in wettergeschützte Hohlräumen wie Nistkästen, Dachböden oder RollladenkästenNisten im Freien, oft in Baumkronen in über 10 Metern Höhe
Ein Hornissenvolk zählt etwa 400 bis 700 Individuen.Die Population ist deutlich größer: 1000 bis 2000 Hornissen leben in einem Volk

Die Asiatische Hornisse unterscheidet sich auch in ihrer Lebensweise, ihrem Verhalten und ihrer Ernährung von den heimischen Arten. (lc)

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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