VonMarvin K. Hoffmannschließen
Die Dortmunder Innenstadt kämpft gegen Leerstände. Ein bekanntes Teppichgeschäft schließt – eine Markthalle könnte die Lösung sein.
Dortmund – Die Innenstädte in ganz Nordrhein-Westfalen haben mit Leerständen zu kämpfen. Der Onlinehandel und die wirtschaftliche Lage der Verbraucher setzen den Geschäften in den Fußgängerzonen zu. Hier und dort wird mit einem verkaufsoffenen Sonntag dem Kundenschwund entgegengewirkt, die Trendwende können aber auch solche Aktionen nicht bringen. Ein neuer Ansatz gegen einen drohenden Leerstand in einem großen Gebäude in der City wird nun in Dortmund diskutiert.
Markthalle wie am Mittelmeer: In einer Ruhrgebiet-Stadt könnte das Wirklichkeit werden
Das bekannte Teppichgeschäft „Azad“ am zentralen Hansaplatz schließt endgültig seine Türen. „Ausverkauf statt Insolvenz“ steht auf großen Plakaten in den Schaufenstern. Für die Stadt wäre ein Leerstand des markanten Gebäudes, das, ähnlich wie ein Lost Place unmittelbar in Citynähe, unter Denkmalschutz steht, ein herber Schlag. Die Lösung des drohenden Problems könnte eine Markthalle, wie sie aus Mittelmeer-Städten bekannt sind, sein.
Diese Idee habe zumindest der Cityring laut Ruhr Nachrichten in den Raum gestellt. Sie findet offenbar Anklang. „Eine Markthalle im Azad-Gebäude ist grundsätzlich eine denkbare Option, der planungsrechtlich nichts im Wege steht“, erklärt die Stadt Dortmund auf wa.de-Nachfrage. Den Anstoß, eine Markt- oder Gastronomie-Halle für Dortmund zu realisieren, sei dabei keineswegs neu.
Bislang konnte eine derartige Markthalle – wie sie beispielsweise aus Barcelona bekannt ist – in Dortmund aber schlichtweg nicht umgesetzt werden. Nicht nur der richtige Standort fehlte, auch herrscht zu wenig Klarheit in Sachen Konzept. „Es gibt in Deutschland und Europa ganz unterschiedliche Arten von Markthallen. Das Konzept muss dabei immer gut auf den jeweiligen Standort zugeschnitten sein“, gibt die Stadt Dortmund zu bedenken. Sie signalisiert aber bereits ihre Bereitschaft, mögliche Pläne genauer zu prüfen.
Stadt Dortmund will langen Leerstand im Azad-Gebäude verhindern
„Diejenigen“, erklärt ein Stadtsprecher weiter, „die sich mit einem auf das Azad-Gebäude zugeschnittenen Markthallen-Konzept befassen, würde die Stadt natürlich unterstützen.“ Ganz konkret sei denkbar, dass die Stadt „schon früh mit ins Boot kommt – gegebenenfalls mit einer Machbarkeitsstudie“. Das Ergebnis wäre in jedem Fall offen.
Eine solche Machbarkeitsstudie müsse nämlich nach Meinung der Stadt „weitere mögliche Nutzungen“ ausloten, um die beste Lösung zu finden. „Das Amt für Stadterneuerung hat Fördermittel für Machbarkeitsstudien in der City eingeworben und könnte diese für das Projekt einsetzen. Voraussetzung ist, dass Eigentümer und/oder Vorhabenträger sich dies wünschen“, teilt die Stadt Dortmund mit.
Was Dortmund auf jeden Fall verhindern möchte: einen Leerstand in dem Azad-Gebäude. „Es ist jedoch sinnvoll, sich die Voraussetzungen und Möglichkeiten an diesem Standort ganz genau anzuschauen, um ein möglichst langfristiges und damit nachhaltiges Konzept für die Zukunft zu finden“, erklärt die Stadt Dortmund. Ob die Ruhrgebietsstadt eine Markthalle nach Mittelmeer-Vorbild also auch tatsächlich bekommt, ist noch lange nicht entschieden – gänzlich ausgeschlossen scheint es aber keinesfalls.
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