Marode Infrastruktur

Baustellenreiche Zeiten: Dutzende Straßen werden saniert

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Durchfahrt nur noch kurz verboten: Die Arbeiten an der Adenauerallee sollen in eineinhalb Wochen abgeschlossen sein.
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Zahlreiche Straßen in Hamm sind kaputt. Die Stadt will in den kommenden zwei Jahren 10 Millionen Euro in ihre Sanierung stecken. 63 Maßnahmen sind geplant.

Hamm – Eine Baustelle verschwindet, viele neue kommen. Nach gut eineinhalb Jahren sollen die Arbeiten an der Adenauerallee bald abgeschlossen sein. Am Montag, 3. Juni, werde die Straße freigegeben, erklärte ein Stadtsprecher. Doch auch danach stehen den Hammern baustellenreiche Zeiten bevor. 63 Maßnahmen zur Straßensanierung sind 2024 und 2025 geplant, für 10,3 Millionen Euro. „Das ist eine Rekordsumme“, sagte Oberbürgermeister Marc Herter bei der Vorstellung der Pläne am Freitag. Ähnlich viel fließt in Straßenbauarbeiten, die über Sanierungen hinausgehen, etwa komplette Umbauten.

Sanierungs-Projekte sind im ganzen Gebiet der Stadt Hamm geplant. So wird ab Juli 2024 die Wilhelmstraße saniert, im dritten Quartal 2024 die Asphaltdecke der Fährstraße erneuert, im Oktober stehen Arbeiten auf Heßler-, Radbod- und Johannes-Rau-Straße an, im kommenden Jahr am Unteren Heideweg und der Wiescherhöfener Straße. Die Liste lässt sich fortsetzen.

Sanierungsstau: Jahre der Haushaltssicherung haben Spuren hinterlassen

Die Hammer CDU hatte die Menge der geplanten Straßenbauprojekte kritisiert. Wieso plant die Stadt so viele Baustellen in kurzer Zeit? Das liege am Sanierungsstau, begründen Stadtbaurat Andreas Mentz und Marc Herter. Bis 2020 steckte Hamm in der Haushaltssicherung. Investitionen waren kaum möglich. „Das merkt man der Infrastruktur an“, erklärt der Oberbürgermeister. Nun, da Hamm aus der Haushaltssicherung raus ist, soll investiert werden. Herter sieht darin zugleich ein Konjunkturpaket für Baufirmen, die unter der Flaute in der Baubranche leiden.

Hauptverkehrsachsen sollen zuerst saniert werden, vor allem die, die es besonders nötig haben. Um das Programm vorzustellen, haben die Stadtvertreter eine beispielhafte Kreuzung ausgesucht: Das Treffen haben sie an die Kreuzung von Eschen- und Ahornallee sowie Ludwig-Erhard-Straße gelegt. Tiefe Spurrillen finden sich hier auf den Fahrbahnen, darin haben sich Risse gebildet. „Wenn im Winter Wasser eindringt und friert, sprengt es die Straße regelrecht auf“, sagt Peter Gawin, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes. Schlaglöcher sind die Folge, die behelfsmäßig mit Teer verfüllt werden. Viele Bürger kritisierten dieses Flickwerk, sagt Herter. „Die Bürger wollen, dass man das richtig macht.“ Also wird im August eine neue Deckschicht auf die Straßen aufgebracht, für 150.000 Euro.

Kreuzung wird saniert - dabei soll hier eines Tages ein Kreisverkehr entstehen

Ganz schön kaputt ist der Asphalt auf der Ahornallee. Auf dem Bild (von links): Markus Moch, Peter Gawin, Marc Herter und Andreas Mentz.

Nur: So richtig fertig ist die Kreuzung dann trotzdem nicht. Die Kanäle unter den Straßen sind alt, müssen bald erneuert werden. Außerdem komme es immer wieder zu Unfällen, sagt Mentz. „Die Kreuzung stammt aus den 1960er-, 1970er-Jahren und ist nicht mehr zeitgemäß.“ Eines Tages soll ein Kreisverkehr sie ersetzen. Es steht eine Großbaustelle an, mit einer Bauzeit wie an der Adenauerallee. Warum die Sanierung, wenn doch ein kompletter Umbau ansteht? „Wegen der vielen Abhängigkeiten“, sagt Markus Moch, Leiter der städtischen Abteilung die Straßen- und Brückenbau.

So lange hält die Straße nicht.

Marc Herter dazu, wieso die Kreuzung an der Ahornallee nicht direkt richtig umgebaut wird

Er nennt ein Beispiel: Wer Kanäle saniert, muss beachten, wie es um die anderen Kanäle steht. An dieser Kreuzung könne man erst neue Kanäle verlegen, wenn die unter der Werler Straße erneuert wurden – das ist noch nicht der Fall. Außerdem wird ab Sommer die Goethestraße umgebaut, die Ahornallee-Kreuzung gehört zur Umleitungsstrecke. Und: Für den Komplett-Umbau lassen sich Fördermittel generieren. Das dauert meist einige Jahre. Bis der Kreisverkehr kommt, dauere es mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts, sagt Herter. „So lange hält die Straße nicht.“ Es lohne also, die Deckschicht zu erneuern.

Die Stadt habe sich bemüht, die 63 Straßensanierungen aufeinander abzustimmen, das gleiche einem Tetris-Spiel, erklärt Mentz. „Wir können jetzt schon sagen, dass es die ein oder andere Fehlstelle geben wird.“ Man arbeite daran, diese Fehlstellen zu minimieren.

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