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Am letzten Tag feierte das Halloween-Haus in Lohauserholz einen Besucherrekord. Einige Gäste benahmen sich aber daneben.
Lohauserholz – 912 Besucher zählte Madeleine Westhoff, eine der drei Leitungen des Orgateams, um 19.46 Uhr, kurz nach 20 Uhr waren es schon 1 .200, eine Stunde später 1.400. Zum Abschluss feierte das Halloween-Haus an der Martinstraße einen Besucherrekord. „Das letzte Wochenende war auch schon gut besucht“, blickt Westhoff auf die Zahlen zurück.
Lange Warteschlangen vor Veranstaltungsgelände
Die in langen Schlangen im Wartebereich des Geländes der Vereinsgemeinschaft Lohauserholz wie am Flughafen aufgereihten Menschen zeigten Geduld. Es waren Freundesgruppen oder Familien mit Kindern, die gerade ihre „Trick or Treat“-Runde durch die Straßen hinter sich gebracht hatten.
Die Bezeichnung „Haus“ für das Event ist übrigens stark untertrieben ist. „Park“ mit angeschlossenem Stollenlabyrinth wäre passender. Im Kinderbereich erwarteten die Besucher die obligatorischen Kürbisse, Riesenspinnen und vor allem Schreie, viele Schreie – mit dabei, Teamleitung Elisa Schimmig mit mächtigem Organ.
Sie, Westhoff und Kollegin Vanessa Thon waren selbstverständlich verkleidet und mischten sich immer wieder unters Volk. „Wir stammen ja aus dem Team des Herringer Halloween-Hauses von Gerd Willenberg, sind voll die Fans“, erklärte Schimmig. „Jeder unserer Akteure hat seinen Bereich auch gestaltet“, ergänzt sie.
Kinder werden ans Gruseln herangeführt
Kinder wurden sanft und witzig ans Gruseln herangeführt. Stephen Lippmann hackte der kleinen Adriana zwar offensichtlich in den Arm, erklärte anschließend den Trick mit dem Hackebeil so wie zuvor den Unterschied zwischen Halb- und Vollmasken. Lippmann gab dem Halloween-Nachwuchs zudem das Rezept für Kunstblut mit auf den Weg.
Blut floss im Ü16-Bereich, einer Würdigung von Horrorfilmklassikern, dann reichlich, vor allem beim echt wirkenden Kettensägen-Massaker mit Zweitakt-Duft und im Hostel. „Pennywise“ der Clown erschien dagegen harmlos. „Er ist die beliebteste Figur, war das schon im letzten Jahr“, stellte Thon fest. Echtes Blut sei übrigens nur beim Aufbau geflossen.
Weiblicher Gast pöbelt „Untote“ an
Unschön: Die jugendlichen „Untoten“ wurden beleidigt. Das „Halt die Fresse“ einer Gästin sorgte für deren Platzverweis. „Wenn sie sich entschuldigt hätte, hätte sie bleiben können“, sagt Schimmig, „aber ihr war es ja scheißegal“. Überhaupt seien es meist Wiederholungstäter, die Böller werfen und rumstänkern – oder auch draufschlagen.
Schlimm: „Pestdoktor“ Marvin Falkenroth bekam bei einer Veranstaltungswerbung im Allee-Center eins auf die Nase. Unvermittelt, nachdem er mit dem Delinquenten zunächst nett für Fotos posiert hatte.
Besucherrekord zum Finale am Halloween-Haus im Hölzken




Ganz ohne Blut und mit Zugangskontrolle ging es für Erwachsene unter Tage. Sascha Maliszewski hatte eine Szenerie á la „Blair Witch Project“ nachgebaut. „Warnhinweise“, dass Berührungen vorkommen und im Stollenlabyrinth nichts zu sehen sei, stellte er voran. Die Gäste wurden danach mit dem Hilferuf eines fiktiven Freundes per Videobotschaft konfrontiert und machten sich auf in den engen Schacht mit seinen Schattengestalten im Nebel. Für zusätzlichen Kick sorgte ein Gruft-Aroma für die Nase.
Neuauflage 2024 mitsamt Piratenwelt
„Natürlich! Wir brennen dafür“, heißt es einhellig bei den drei Halloween-Frauen auf die Frage nach einer Fortsetzung im kommenden Jahr. „Wir haben auch schon ein Thema für den Ü16-Bereich im nächsten Jahr“, verrät Schimmig. Am 31. Oktober 2024 soll eine Piratenwelt von „Störtebecker“ bis „Fluch der Karibik“ locken. Wie viel Geld an Spenden für die WA-Aktion „Menschen in Not“ zusammengekommen ist, wird die Zählung in den nächsten Tagen ergeben.
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