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Kaum ist Gras legal, nutzen Betrüger den neuen Markt für eine dreiste Masche. Eine Frau aus Iserlohn wurde nach dem Online-Kauf von Cannabis Opfer eines Hackerangriffs.
Iserlohn - Cannabis ist in Deutschland seit dem 1. April 2024 legal – allerdings gibt es viele Regeln, die beachtet werden müssen. Aber offensichtlich wittern auch Betrüger direkt neue Geschäftsbereiche, wie jetzt ein Fall aus Iserlohn im Märkischen Kreis (NRW) zeigt. Eine Frau wurde direkt am 1. April Opfer einer dreisten Masche.
Hackerangriff nach Cannabis-Kauf: Polizei warnt vor Gras-Betrug
Die Frau trat laut Polizei einer Gruppe in einem sozialen Netzwerk bei, die sich mit dem Thema „Gras“ beschäftigt. Dort bestellte sie für 150 Euro Cannabis und bezahlte über die Freunde- und Familie-Option von PayPal. Die Verkäufer forderten jedoch zusätzlich eine Kaution, die sie über einen anderen Zahlungsdienstleister überwies.
Im Zuge dieser Transaktion kam es zu einem Telefonat, in dem ihr Gesprächspartner begann, mit ihr zu flirten. Was danach geschah, kann die Frau, die in der Internetbranche tätig ist, nicht genau sagen. Fest steht jedoch, dass ihr Handy seitdem blockiert ist. Keine der sechs von ihr gekauften Prepaid-Sim-Karten kann das Mobiltelefon wieder ins Netz bringen, ihr WLAN ist ausgefallen, und das gesamte Netzwerk ist durcheinander. Sogar ihr Autoradio und Navi funktionieren nicht mehr. Sie vermutet einen Hackerangriff und hat Anzeige wegen Ausspähens von Daten erstattet.
Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang, dass „legal“ nicht gleich „unbedenklich“ bedeutet. Im Internet gibt es viele illegale Geschäfte. Betrüger bieten weltweit alles an, was ihnen Gewinn verspricht. Sie nutzen gerne neue Geschäftsmöglichkeiten, um an Geld oder Daten ihrer Opfer zu kommen. Sie liefern selten das, was eigentlich gewünscht ist. Daher rät die Polizei dringend dazu, beim Online-Einkauf die eigenen Daten nur sehr sparsam preiszugeben und keinesfalls Passwörter oder Zugangskennungen weiterzugeben. Vorkasse ist immer riskant. Gelder, die per „Freunde“-Funktion oder über internationale Zahlungsdienstleister transferiert wurden, können nicht zurückgeholt werden. Grundsätzlich sollte man keinem Fremden Zugriff auf den eigenen Computer gewähren und übersandte Dateien vor dem Öffnen prüfen, beispielsweise mit einem Virenscanner.
Und wer sich die Frage stellt, wo man Gras legal und sicher kaufen kann: Auf diese Frage gibt es einfache Antworten. Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung von Redakteur Daniel Schinzig sorgfältig geprüft.
Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow / dpa