Blutiges Drama in Hamm

Streit um Tabak: Mann nach Messerstich in Lebensgefahr

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[Update 15.15 Uhr] Bei einem Streit zwischen zwei Männern ist in Hamm ein Mann schwerst verletzt worden - offenbar wegen einer Nichtigkeit. Es wird wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Hamm - Polizei und Rettungskräfte sind am Montag, 13. Mai, in den Hammer Norden alarmiert worden, weil bei einer Auseinandersetzung zweier Männer einer von ihnen schwer verletzt wurde. Ein Nachbar habe den Notruf 110 gewählt, weil er einen lautstarken Streit vernahm und später „eine Person mit einer blutenden Wunde“ an dessen Wohnungstür sah. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mit.

Belegt ist, dass sich die Bluttat gegen 15.45 Uhr in einer Wohnanlage am Rheinsberger Platz im Hammer Norden abspielte. In einer Sammelunterkunft waren zwei ausländische Gastarbeiter aneinander geraten. Im Zuge des Streits rammte einer der Männer dem anderen ein Küchenmesser in den Hals.

In diesem Wohngebäude im Hammer Norden ereignete sich die Bluttat.

Die Polizei erschien mit starken Einsatzkräften vor Ort. Das im Halsbereich blutende Opfer habe den Beamten die Tür selbstständig geöffnet, heißt es. In der Wohnung konnte ein 51-jähriger Mann widerstandslos festgenommen werden. Dort habe man in ein handelsübliches Schneidemesser sichergestellt - offenbar die Waffe. Laut Staatsanwältin Maribel Andersson hat es eine zehn Zentimeter lange Klinge, der Stich sei mindestens acht Zentimeter tief gewesen.

Messerstich im Hammer Norden: Opfer in Lebensgefahr

Rettungssanitäter fuhren das 29-jährige Opfer mit potenziell lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus, wo es behandelt wurde und verblieb. Der 51-Jährige muss sich nun wegen versuchten Totschlags verantworten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

Der Verletzte - laut Polizei ein Litauer - ist seit rund zwei Monaten in der Wohnung untergebracht. Der Tatverdächtige - ein gebürtiger Rumäne - soll erst vor einer Woche dazugekommen sein. Beide leben in der Wohnung mit zwei weiteren Arbeitern, die während der Bluttat aber nicht anwesend waren. Bei dem Streit ging es laut Andersson „um Tabak“; Alkohol sei nicht im Spiel gewesen. Für welches Unternehmen die Männer arbeiten, ist nicht bekannt.

Neuigkeiten gibt es unterdessen von einem ungeheuerlich klingenden Vorfall im Hammer Hauptbahnhof. Der Mann, der dort von einem ICE überfahren wurde und unverletzt flüchtete, ist von der Polizei identifiziert worden. Er stammt aus dem Kreis Soest. Im Hammer Norden wurde zudem ein Mann bei einem Streit mit einem Messer schwer verletzt. Es wird auch dort wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Rubriklistenbild: © Andreas Rother

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