VonCarolin-Christin Czichowskischließen
Mit einem regelmäßigen Drohnenverkehr zwischen einem Labor und mehreren Krankenhäusern im Mk soll die Versorgung der Patienten verbessert werden.
Lüdenscheid – Manchmal muss es ganz schnell gehen, da können wenige Minuten über ganze Schicksale entscheiden. Das ist auch der Arbeitsalltag des Teams des medizinischen Labors von Eurofins in Iserlohn. Tagtäglich werden dort Laboruntersuchungen, etwa von Blutproben durchgeführt. Die entsprechenden Befunde sollen möglichst schnell in den Kliniken sein, die das Labor von Eurofins beliefert.
Blutproben aus der Luft: Lüdenscheider Drohnen für Krankenhäuser im MK unterwegs
Denn: „Hinter jedem dieser Röhrchen mit der roten Flüssigkeit drin steckt ein Mensch, ein Schicksal. Das nehmen wir sehr ernst“, sagt Barbara Schäfer vom Iserlohner Eurofins-Labor. Der Transport von teils lebenswichtigen Medikamenten und wichtigen Befunden erfolgt bisher über die Straße. Das soll sich bald ändern: Ab Mai wird Eurofins eines der ersten Unternehmen im Medizinsektor, das mithilfe von Drohnen ausliefert. Dabei greift das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Luxemburg und mehreren Zweigstellen in Deutschland auf die Technologie von Morpheus Logistik in Lüdenscheid zurück.
„Die Drohne ist für uns mehr als ein technisches Gadget. Sie ist eine echte Alternative zum Auto, vor allem in Zeiten von Fachkräftemangel, Umweltanforderungen und begrenzter Infrastruktur“, erklärt Roel de Nobel, der im Namen von Eurofins am Donnerstag das Prozedere rund um den neuen Transportweg durch die Luft aufgezeigt hat. Statt bis zu einer Stunde auf der Straße sollen die Sendungen nun innerhalb von zehn bis 20 Minuten vom Laborstandort in Iserlohn bei den Krankenhäusern sein und umgekehrt.
Drohne fliegt nach festgelegtem Fahrplan
Organisiert ist das in einem festgelegten Fahrplan. „Die Drohne fliegt dann zum Beispiel um 13 Uhr bei uns los, ist um 13.10 Uhr bei dem einen Krankenhaus, um 13.30 Uhr bei dem nächsten, und so weiter“, erklärt Barbara Schäfer. Damit solle die Arbeit auf beiden Seiten verbessert werden: Im Labor und in den Krankenhäusern selbst. Letztere könnten so zuverlässig einmal pro Stunde die Drohne be- oder entladen. „Das führt zu viel mehr Flexibilität, als wenn das Auto nur ein- oder zweimal am Tag am Krankenhaus Halt macht“, ist Schäfer sicher. Notfälle oder der Transport von Blutprodukten seien so flexibel jederzeit zusätzlich möglich und man sei komplett unabhängig von Staus oder der Verfügbarkeit von Taxis.
Gesteuert werden die Drohnen, die zwischen Eurofins in Iserlohn und den Krankenhäusern in Iserlohn, Menden und Schwerte pendeln werden, allerdings von Lüdenscheid aus: Norman Koerschulte von Morpheus Logistik stellt neben der Technologie auch das Knowhow seiner Drohnenairline, für die der Lüdenscheider Fördermittel in Millionenhöhe vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU erhalten hat, zur Verfügung.
Fernpiloten sitzen in Lüdenscheider Leitstelle
So behalten die Fernpiloten die Drohnen in der Leitstelle in Lüdenscheid stets im Blick, achten auf die Einhaltung unter anderem der Flughöhe oder der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die auch beim Drohnen-Transport eine Rolle spielt. Ab Mai soll die Drohnen-Airline von Norman Koerschulte voraussichtlich die medizinischen Produkte von A nach B transportieren. Der Einsatz weiterer Routen sei bereits in Planung, hieß es am Donnerstag.
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