Generelles Verbot

Kein Böllerverbot – dennoch ist an Silvester nicht überall in NRW Feuerwerk erlaubt

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Ein flächendeckendes Böllerverbot wird es an Silvester 2023 in NRW nicht geben. Doch es gibt Orte, an denen man auf keinen Fall eine Rakete anzünden darf.

Hamm – Raketen und Böller gehören für viele Menschen zu Silvester – obwohl sie nachweislich extrem umweltschädlich sind und den Klimawandel auch in NRW vorantreiben. Nicht nur Naturschutzverbände fordern daher jedes Jahr aufs Neue ein Böllerverbot. Auch Sicherheitskräfte sehen im privaten Feuerwerk ein ernsthaftes Problem. Flächendeckende Böllerverbotszonen wird es in NRW in diesem Jahr trotzdem nicht geben. Dennoch ist es nicht überall erlaubt – und an manchen Orten gilt sogar ein generelles Verbot.

Polizei fordert Böllerverbotszonen – die gibt es nur vereinzelt in NRW

Nach den teils massiven Angriffen auf Einsatzkräfte in der vergangenen Silvesternacht übt die Polizeigewerkschaft GdP Kritik an den Sicherheitskonzepten beim kommenden Jahreswechsel, zu dem man lustige Sprüche und Bilder verschicken kann. Es sei unverständlich, dass es in mehreren nordrhein-westfälischen Großstädten keine Böllerverbotszonen gebe, sagte der Landesvorsitzende Michael Mertens. „Wenn Leute betrunken sind und im Schutz der anonymen Masse mit Böllern herumschießen, wird es unübersichtlich und gefährlich für die Einsatzkräfte“, warnte Mertens. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht die Polizei für den bevorstehenden Großeinsatz hingegen gut aufgestellt.

Eskalation in der Silvesternacht

In der Silvesternacht 2022/23 waren in mehreren NRW-Städten Böller und Raketen gezielt auf Polizisten und Rettungskräfte geschossen worden, auch Steine flogen auf die Einsatzkräfte. Reul sprach damals von einer „neuen Dimension der Aggressivität“. Nur die wenigsten Täter konnten identifiziert werden.

Großstädte stellen Regeln für privates Feuerwerk an Silvester auf

Ein paar Großstädte haben daher auch reagiert und privates Feuerwerk reglementiert. Aber eben nicht alle. Köln reagiert nach den Erfahrungen vor einem Jahr etwa besonders deutlich und weist erstmals eine große Böllerverbotszone in der kompletten linksrheinischen Innenstadt vom Rhein bis zu den Ringen aus, wie 24RHEIN berichtet. Damit verfolge man zwei wichtige Ziele, sagte Stadtdirektorin Andrea Blome: „Weniger Lärm und Feinstaub - besserer Schutz für Einsatzkräfte.“ In Düsseldorf hingegen ist das Böllern in der Silvesternacht nur in der Altstadt verboten.

Bochum hat ein Böllerverbot für eine einzige Straße erlassen, in der es vergangenes Jahr Angriffe mit Feuerwerkskörpern auf Polizisten gab. In Münster sind Domplatz, Prinzipalmarkt und Bahnhofsvorplatz böllerfreie Zonen. In Bielefeld darf rund um die Sparrenburg und auf dem Boulevard am Hauptbahnhof nur ohne Feuerwerk gefeiert werden. In Aachen sind Raketen in der historischen Altstadt verboten. In Krefeld gibt es ein Verbot rund um den Zoo, wo vor drei Jahren in der Silvesternacht eine Himmelslaterne ein verheerendes Feuer im Affenhaus verursachte.

Es gibt Orte in NRW, an denen es ein generelles Böllerverbot gibt

Essen und Duisburg verzichten ganz auf ein örtliches Böllerverbot. „Angriffe mit Feuerwerkskörpern auf Passanten, Rettungskräfte und Polizisten ereigneten sich in der Silvesternacht 2022/2023 im gesamten Duisburger Stadtgebiet“, teilte die Stadt Duisburg mit. Mit einem örtlichen Verbot würden sich die Probleme außerdem lediglich in andere Stadtteile verlagern. In Dortmund gibt es ebenfalls gar keine Einschränkungen – wobei das auch nicht ganz zutrifft.

Denn egal, ob Böllerverbotszone oder nicht. Es darf nicht überall geknallt werden will. Generell ist bundesweit das Zünden von Pyrotechnik in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Pflege- und Kinderheimen verboten. Umsichtige Menschen sollten zudem mit ihren lauten Raketen und Böllern einen großen Bogen um Tierheime und Flüchtlingsunterkünfte, deren Bewohner gegebenenfalls traumatische Erlebnisse aus Kriegsgebieten verarbeiten müssen, machen. (maho/dpa)

Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow/dpa

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