VonJohanna Werningschließen
In Köln gelten es an Silvester teils strenge Regeln – so wurde das Böllerverbot massiv ausgeweitet. Wer sich nicht dran hält, muss tief in die Tasche greifen.
Köln – Das Jahr neigt sich dem Ende zu und das wird traditionell noch einmal groß gefeiert. Ob Zuhause, bei großen Silvester-Partys in Köln, oder einfach in der Kölner Innenstadt. Auch Wunderkerzen, Raketen und Böller dürfen dann bei vielen Kölnerinnen und Kölner sowie Touris nicht fehlen. Doch in diesem Jahr gibt es in Köln besondere Regeln. Verstärkt wird das durch die erhöhte Sicherheitslage am Kölner Dom. Kurz vor Weihnachten teilte die Polizei Köln mit, dass es für den Kölner Dom und den Bereich rund um den Kölner Dom eine Terror-Drohung gibt. Inwieweit dadurch weitere Schutzmaßnahmen folgen, ist noch unklar. Bislang gilt:
Während in der Vergangenheit lediglich im Bereich rund um den Kölner Dom eine Feuerwerk-Verbotszone eingerichtet wurde, gilt an Silvester 2023/2024 großflächig ein Böllerverbot in der kompletten Innenstadt von Köln. Aufgrund der Anschlagsdrohung rund um den Kölner Dom können weitere Sicherheitsmaßnahmen folgen, betont Oberbürgermeisterin Henriette Reker am 24. Dezember.
Hier gilt an Silvester 2023/2024 ein Feuerwerk- und Böller-Verbot
► Das Umfeld des Kölner Doms ist eine feuerwerksfreie Zone: Vom 31. Dezember, 18 Uhr, bis 1. Januar, 5 Uhr, sind neben Böllern auch Wunderkerzen, Raketen oder anderes Feuerwerk komplett verboten – sogar die Mitnahme in der Tasche ist nicht erlaubt.
► In der kompletten Kölner Innenstadt gilt ein Böllerverbot: Vom 31. Dezember, 0 Uhr, bis 1. Januar, 24 Uhr, ist das Abbrennen von „pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 mit ausschließlicher Knallwirkung“ verboten. Dazu zählen beispielsweise Silvesterknaller oder Böller.
► In unmittelbarer Nähe zu Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders Brand-empfindlichen Gebäuden ist das Abbrennen von Pyrotechnik ebenfalls verboten.
Silvester 2023/2024 in Köln: Feuerwerk rund um Kölner Dom verboten
Rund um den Kölner Dom gilt ein besonders strenges Verbot. Neben Böllern, Raketen und Feuerwerken sind sogar Wunderkerzen verboten. Sie dürfen noch nicht einmal in den Bereich mitgenommen werden. Die Stadt kündigte bereits Kontrollen in der Silvesternacht an. Besucherinnen und Besucher müssen darum „an den Zugängen mit Wartezeiten rechnen“, heißt es weiter.
„Die feuerwerksfreie Zone ist Bestandteil des Sicherheitskonzeptes für die Silvesternacht, das die Stadt Köln mit der Bundespolizei, der Landespolizei, der Wasserschutzpolizei, den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB), der Deutschen Bahn (DB) und den Abfallwirtschaftsbetrieben Köln (AWB) abgestimmt hat“, erklärt die Stadt den radikalen Schritt.
Köln weitet Böller-Verbot an Silvester aus: Keine Silvesterknaller in der kompletten Innenstadt
Doch damit nicht genug. Die strengen Silvester-Regeln in Köln gehen sogar noch weiter. Erstmals gilt ein großflächiges Böllerverbot in der Kölner Innenstadt – sowohl an Silvester als auch an Neujahr. Betroffen ist hiervon der linksrheinische Innenstadtbereich zwischen Kölner Rhein und den Ringen (Stadtbezirk Köln-Innenstadt). „Jeweils von 0 bis 24 Uhr, ist dort das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 mit ausschließlicher Knallwirkung untersagt. Dazu zählen beispielsweise Silvesterknaller oder Böller“, teilt die Stadt Köln mit. Wunderkerzen und ein Feuerwerk sind dort zwar erlaubt, allerdings dürfen keine Knaller oder Böller gezündet werden. In vielen NRW-Städten sieht das übrigens anders aus. Ein flächendeckendes Böllerverbot gibt es vielerorts nicht, berichtet wa.de.
Zusätzlich ist in ganz Köln „das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen verboten.“ Dieses Verbot gilt auch in der Nähe von besonders Brand-empfindlichen Gebäuden und Anlagen, so die Stadt weiter.
- Wer trotz der Verbote pyrotechnische Gegenstände abfeuert, muss mit einer Geldbuße von bis zu 200 Euro rechnen.
- „Das Sprengstoffgesetz ermöglicht sogar eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro“, warnt die Stadt.
Massives Böller-Verbot an Silvester in Köln: Wegen Lärm-Beschwerden und Feinstaubbelastung
Zu den Gründen erklärt Stadtdirektorin Andrea Blome: „Mit der Ausweisung dieser großflächigen Böllerverbotszone reagiert die Stadt Köln auf Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in den vergangenen Jahren über den Lärm, aber auch die in der dicht bebauten Innenstadt besonders hohe Feinstaubbelastung an Silvester beklagten. Zudem wollen wir durch die neue Regelung Polizistinnen, Polizisten, Ordnungs- und Rettungskräfte besser schützen“
Außerdem sind in der Silvesternacht – insbesondere im Innenstadtbereich – zahlreiche Straßen und Brücken für den motorisierten Verkehr, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer gesperrt. Für Lkw über 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sowie für Lkw mit Anhängern gilt auch in diesem Jahr wieder vom 31. Dezember, 20 Uhr, bis 1. Januar, 4 Uhr, ein Fahrverbot in der Innenstadt.
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nach Terror-Drohung in Köln?
Angesichts der erhöhten Schutzmaßnahmen wegen eines möglichen Anschlagplanes auf den Kölner Dom hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker der Polizei „für ihr schnelles und umsichtiges Handeln“ gedankt. Die Stadt Köln will nun prüfen, ob mit Blick auf den Jahreswechsel zusätzliche Maßnahmen des Ordnungsdienstes gemeinsam mit der Polizei erforderlich sind. „Wir stehen im engen Austausch, um zu prüfen, ob wir seitens der Stadt mit Blick auf unsere Kontrollen rund um die Domplatte an Silvester diese Arbeit ebenfalls unterstützen können“, erklärte Reker. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Ying Tang/Imago

