VonMick Oberbuschschließen
Die KVB hat ihre Fahrgastbilanz für 2023 verkündet – und verraten, worauf sich Kölnerinnen und Kölner, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, einstellen müssen.
Köln – Die KVB hat in Köln traditionell einen schweren Stand – und das, obwohl täglich unzählige Fahrgäste auf die Verkehrsbetriebe in der Millionenstadt Köln (NRW) angewiesen sind. Dennoch stöhnen viele über einen unzuverlässigen Fahrplan, mangelnde Barrierefreiheit an etlichen Haltestellen oder regelmäßig Ausfälle auf verschiedenen Linien. Zu diesen Themen hat sich die KVB nun im Zuge der jüngst veröffentlichten Fahrgastbilanz 2023 geäußert, und auch schon einen Blick in die Zukunft gewagt. Ein Überblick, was in Sachen KVB nun auf Kölnerinnen und Kölner zukommt.
Personalmangel bei der KVB in Köln hält an – nur „bedingt positiver Ausblick“ auf die zweite Jahreshälfte
„Der Stadtbahn- und Busbetrieb war 2023 vor allem geprägt von einer angespannten Personalsituation im Fahrdienst“, erklären die Verkehrsbetriebe. So fehlten zum Stichtag Silvester 2023 weiterhin rund 60 Fahrerinnen und Fahrer für Bus und Stadtbahn, um den angestrebten Nahverkehrsfahrplan stabil anbieten zu können. „Mit dieser herausfordernden Personalsituation hat nicht nur die KVB zu kämpfen, sondern die gesamte Nahverkehrsbranche“, stellt die KVB fest.
Die große Frage, die sich dabei stellt: Ist Besserung in Sicht? „Für die zweite Jahreshälfte zeichnet sich auch dank der Weiterführung der intensiven Recruiting-Aktivitäten und des Ausbaus der Fahrschul-Kapazitäten eine bedingte Entspannung bei der Personalsituation im Fahrdienst ab“, so die Verkehrsbetriebe. Im vierten Quartal könnten im Bus- und im Stadtbahnbereich weitere Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung stehen, um den aktuellen Fahrplan zuverlässig bedienen zu können, heißt es weiter.
KVB-Chefin Stefanie Haaks sagt dazu: „Wie ein Fahrplan für das Jahr 2025 aussehen wird, darüber werden wir uns im Sommer mit der Stadt Köln abstimmen. Auch wenn sich die Personalsituation aller Voraussicht nach verbessern wird, bleiben die Lieferprobleme bei Fahrzeugen und Ersatzteilen bestehen. Ziel ist es, schnellstmöglich die Fahrplananpassungen auf den Hochflur-Linien, also vor allem auf der Linie 18, zurückzunehmen. Aber vor der Fahrplanausweitung steht für uns die zuverlässige Betriebsqualität im Mittelpunkt. Wir müssen zuverlässiger werden! Daran arbeiten wir auf allen Ebenen.“
Neue KVB-Bahnen werden erst später geliefert – „ohne alte Bahnen hätten wir zu wenig Fahrzeuge“
Apropos Lieferprobleme: Auf diese ging die KVB ebenfalls ganz explizit ein. Denn: Eigentlich wurde bereits im August 2022 die Lieferung von 60 neuen, sogenannten Niederflurbahnen für Köln angekündigt, ab 2024 sollten sie unter anderem auf der KVB-Linie 1 und der KVB-Linie 9 durch die Stadt rollen. Doch nun verzögert sich dieser Einsatz deutlich, wie die Verkehrsbetriebe am Dienstag (19. März) auf der Pressekonferenz mitteilten. Demnach wird sich die Auslieferung der neuen Generation von Niederflur-Stadtbahnen um mehr als zwei Jahre verschieben.
„Für die KVB bedeutet dies, dass die Bestandsflotte der ersten Generation der Niederflurbahnen mit erheblichem finanziellem Aufwand für einen verlängerten Betrieb ertüchtigt werden muss“, so das Unternehmen – was übersetzt heißt: Die „alten“ Bahnen, die eigentlich ausrangiert und durch die neuen Fahrzeuge ersetzt werden sollten, müssen nun zunächst einmal fit für die weitere Nutzung gemacht werden. Das dauert natürlich Zeit, und in dieser sind die „alten“ nicht einsetzbar. „Ohne die alten Bahnen hätten wir viel zu wenig Fahrzeuge“, so Haaks.
KVB äußert sich zur Fahrgastbilanz – wie es um die Situation an der Mülheimer Brücke steht
Somit steht die KVB in den kommenden Monaten vor großen Herausforderungen – und die Sanierung der Mülheimer Brücke kommt sogar noch „obendrauf“. Denn ab dem 2. April wird die Mülheimer Brücke wegen Bauarbeiten für sieben Monate für die Stadtbahnen der KVB-Linie 13 und KVB-Linie 18 gesperrt. Die KVB hat dafür laut Eigenaussage gemeinsam mit dem Verkehrsdezernat ein umfassendes Betriebskonzept mit einer Ersatzbus- und zwei zusätzlichen Stadtbahnlinien entwickelt, um die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten.
KVB-Fahrplanänderungen während der Sperrung der Mülheimer Brücke
► KVB-Linie 3 fährt ganztägig bis Thielenbruch.
► Die KVB-Linie 4 wird zwischen Ehrenfeld und Bocklemünd wieder in Betrieb genommen.
► Die KVB-Linie 13 fährt nur linksrheinisch zwischen den Haltestellen Sülzgürtel und Slabystraße.
► Die morgendlichen Verstärkerfahrten auf der KVB-Linie 15 entfallen.
► Die KVB-Linie 18 fährt linksrheinisch von Bonn/Schwadorf/Brühl kommend bis zur Haltestelle Slabystraße und zurück.
► Rechtsrheinisch fährt die KVB-Linie 18 zwischen den Haltestellen Wiener Platz und Thielenbruch.
► Zu den Zeiten, in denen in Köln der 10-Minuten-Grundtakt gilt, finden alternativ zum sonst üblichen 5-Minuten-Takt auf der KVB-Linie 18 zusätzliche Fahrten zwischen den Haltestellen Klettenbergpark und Ebertplatz über die Ringe statt.
► Die Verstärkerfahrten der KVB-Linie 18 entfallen.
► Im Zeitraum der Sperrung fährt die KVB-Linie 19 in der morgendlichen Hauptverkehrszeit zwischen Ebertplatz und Klettenbergpark.
► Die Busse der Linie 172 und die Bahnen der KVB-Linie 5 können als Ersatz genutzt werden.
(mo)
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