Hattingen

Haus wie ein Bügeleisen: Besonderes Gebäude ist Highlight in malerischer Altstadt in NRW

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Ein altes Fachwerkhaus steht in der Hattinger Altstadt. Und das hat ein besonderes Aussehen. Wer daran vorbeiläuft, erkennt die Form eines Bügeleisens.

Hattingen – Wer mitten im Ruhrgebiet Altstadt-Charme genießen möchte, wird in Hattingen fündig. Dort gibt es neben engen Gassen umgeben von alten Fachwerkhäusern und einem historischen Marktplatz ein Haus mit einer besonders auffälligen Form. Dabei handelt es sich um das sogenannte Bügeleisenhaus – der Grundriss ist vergleichbar mit dem berühmten Flatiron-Building in New York. Aber das Hattinger Bügeleisenhaus ist fast 300 Jahre älter.

Bügeleisenhaus in Hattingen

► Das im Jahr 1611 erbaute Bügeleisenhaus befindet sich in der Altstadt von Hattingen.

► Wegen seines trapezförmigen Grundrisseses wird es Bügeleisenhaus genannt.

► Das Museum Bügeleisenhaus ist seit 2022 geschlossen und wird voraussichtlich im Jahr 2024 wieder eröffnet.

Bügeleisenhaus in der Hattinger Altstadt hat einen trapezförmigen Grundriss

Im Jahr 1611 errichtet, sticht das Bügeleisenhaus in der Altstadt Hattingens im Ennepe-Ruhr-Kreis (NRW) durch sein besonderes Aussehen hervor. Denn das Fachwerkhaus besitzt einen trapezförmigen Grundriss und wird am Ende zweier sich kreuzender Gassen immer schmaler. Somit wirkt die Form des Hauses von Außen betrachtet wie ein Bügeleisen oder ein Keil.

An der breitesten Stelle misst das Fachwerkhaus acht Meter. Wohingegen die schmalste Stelle am Ende der Gasse lediglich 2,57 Meter beträgt. An dieser Stelle ist das Obergeschoss des Bügeleisenhauses um 0,80 Meter breiter als der Grundriss. Dabei tragen Holzbalken den überstehenden Boden.

Das Bügeleisenhaus in Hattingen wurde bereits 1611 gebaut und erinnert mit seinem Aussehen an ein Bügeleisen.

Altstadt von Hattingen in NRW: Bügeleisenhaus war einst Zuhause für Tuchmacher und Metzger

Nach dem Bau des Bügeleisenhauses durch Wilhelm Elling, einem Bürger aus Hattingen, wurde neun Jahre später – im Jahr 1620 – ein Anbau an der Giebelseite vorgenommen. Bis heute noch trägt der Türbalken eine Inschrift, die in Neuhochdeutsch übersetzt folgendes bedeutet: „Behüte mich, Herr vor Feuer und Brand, Wilhelm Ellings Haus bin ich genannt, alle, die mich kennen, denen gebe Gott, was sie mir gönnen. Im Jahr des Herrn 1611“.

Von 1771 bis 1856 lebten im Hattinger Bügeleisenhaus Tuchmacher. Danach wurde das Haus von einer jüdischen Familie in eine Metzgerei mit Schlachtraum verwandelt. Im Jahr 1941 wurde die Familie von den Nazis enteignet. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Gebäude an die Jewish Trust Corporation als Treuhänder. 1955 dann kaufte die Stadt das Bügeleisenhaus.

Besonders aus der Vogelperspektive kann man den trapezförmigen Grundriss des Bügeleisenhauses in der Hattinger Altstadt gut erkennen.

Museum im Bügeleisenhaus geschlossen – soll 2024 wiedereröffnen

Der Heimatverein Hattingen/Ruhr renovierte das Gebäude im Jahr 1962, es diente dann als Museum. In diesem wurden unter anderem Funde der Isenburg, deren Ruine heute ein beliebtes Ausflugsziel in NRW ist, ausgestellt. Seit 2022 ist das Museum Bügeleisenhaus aufgrund von Sanierungsarbeiten geschlossen. Laut der Stadt Hattingen soll das Haus im Frühjahr 2024 für Besucherinnen und Besucher wieder öffnen. (cj)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/ IMAGO

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