- VonTorsten Haarmannschließen
Das überwiegend triste und unansehnliche Außengelände des Stadtteilzentrums Alte Schule Werries soll für rund 890.000 Euro in einen Bürgerpark verwandelt werden. Nach langem Warten gibt es nun einen Zeitplan.
Werries – Ein Bürgerpark soll es werden. Mittendrin die wegen ihrer leicht klassizistischen Fassade auch schon mal „Schlösschen“ genannte Begegnungsstätte. Die noch fehlende Außengestaltung am Stadtteilzentrum Alte Schule Werries hatte Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch Ende Januar beim Bezirksempfang angemahnt. Oberbürgermeister Marc Herter lehnte sich daraufhin mit einem Versprechen „weit aus dem Fenster“.
Nun lieferte der OB wie angekündigt nach: Zusammen mit Stadtbaurat Andreas Mentz und Julia Ostermann vom Tiefbau- und Grünflächenamt stellte er bei einem Ortstermin die Beschlussvorlage zur Umgestaltung der Außenanlage vor. Die Bezirksvertretung Uentrop hat sie am Donnerstag, 22. Februar, auf der Tagesordnung ihrer Sitzung.
Als ein „gelungenes Projekt“ bezeichnet Herter das Ergebnis der langen Planung sowie als „letzten Baustein“ für die seit Langem laufende Sanierung der ehemaligen Zechenschule am Alten Uentroper Weg. Noch sind die Handwerker im Haus und am Gebäude, wo auf der Rückseite der Aufzug entsteht. Bis es auch auf der Außenanlage losgehe, dafür brauche man noch ein bisschen länger, sagt Mentz. „Aber wir haben einen guten Plan, durch den wir die Situation vollständig verändern.“
Bürgerpark in Werries: Ist-Zustand
Der Vorplatz des Hauses dürfte sich seit dem Bau der Schule vor 110 Jahren kaum geändert haben. „Er war immer ein Schulhof, immer irgendwie befestigt“, sagt Mentz. Seit Jahrzehnten wird er vor allem als Parkplatz genutzt, insbesondere von Leuten, die im Umfeld unterwegs sind, aber nicht im Stadtteilzentrum. Der Asphalt ist längst unansehnlich, desolat.
Die wenigen Bäume, die geblieben sind, „sind nicht mehr in einem super Zustand“, sagt Mentz. Dieser sollte sich durch die bevorstehende Entsiegelung der Fläche aber verbessern. Sie ist Teil einer umfangreichen Umgestaltung des gesamten Außengeländes. Dieses soll nicht nur den Nutzern des Hauses – Stadtteilzentrum, Vereinen und Gruppen – zugutekommen, sondern allen Bürgern.
Plan für den Bürgerpark in Werries
„Bürgerpark“ nennt Bezirksbürgermeister Pförtzsch das, was nun geplant ist. Der Parkplatz weicht einem „multifunktionalen Raum“. Er bietet sowohl Aufenthaltsqualität – von der kann derzeit kaum die Rede sein – als auch einen Ort der Begegnung und für Veranstaltungen. „Wir versuchen, die Attraktivität, die innen im Haus entsteht, auch nach außen zu holen“, sagt Julia Ostermann.
Aus dem Parkplatz wird ein Stadtteilplatz. Dazu werden rund 1.000 Quadratmeter Asphalt beseitigt. Der Vorplatz des Hauses erhält einen gepflasterten, halbrunden „Entree-Bereich“. Der nördliche Teil bekommt eine so genannte wassergebundene Fläche. Mehr Platz für Grün und Bäume entsteht. Die Birken entlang der Braamer Straße weichen einer insgesamt klimagerechten Bepflanzung. Die Zufahrten für die Feuerwehr müssen aber bleiben.
Veranstaltungen im Bürgerpark Werries
Mehr Platz gibt es für Veranstaltungen, etwa das Weihnachtsdorf, das Sommerfest und „bestimmt auch noch weitere Veranstaltungen, die vorher noch gar nicht so angedacht waren“, sagt Herter. Wenn er von „kulturellen Glanzstücken“ spricht, meint er sowohl Theateraufführungen und vor allem die Werke des Arbeitskreises Kunst. Für sie entsteht Ausstellungsfläche mit Naturhintergrund.
Vorgesehen sind feste und mobile Sitzgelegenheiten im Außenbereich, eine kleine, feste Bühne – die laut Plan aber sehr klein ausfällt. In der Beschlussvorlage ist nur die Rede von einem Podest.
Der Teil östlich des Hauses wird als Grünfläche weiter aufgewertet, modelliert und mit Spielmöglichkeiten versehen. Dabei müsse ein Wegerecht zu den liegenden Flächen der benachbarten Gärtnerei beachtet werden, wie Awo-Vertreter als Nutzer der Alten Schule beim Ortstermin anmerken.
Hinter dem Stadtteilzentrum erhält das Jugendcafé einen kleinen Gemüse- und Kräutergarten sowie eine Wildobsthecke.
Parken am Stadtteilzentrum Alte Schule Werries
Ein neuer Parkplatz entsteht im rückwärtigen Bereich des Gebäudes an der Braamer Straße. Mit 15 Stellflächen, darunter zwei für Menschen mit Behinderungen in der Nähe des neuen Aufzugs, wird weniger Platz für Fahrzeuge sein. Für die Nutzer des Hauses sollte er reichen. Künftig sollen Fremdparker nicht mehr ihre Autos dort abstellen.
Mehrere Teilnehmer des Ortstermins loben die „intensive Beteiligung“ von Bürgern und Nutzern des Hauses an der Planung für die neue Außengestaltung. Daraus erstellte ein Planungsbüro einen Entwurf. Der Bürgerpark sei nun das, was die Beteiligten sich gewünscht hätten, ein Platz im Zentrum in Werries, sagt Pförtzsch.
Proteste wegen der Pläne für das Stadtteilzentrum in Werries?
Pförtzsch geht aber davon aus, dass nicht alle begeistert sein werden. Gemeint ist der Wegfall des großen Parkplatzes.
„Da ist noch kein einziger Protest gekommen“, stellt Frank Figgen von der Awo verwundert fest. Autofahrer mit dem Ziel Arzt, Friseur und so weiter müssten sich künftig im Umfeld nach Stellflächen umschauen, die aber durchaus vorhanden seien. Figgen erwartet dennoch Protest. Spätestens, wenn die Arbeiten losgingen.
Zeitplan für Bürgerpark in Werries
Nach dem anstehenden Beschluss für die Umgestaltung werde die Planung „verfestigt und detailliert“, sagt Mentz. Apropos Details: Awo-Vertreter drängen, auch im Sinne der anderen Hausnutzer, auf die Stromanschlüsse im Außenbereich für Veranstaltungen wie auch auf einen nach außen gelegten Wasseranschluss.
Nach der Ausschreibung und der Vergabe rechnet der Stadtbaurat mit einem Baustart zum Jahresende oder Anfang 2025. Wobei aus dem Kreise der Hausnutzer die Bitte kommt, das Weihnachtsdorf am 30. November abzuwarten. Die Verwaltung geht von einer Bauzeit von etwa neun Monaten aus – vorausgesetzt das Wetter spielt mit.
