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Um die Burg Hardenstein in Witten ranken sich Legenden – nun ist sie ein beliebtes Reiseziel. Trotz der grausigen Geschichte eines Zwergen-Königs.
Witten – Über 600 Jahre reicht sie nun schon zurück, die Geschichte der Burg Hardenstein. Um 1354 fertiggestellt, sind von ihr inzwischen allerdings nur noch Überreste übrig. Heute ist die Ruine eines von vielen beliebten Ausflugszielen in NRW. Möglicherweise auch aufgrund der Sage von Goldemar, einem Zwergen-König, der im 14. Jahrhundert dort gelebt haben soll – um ein Märchen mit gutem Ausgang handelt es sich bei dieser Sage allerdings nicht. Doch der Reihe nach.
| Burg Hardenstein | |
|---|---|
| Ort | Witten |
| Entstehungszeit | um 1354 |
| Burgentyp | Niederungsburg, Wasserburg |
| Erhaltungszustand | Ruine: Umfassungsmauern, zwei runde Ecktürme |
| Bauweise | Bruchstein |
| Höhenlage | 95 m. ü. NN |
Burg Hardenstein ist eine Wasserburg – Fertigstellung 1354 zu Lebzeiten von Heinrich II. von Hardenberg
Als Heinrich II. von Hardenberg im Jahr 1354 seine Herrschaft Hardenberg im heutigen Velbert an Graf Gerhard I. von Jülich-Berg abgeben muss, sucht er mit seiner Familie eine neue Bleibe. Er kommt am südlichen Ufer der Ruhr zwischen Herbede und Witten unter und bezieht dort eine Wasserburg, die im selben Jahr fertiggestellt wird. Heinrich II. stirbt einige Jahre später; seine Nachfahren tragen seinen Namen jedoch weiterhin. So ist es Heinrich der IV., der im Jahr 1378 eine Fehde mit der Stadt Dortmund anzettelt, weil ein dort lebender Geschäftsmann bei ihm in der Kreide steht. Der Angriff schlägt fehl; Heinrich IV. wird hingerichtet.
Sage in der Burg Hardenstein: Zwergen-König brachte Küchenjungen um und verspeiste ihn
| Burg Hardenstein | |
|---|---|
| Adresse | Hardensteiner Weg, 58456 Witten |
Doch auch dessen Nachfahren bleiben in der Burg Hardenstein wohnhaft – und dürfen sich einer Sage zufolge auch über einen regelmäßigen Hausgast freuen. Die Rede ist von Zwergen-König Goldemar (oder Volmar). Er ist der Legende nach unsichtbar, allerdings regelmäßig an Speis und Trank mit der wohlhabenden Familie interessiert. Eines Tages streut ein neugieriger Küchenjunge Erbsen und Mehl aus, um wenigstens die Fußabdrücke des unsichtbaren Königs sehen zu können. Das gefällt Goldemar gar nicht – er tötet, kocht und verspeist den Küchenjungen, verschwindet und hinterlässt der Familie einen Fluch.
Burg Hardenstein in Witten: Eintritt rund um die Uhr, keine Tickets zur Besichtigung nötig
Wer davon nicht abgeschreckt ist, kann die Burg Hardenstein auch heute noch besuchen. Seit 1974 wird sie vom Verein „Burgfreunde Hardenstein“ instandgehalten, die Burg ist umgeben von einem Bergbauwanderweg, der Ruhrtalbahn und bis 2019 auch von einem Museumszug. Heute können historische Bauteile der Burg in der anliegenden Grundschule Witten-Herbede besichtigt werden. Doch auch die Burg ist natürlich immer und somit rund um die Uhr für einen Besuch geöffnet; der Eintritt in die Ruine ist frei.
Anfahrt zur Burg Hardenstein mit Auto und ÖPNV
► Auto: Auf die A43 die Abfahrt Witten-Heven nehmen und auf die Seestraße einbiegen. Richtung Witten-Heven rechts in die Wittener Straße, links in die Vorholzer Straße, links auf den Vormholzer Ring. Dann rechts auf die Kars-Legien-Straße, rechts zu den Tannen und links auf den Hardensteiner Weg. Von dort aus ca. 20 Minuten Fußweg.
► ÖPNV: Von Bochum Hbf mit der U35 zur Haltestelle Marktstraße, dann in die Buslinie 339 umsteigen und zur Haltestelle Witten Freizeitbad Heveney fahren. Dann in den Bus 350 bis Haltestelle Hardensteiner Weg.
Burg Hardenstein in Witten: Trotz gruseliger Sage heute noch ein beliebtes Ausflugsziel
Ein Besuch wird natürlich nur empfohlen, wenn man keine Angst vor der Rückkehr des Zwergen-Königs Goldemar hat. Wem das ein wenig zu gruselig ist, kann sich auch auf einer anderen Burg in NRW umsehen: Die Isenburg in Hattingen stand zwar nur rund 25 Jahre, ist heute allerdings ein beliebtes Ausflugsziel. Nicht zu verwechseln ist sie übrigens mit einer weiteren Isenburg in Essen, die ebenfalls als „Lost Place“ gilt. Darüber hinaus hat das Ruhrgebiet auch noch weitere Burgen und Schlösser zu bieten. (mo)
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