US-Wahl

Deutliche Reaktionen auf Trump-Sieg: „Hoffe, dass dieses Phänomen wieder abebbt“

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Trump hat die US-Präsidentschaftswahlen deutlich gewonnen.
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  • Frank Lahme
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Die Reaktionen auf den Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen fallen gemischt aus. Doch besonders in der Politik ist die Sorge groß.

Hamm – Dieses Mal war es nicht einmal knapp. Mit einem deutlichen Vorsprung konnte sich Donald Trump bei den US-Wahlen gegen seine Kontrahentin Kamala Harris durchsetzen und wird wohl im Januar als 47. Präsident der Vereinigten Staaten in das Weiße Haus einziehen. Die ersten Reaktionen vom politischen Parkett in Berlin lassen den Eindruck zu, als könnte Deutschland eine weitere Zeitenwende bevorstehen. Immerhin hatte der Kandidat der Republikaner im Wahlkampf immer wieder mit Beschränkungen des internationalen Handels für sich geworben.

Vertreter von Hammer Wirtschaftsverband blickt gelassen auf Trumps Wahlsieg

Gerhard Draband, Leiter des Kreisverbandes Hamm beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), blickt dennoch gelassen auf die Wahlergebnisse. „Wir wissen natürlich um die Möglichkeit der erhöhten Zölle“, sagte er im Gespräch mit dem WA. Allzu große Effekte einer Präsidentschaft Trump auf die Unternehmen in Hamm erwartet er jedoch nicht. Er „hoffe“, dass die Zölle nicht für alle Produktbereiche gelten werden. „Die lokalen Bereiche, beispielsweise in der Innovation von Lack, werden aus meiner Sicht nicht in den Fokus der Trump'schen Zölle geraten.“

Hammer Politiker besorgt: Trumps Politikstil ist fragwürdig – aber erfolgreich

In der Hammer Politik ist die Stimmung angesichts der Wahlergebnisse eine andere. Besonders die Rhetorik des neuen, alten US-Präsidenten bereitet dem CDU-Kreisvorsitzenden Arnd Hilwig Sorgen. Trump war bei seinen Wahlkampfveranstaltungen immer wieder mit Falschbehauptungen aufgefallen, hatte mitunter rassistische Ressentiments geschürt. „Ein solcher Stil ist ja auch in Deutschland angekommen, selbst auf kommunaler Ebene“, sagte der Christdemokrat. „Eine solch aufgeheizte Stimmung, direkte Anfeindungen auf der Straße, das hab ich hierzulande zuvor noch nicht erlebt.“ Trotz des Erfolgs des Politikertyps Trump sei hierzulande eine gemäßigte Rhetorik ratsam. Das Ende dieser Spirale, so befürchtet Hilwig, sei jedoch wohl noch nicht erreicht.

Auch der Hammer SPD-Vorsitzende Stefan Heitkemper blickt alles andere als positiv auf eine Debattenkultur à la Trump. „Ich habe immer noch die Hoffnung, dass dieses Phänomen bald wieder abebben wird. Ähnliche Entwicklungen haben wir weltweit gesehen, ob es Beppe Grillo in Italien oder Jarosław Kaczynski in Polen ist.“ In Deutschland habe die AfD bereits mit Falschbehauptungen Politik gemacht. „Ich hoffe, dass das ein Zeitgeist ist, der schnell wieder verloren geht.“

Ukrainer mit überraschender Einschätzung zum Wahlsieg von Donald Trump

In der Ukraine geht mit dem Ausgang der US-Wahlen die Angst um. Das weiß auch Vitaliy Berestyan, der seit zweieinhalb Jahren das Hammer Gesicht des Ukrainekrieges ist und aktuell wieder einen 40-Tonner-Lkw mit Hilfsgütern ins Land schafft. Er selbst gab sich am Mittwoch erstaunlich optimistisch. „Ich bin zuversichtlich, dass alles gut wird. Ich bin für keinen der beiden Kandidaten gewesen. Am Ende ist die Frage nach Geld und Waffenlieferungen entscheidend“, so Berestyan. Auch unter Biden sei nicht alles glattgelaufen, Trump habe der Ukraine 2019 erstmals Waffen geliefert.

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