„Danken aus tiefstem Herzen“

Änderung bei der Deutzer Kirmes: Schausteller mit emotionalem Statement

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Nach über 50 Jahren darf die GKS nicht mehr die Deutzer Kirmes veranstalten. Nun melden sich die Kölner Schausteller zu Wort.

Köln – Es war für die Kölner Schaustellerinnen und Schausteller die Hiobsbotschaft. Nach über 50 Jahren ist die Gemeinschaft Kölner Schausteller, kurz GKS, nicht mehr der Veranstalter der Deutzer Kirmes. Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt ging der Zuschlag für die Kölner Kirmes an den Schausteller Wilfried Hoffmann aus Leverkusen. Die GKS ging leer aus.

Nachdem die GKS nicht den Zuschlag für die Deutzer Kirmes 2024 erhielt, hat sich der Verein nun mit einem emotionalen Statement gemeldet (Symbolbild von 2022).

Nach Änderung bei der Deutzer Kirmes: Schausteller mit emotionalem Statement

Bereits am 30. März soll die Deutzer Osterkirmes 2024 starten – wie genau das Volksfest dabei abläuft, ist derzeit noch unklar. Auch inwieweit die Kölner Schaustellerinnen und Schausteller auf dem Kirmesplatz in Köln-Deutz vertreten sein werden, ist aktuell nicht bekannt. Denn das entscheidet der Veranstalter. Die GKS meldet sich nun jedoch mit einem emotionalen Statement an die Kirmesfans.

Und demnach haben die Schaustellerinnen und Schausteller in den letzten Tagen zahlreiche Nachrichten bekommen. „Man kann es nicht in Worte fassen, Eure Loyalität, motivierende Worte und Unterstützungen jeglicher Form zu würdigen“, heißt es in dem Facebook-Beitrag. Immerhin waren die letzten Monate für die GKS ein emotionales Auf und Ab. Die zahlreichen Nachrichten seien darum Balsam für die Seele. „Wir danken aus tiefstem Herzen“, heißt es in dem nun veröffentlichten Statement.

Das ist passiert:

  • Seit Ende der 1970er-Jahre veranstaltet die GKS bereits die Deutzer Kirmes. Bis zum Herbst 2023 war die Anmeldung für die Veranstaltung für die GKS eigentlich immer nur eine Formsache.
  • Doch dann teilte die Stadt mit, die Kirmes 2024 an einen anderen Veranstalter zu vergeben. Der Grund: Erstmals gab es eine große Ausschreibung, wer bei der Frühjahrs- und Herbstkirmes Veranstalter sein darf. Und die führte sogar zu einem Rechtsstreit.
  • Schließlich hat das Los entschieden, wer die Kirmes ausrichten darf. Gewonnen hat dabei Schausteller Wilfried Hoffmann aus Leverkusen. Die GKS ging leer aus.

Konsequenzen nach Deutzer Kirmes-Aus: „Finanziellen Schäden zumindest zum Teil abwenden“

Die Sorgen bei der GKS und den Kölner Schaustellerinnen und Schaustellern sind aktuell enorm. Vor allem der finanzielle Druck sei riesig. Man versuche aktuell Alternativen zur Kirmes zu finden, um die „finanziellen Schäden zumindest zum Teil abwenden zu können“, heißt es weiter.

Die GKS wolle definitiv zusammenhalten. Darum richtet sich der Verein auch noch einmal direkt an die Kölner Schausteller-Gemeinschaft. „Jedes einzelne Schicksal, welches uns über diverse Kanäle erreicht, rührt uns zu Tränen und zeigt, dass es dieser Welt noch Menschen mit Rückgrat und Respekt unter den Schaustellerkollegen gibt“, heißt es in dem Beitrag weiter. „Viele haben sich noch nicht einmal von der Coronapandemie erholt und jetzt, nach der Winterpause, wäre das Frühlingsvolksfest die erste mögliche Einnahmequelle gewesen, die Euch genommen worden ist. Trotzdem sagt Ihr dieser Ungerechtigkeit den Kampf an und da ziehen wir den Hut vor.“

Der Beitrag der GKS wurde mehrfach auf Facebook geteilt, kommentiert und gelikt. „Ich finds einfach nur misst, wie die mit euch umgehen, jahrelang habt ihr die Deutzer Kirmes ausgerichtet und nun das …“ und „Ich stehe auch weiterhin zu Euch, versprochen“, heißt es unter anderem in den Kommentaren.

Wie genau die GKS nun weitermacht und ob die Schaustellerinnen und Schausteller Konsequenzen ziehen, ist derzeit noch nicht bekannt. Man werde die Fans jedoch auf dem Laufenden halten – „sobald es entsprechende Neuigkeiten gibt und soweit es das laufende Verfahren erlaubt“, heißt es im Facebook-Beitrag weiter. (jw)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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