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Public Viewing zur EM: Stadt Dortmund erläutert Kriterien für Absage

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Beim Achtelfinale der DFB-Elf mussten die Fanzonen wegen Unwetters geräumt werden. Laut Stadt entscheidet ein Kriterium, wann es zu einer wetterbedingten Absage des Public Viewing kommt.

Dortmund - Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Freitagabend, 5. Juli, im EM-Viertelfinale auf Spanien trifft, werden auch in Dortmund wieder Zigtausende in den Fanzonen im Westfalenpark und auf dem Friedensplatz mitfiebern. Nachdem das Public Viewing beim Achtelfinale wegen eines Unwetters abgebrochen werden musste, werden die Fans wohl vor den kommenden Partien besorgt die Prognosen für das Wetter verfolgen. Laut Stadt entscheidet ein Kriterium, wann das Public Viewing wetterbedingt abgesagt wird.

Heftiges Unwetter über Dortmund: Public Viewing im Westfalenpark abgebrochen

Ein heftiges Unwetter zog am 29. Juni über Nordrhein-Westfalen – ausgerechnet am Tag des Achtelfinales zwischen Deutschland und Dänemark in Dortmund. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für weite Teile des Landes eine sogenannte „Vorabinformation Unwetter“ herausgegeben. Meteorologen rieten den Menschen, am Abend zu Hause zu bleiben. In Dortmund wurde das Unwetter erst gegen Ende des EM-Spiels erwartet.

Die Partie wurde also pünktlich um 21 Uhr im Dortmunder Westfalenstadion angepfiffen. Nur eine halbe Stunde später folgte dann der Abbruch – und auch die Fanzonen im Westfalenpark und auf dem Friedensplatz mussten geräumt werden. Eine Gewitterzelle näherte sich. 15 Minuten hätten zwischen der Warnung des Meteorologen im Koordinationsteam und dem erwarteten Eintreffen der Gewitterzelle über Dortmund gelegen, erklärte die Feuerwehr noch am selben Abend in einem Statement.

Nach der Räumung, die sowohl seitens der Verantwortlichen als auch dem Großteil der Fans als ruhig und gesittet beschrieben wurde, kam Kritik auf. Der Westfalenpark mit Zigtausenden Besuchern sei „viel zu spät“ geräumt worden. „Es wurde erst geräumt, nachdem das Gewitter schon direkt über den Leinwänden war“, schilderte ein Fan auf Tiktok. Für Meteorologe Jörg Kachelmann hätte das Public Viewing in Dortmund bei der angekündigten Wetterlage „nie stattfinden dürfen“.

Der Westfalenpark musste beim Achtelfinale Deutschland – Dänemark wegen eines Unwetters geräumt werden.

Public Viewing zur EM in Dortmund – Stadt erläutert Kriterien für Absage

Die Stadt Dortmund weist die Vorwürfe von sich. „Die Gewitterzelle war im Vorfeld nicht absehbar und eine sofortige Räumung des Parks, nachdem sie entdeckt war, alternativlos“, erläutert Katrin Pinetzki, Sprecherin der Stadt Dortmund, auf Nachfrage von wa.de und betont, dass sich das „Sicherheits- und Fluchtwegekonzept für den Fall einer plötzlichen Räumung“ in seiner Wirkung bestätigt hätte. Die Menschenmasse habe sich schnell aufgelöst. „So konnte die Gefahr bereits nach wenigen Minuten reduziert werden. Dank des ordnungsgemäßen Ablaufs waren die Flächen nach 15 Minuten auch tatsächlich geräumt.“

Laut Pinetzki ist vor allem ein Kriterium dafür ausschlaggebend, dass das Public Viewing stattfinden kann. „Unterschieden wird zwischen amtlichen Vorwarnungen und amtlichen Warnungen. Im Fall des Spiels Türkei/Georgien gab es eine amtliche Warnung, sodass das Public Viewing von vornherein abgesagt wurde. Im Falle des Spiels Deutschland/Dänemark gab es nur eine amtliche Vorwarnung mit der Prognose, dass das Gewitter Dortmund erst später am Abend erreichen würde.“ Es sei keine Gefahr für Besucher des Public Viewings zu erwarten gewesen.

„Die Kriterien haben sich seit Turnierbeginn nicht geändert“, weist Pinetzki darauf hin, dass auch bei kommenden EM-Spielen das Public Viewing erst bei einer konkreten Wetter-Warnung im Vorfeld abgesagt werde. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Wetterberichte im Blick behalten, bevor er sich auf den Weg zu großen Public-Viewing-Veranstaltungen macht. Die Räumung am 29. Juni in Dortmund hat einmal mehr gezeigt, wie urplötzlich sich Gewitterzellen bilden können. In einem kleinen Ortsteil von Bad Salzuflen im Kreis Lippe sprach die Feuerwehr von „einem der heftigsten Unwetter der letzten Jahrzehnte“.

Public Viewing zum Viertelfinale in Dortmund

Alle Spiele des Viertelfinales am Freitag, 5. Juli, und am Samstag, 6. Juli, werden in den Fanzonen in Dortmund übertragen:

Freitag, 18 Uhr: Deutschland – Spanien

Freitag, 21 Uhr: Portugal – Frankreich

Samstag, 18 Uhr: England – Schweiz

Samstag, 18 Uhr: Türkei – Niederlande

Rubriklistenbild: © IMAGO/Anja Cord

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