VonMarvin K. Hoffmannschließen
Der Dortmunder Weihnachtsmarkt ist eröffnet. Aber der größte Weihnachtsbaum mit seinen vielen Lichtern bleibt zunächst dunkel. Dafür gibt es einen Grund.
Dortmund – Er ist das Highlight der Dortmunder Weihnachtsstadt – so heißt der Weihnachtsmarkt in der Ruhrgebietsstadt offiziell – und lockt jedes Jahr Zehntausende Besucher an: Der größte Weihnachtsbaum der Welt mit seinen 45 Metern. Wer pünktlich zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes am 21. November über den Hansaplatz in der City streift, wird sich aber vielleicht verwundert die Augen reiben. Der Baum mit seinen vielen Lichtern ist und bleibt vorerst dunkel. Das hat einen einfachen Grund.
Weihnachtsmarkt Dortmund öffnet – aber der größte Weihnachtsbaum der Welt bleibt dunkel
Vorweg: Auch wenn der Baum (noch) dunkel ist, kann Dortmund mit anderen Dingen aufwarten. Zum bereits 125. Mal findet der Weihnachtsmarkt dort statt und ist nach eigenen Angaben mal wieder „einer der größten Weihnachtsmärkte Europas“. „An über 250 Ständen mit Kunsthandwerk, Weihnachtsdekorationen, außergewöhnlichem Spielzeug und vielem mehr gibt es nahezu alles, was die Herzen in der Adventszeit höher schlagen lässt“, erklären die Veranstalter und verweisen auch auf das Design der diesjährigen Glühweintasse. „Mit dem jährlich wechselnden Motiv ist er ein begehrtes Sammlerobjekt“, heißt es.
Kommen wir nun aber mal zum Punkt: Warum leuchtet der Weihnachtsbaum mit seinen vielen Lichtern nicht? Der Grund ist denkbar einfach und hat etwas mit einem Brauch zu tun. Die Veranstalter geben selbst die Antwort: „Immer am Tag nach Totensonntag im November leuchtet der größte Weihnachtsbaum der Welt (45 Meter) mit seinen rund 138.000 LED-Lichtern. Bis zum 30. Dezember erstrahlt er in der Mitte des Hansaplatzes als großes Weihnachtswahrzeichen der Stadt.“ Alleine die technischen Daten sind beachtlich:
| Höhe | 45 Meter |
| Grundfläche | 400 Quadratmeter |
| Eigengewicht | 40 Tonnen |
| Fundament | 120 Tonnen |
| Sprinkleranlage | ca. 3,2 Kubikmeter Wasser pro Minute |
| Anzahl der Bäume | über 1200 Rotfichten vom Forstbetrieb Schulte-Brinker |
| Beleuchtung | 138.000 LEDs |
Weihnachtsbaum in Dortmund leuchtet erst nach Totensonntag
Und warum ausgerechnet erst nach Totensonntag? Nun, der ist immer der letzte Sonntag vor dem ersten Advent – und somit der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Genau hier liegt ein Ursprung für den Brauch, Weihnachtsschmuck erst nach dem Gedenktag aufzuhängen. Nach Totensonntag, in diesem Jahr ist er mit all seinen Verboten am 24. November, endet das christliche Kirchenjahr und für Gläubige beginnt damit die Vorweihnachtszeit. Dementsprechend wird auch erst nach dem Gedenktag festlich geschmückt – und daran halten sich auch die Veranstalter der Dortmunder Weihnachtsstadt. Der Glühwein dürfte vielen – auch dank Wintereinbruch in NRW – trotzdem jetzt schon schmecken.
