VonMarvin K. Hoffmannschließen
Ein Video vom Parookaville-Festival sorgt für Aufregung. Ein Besucher trug ein DFB-Trikot mit rechtsextremer Botschaft. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.
Weeze/Kleve/Krefeld – Das Parookaville-Festival 2025 ist zu Ende und die Polizei zieht eine positive Bilanz. Ein Video aber sorgt jetzt für Aufregung. Darin zu sehen: ein junger Mann in einem pinken DFB-Trikot mit der Aufschrift „Führer“ und der Rückennummer 44. Dahinter steckt eine geheime Botschaft – und wenig später ist er von Einsatzkräften umringt.
„Führer“-Trikot auf Parookaville-Festival: Staatsschutz ermittelt
Die Polizisten sprechen in dem Video den Mann augenscheinlich auf sein Trikot an. In einer späteren Sequenz ist er dann ohne das Jersey auf dem Festivalgelände zu sehen. Die Echtheit des Videos sowie den entsprechenden Einsatz hat ein Sprecher der zuständigen Kreispolizeibehörde Kleve gegenüber wa.de bestätigt. Jetzt ermittelt sogar der Staatsschutz. Aus einem guten Grund.
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DFB-Trikots mit der Nummer 44 werden gerne in rechtsextremen Kreisen getragen. Die Zahlen wirken nebeneinander wie die Doppelte „Sig“-Rune auf dem Wappen der SS – der mörderischen Elite-Einheit des Dritten Reichs, die für unzählige Gräueltaten und Morde unter dem Oberbefehl von Adolf Hitler (der in diesem konkreten Fall mit „Führer“ gemeint sein dürfte) verantwortlich war.
Hersteller Adidas und der DFB hatten daher bereits im Frühjahr – kurz nach Vorstellung des neuen Trikots – entsprechende Kombinationen gesperrt. Einige Trikots sind dennoch im Umlauf oder werden mittlerweile als billige Kopien, beispielsweise auch auf Mallorca, an Touristen und anderen Menschen verkauft, die im Geschichtsunterricht augenscheinlich eher weniger aufmerksam waren, und ihre menschenverachtende Gesinnung gerne öffentlich zur Schau stellen.
Rechtsextreme Symbole auf Festival: Polizei reagiert
Für den Mann aus dem Video auf dem Parookaville-Festival jedenfalls dürfte die Wahl des Oberteils mit der widerwärtigen Geheimbotschaft Folgen haben. Gegen mutmaßliche Nazis und offenkundig rechtsextremes Gedankengut geht die Polizei entsprechend vor, sogar der Staatsschutz ermittelt nun. Nach wa.de-Informationen wurde das besagte Trikot allerdings nicht sichergestellt. Der Mann wurde lediglich dazu aufgefordert, es auszuziehen – und durfte dann weiterfeiern.
Straftaten beim Parookaville
Die Polizei blickt positiv auf das Festival zurück. „Natürlich hat es Einsätze gegeben, etwa wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, zu viel Alkohol oder auch Diebstählen auf den Campingplätzen“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber wa.de. „Aber im Großen und Ganzen war es ähnlich ruhig wie in den vergangenen Jahren – mit der Ausnahme, dass in diesem Jahr vermehrt Kennzeichen gestohlen worden sind“, ergänzte er.
Dass die Hemmschwelle immer geringer wird, sich in der Öffentlichkeit rechtsextrem zu äußern, zeigt derweil ein anderes „Phänomen“. Der Party- und Pop-Hit „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino wird immer wieder missbraucht, um fremdenfeindliche Parolen anzustimmen. So zuletzt auch bei einem Schützenfest in NRW.
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