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Aktive und ehemalige Feuerwehrkameraden kamen, auch die Verantwortlichen der Stadt beobachteten den Abriss des ehemaligen Gerätehauses. Wie lange das dauern wird, warum der Bagger nur von einer Seite arbeiten kann und was dort zukünftig entstehen soll.
Warstein – Um 16.05 Uhr hatte das Ende seinen Anfang genommen. Im Obergeschoss, in der mittleren Fensterreihe des Sitzungssaals, packte der 70 Tonnen schwere Abrissbagger als erstes zu. Steine, Staub und Fensterrahmen schlugen Sekunden später einige Meter vor den Füßen der aktiven und ehemaligen Feuerwehrkameraden des Warsteiner Löschzuges und der Verantwortlichen der Stadt Warstein auf. Viele hielten den besonderen Moment per Smartphone fest.
Fasziniert und wehmütig beobachtete Werner Mues in der Uniform der Alters- und Ehrenabteilung den Abriss. Jahrzehnte war er im Löschzug aktiv, „bestimmt 65 Jahre“. Er erlebte sogar noch die Feuerwehrzeit im „ganz alten Gerätehaus“ an der nördlichen Hauptstraße, gegenüber des Bullerteichs. „Das Haus hier war gut, wir haben viel selber darin gemacht.“ Man habe viele schöne Dinge erlebt, auch manchen traurigen Moment – „wie das so ist“, so Mues.
Startschuss für Quartiersentwicklung
Es sei das Ende einer Ära, sagte Donat Ahle, Leiter der Feuerwehr der Stadt Warstein: „Es ist schon hart. So lange, wie ich in der Feuerwehr bin, kenne ich dieses Gebäude. Man verbindet viel mit so einem Gebäude. Hier ist viel passiert, hier hat man viel erlebt.“ Gleichzeitig sei er aber auch neugierig, was dort an der Wästerstraße in Zukunft entstehen wird.
Da konnte Sabine Leitner, Fachbereichsleiterin Bauen und Wohnen, Aufklärung schaffen: „Das ist der Startschuss für unsere Quartiersentwicklung. Als nächstes folgt die Renaturierung der Wäster, weil wir hier auch einen schönen Freiraum gestalten wollen.“ Im Anschluss daran werde der Investorenwettbewerb vorbereitet, sobald die Städtebaufördermittel vorliegen, „können wir ins Verfahren gehen“, so Leitner: „Sodass wir in diesem Jahr hoffentlich einen guten Entwurf und einen Investor finden, um dann in 2025 weiterzumachen mit der Bauleitplanung.“ Und dann folgen Bauantrag, Ausführung und Bau, voraussichtlich in 2026 und 2027.
Platz dafür schafft seit Dienstagnachmittag die Firma Knepper aus Lippstadt mit Bauleiter Dirk Strathenke: „In erster Linie gilt es darauf zu achten, dass möglichst wenig in die Wäster fällt. Dass möglichst wenig an der Nachbarbebauung zu Schaden kommt. Und vor allem, dass absolut niemand zu Schaden kommt, das steht an erster Stelle.“ „Von oben nach unten“ werde abgetragen, die Höhe sei für den Abrissbagger keine Schwierigkeit mit einer Armlänge von 21 Metern: „Er könnte sogar bis 33 Meter aufgerüstet werden.“
Gerätehaus bis spätestens Ende der kommenden Woche ebenerdig abgerissen
Einzige Einschränkung: Aufgrund seines Gewichtes kann der Bagger nur von westlicher Seite, nicht von österlicher Seite abreißen. Grund: Er ist zu schwer für die Brücke über die Wäster. Sobald die oberen Geschosse des Gerätehauses abgetragen sind, könne auch ein kleinerer Bagger eingesetzt werden, erklärte Strathenke.
Denn der, der am Dienstag den Abriss einläutete, wird möglicherweise noch in Rüthen für den Abriss der abgebrannten Produktionshalle des Sägewerks Fisch gebraucht, erklärte Strathenke. Bereits Mitte der kommenden Woche, „ich denke allerspätestens Ende der Woche“, werde das Gerätehaus bereits ebenerdig abgerissen sein.



