Eurofighter und Tornados

Warum immer wieder Kampfjets über Köln fliegen

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Immer wieder sieht man Kampfjets, die über Köln fliegen – sowohl Eurofighter als auch Tornados. Warum fliegen die Kampfjets über NRW?

Köln – Gefühlt fast täglich fliegen derzeit Kampfjets über Köln. Und das so tief, dass sie nicht nur sehr gut zu hören, sondern häufige auch mit bloßem Auge zu sehen sind. Vor allem seit Sommer 2022 kommt es immer wieder zu mehreren Flügen kurz hintereinander. Warum fliegen die Kampfjets überhaupt? 24RHEIN hat bei der Bundeswehr nachgefragt.

Köln: Kampfjets kommen aus Nörvenich – Eurofighter und Tornado auf Trainingsflügen

Immer wieder sind Kampfjets über Köln und NRW zu hören, auch in den Abendstunden. (Symbolbild)

Die Kampfjets, die immer wieder über Köln fliegen, stammen vom Fliegerhorst Nörvenich bei Düren, sagte ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr zu 24RHEIN (12. August 2022). Der Grund: Trainingsflüge für die Piloten. Neben Eurofightern sind seit Juni 2022 in Nörvenich auch Tornado-Kampfflugzeuge stationiert.

Ein ganz klassisches Beispiel für diese Flüge war am 11. August 2022. Laut Bundeswehr flogen gegen 9:22 Uhr zuerst drei Eurofighter in 7000 Fuß Höhe (circa 2100 Meter) und gegen 11:07 Uhr dann vier Tornado-Jets im „Formationsflug“ in 5000 Fuß Höhe (circa 1500 Meter) über das Stadtgebiet. Beide Flüge gingen jeweils von Süd-Westen über die Kölner Innenstadt nach Nordosten. Heißt also: Nicht nur Kölner und Kölnerinnen hören die Kampfjets.

Kampfjets über Köln: Eurofighter und Tornados fliegen jetzt auch nachts

Seit Oktober 2022 sind die Kampfjets dann sogar nachts über NRW unterwegs. Dabei schreckten sie den ein oder anderen Bewohner in Köln auf, da sie diesmal deutlich tiefer flogen. Eurofighter und Tornado waren „zwischen 535 Meter über Grund und 961 Metern über Grund“ unterwegs, sagte eine Sprecherin des Luftfahrtamtes der Bundeswehr auf 24RHEIN-Anfrage.

Das ist der Eurofighter-Jet

Der „Eurofighter Typhoon“ ist ein zweistrahliges Kampfflugzeug. Es kann für mehrere Zwecke eingesetzt werden. Der Kampfjet wurde gemeinsam von Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK), Italien und Spanien entworfen und gebaut. Der Kampfjet wird neben den vier Entwurfsländer auch noch von Österreich, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Oman genutzt.

Erstflug: 27. März 1994

Indienststellung: 25. Juli 2006

Produktionszeit: Seit 2003 in Serienproduktion

Stückzahl: 571 (Stand: Dezember 2021)

Kampfjets über Köln: Tornados in Nörvenich – nicht mehr Flüge?

Am Luftwaffen-Standort Nörvenich sind zukünftig neben Eurofighter auch Tornado-Kampfjets stationiert.

Durch die Verlegung der Tornados befinden sich mittlerweile tatsächlich deutlich mehr Kampfjets am Militärflugplatz in Nörvenich. Trotz Protest von Anwohnern sind nun statt 30 ganze 55 Flugzeuge dort stationiert. Doch kommt es dadurch auch tatsächlich zu mehr Flügen, wie es vielleicht wirken mag? Ja und Nein. Zwar kommt es laut Bundeswehr zu mehr Flügen aus Nörvenich, jedoch nicht über Köln. „Eine Analyse der Flugdichte zeigt keine häufigeren Flugbewegungen über dem Stadtgebiet Köln“, sagte ein Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage am 12. August 2022 an.

Grundsätzlich wurden seit Juni 2022 die „An- und Abflugwege zur Basis in Nörvenich etwas aufgelockert“. Damit soll die Lärmbelastung für die Bevölkerung möglichst gering gehalten werden. Dadurch sollen die Kampfjets laut Bundeswehr auch an „sonst nicht überflogenen Orten wahrgenommen werden“.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Das ist der Tornado-Jet

Der „Panavia 200 (PA-200) Tornado“ ist ein zweisitziges, allwetterfähiges Kampfflugzeug. Es ist mit zwei Strahltriebwerken sowie Schwenkflügeln ausgerüstet und für mehrere Zwecke einsetzbar. Der Kampfjet wurde gemeinsam von Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK) und Italien entworfen und gebaut. Deutschland, Italien und Saudi-Arabien nutzen den Kampfjet in unterschiedlichen Rollen. 

Erstflug: 14. August 1974

Indienststellung: 1980

Produktionszeit: 1979 bis 1998

Stückzahl: 992

Kampfjets vom Fliegerhorst Nörvenich: Immer wieder Sichtungen über NRW

Der Fliegerhorst Nörvenich ist tatsächlich einer der wichtigsten Bundeswehr-Standorte in NRW. Zumindest was die Luftwaffe angeht. Er ist unter anderem einer von vier Eurofighter-Standorten des deutschen Militärs. Durch die Verlegung der Tornado-Kampfjets vom Fliegerhorst Büchel im Juni 2022 hat er nun noch mehr Bedeutung gewonnen.

Dadurch sind in der Vergangenheit bereits immer wieder Flüge der Kampfjets über Köln gesichtet worden. Das trifft auch auf den Rest von NRW zu, denn die Testflüge der Flugzeuge gehen über das ganze Bundesland.

Fliegerhorst Nörvenich
Adresse/StandortFliegerhorst, 52388 Nörvenich
Eröffnung1954
BetreiberLuftwaffe (Bundeswehr)
Beschäftigte450 Zivil, 1850 Soldaten (+450 seit Juni 2022)

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Dieser Text wurde am 14. Oktober 2022 inhaltlich aktualisiert und auf den aktuellen Stand gebracht.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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