Bundeswehr erklärt Grund

Eurofighter und Tornados: Warum Kampfjets jetzt auch abends den Ernstfall proben

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Immer wieder sind Kampfjets der Luftwaffe über Köln und NRW zu hören – und das aktuell sogar abends. 24RHEIN hat bei der Bundeswehr nachgefragt.

Köln – Kampfjets sind derzeit regelmäßig über Nordrhein-Westfalen zu hören und sehen. Vor allem im Großraum Köln fallen Eurofighter und Tornado immer wieder auf. Und das nicht nur tagsüber, sondern teilweise auch abends. So flogen allein am Donnerstagabend (13. Oktober) zwischen 21 und 22 Uhr insgesamt zwölf Kampfflugzeuge knapp an Köln vorbei, sagt eine Sprecherin des Luftfahrtamtes der Bundeswehr auf 24RHEIN-Anfrage.

Kampfjets über NRW: Warum sind Eurofighter und Tornados in Köln zu hören?

Ein Eurofighter Typhoon der Luftwaffe in der Nacht.

Tornado und Eurofighter sind zwar mittlerweile oft zu hören, doch am Mitte Oktober dürften die Kampfjets sogar einige Kölnerinnen und Kölner aus dem Bett geworfen haben – oder zumindest vom Sofa. Die Kampfjets waren laut Bundeswehr-Sprecherin in Höhen „zwischen 535 Meter über Grund und 961 Metern über Grund“ unterwegs.

Nicht immer fliegen die Kampfjets so tief: So waren Eurofighter und Tornados im Sommer in 1500 bis 2000 Metern Höhe über Köln unterwegs, wie die Bundeswehr am 12. August auf Nachfrage von 24RHEIN erklärte. Zwar flogen die Jets am Donnerstagabend nicht direkt über Köln, sondern über Hürth-Gleuel. Dennoch waren sie scheinbar deutlich über Köln zu hören, wie Anwohner aus dem Kölner Süden berichten.

Kampfjets der Bundeswehr über NRW: Flüge sind Übungen für Piloten

Ob bei Tag oder Nacht, der Grund für die Kampfjet-Flüge sind Übungen der Piloten. So kamen die Kampfflugzeuge am 13. Oktober aus östlicher Richtung, genauer gesagt aus Mecklenburg-Vorpommern, zurück zu ihrer Basis am Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren. Tatsächlich werden die Testflüge über NRW im Regelfall von dort aus geflogen.

„Selbstverständlich wird dabei versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen“, erklärt das Luftfahrtamt der Bundeswehr. Die „dicht besiedelte Bundesrepublik“ würde dem Vorhaben aber, „enge Grenzen“ setzen. Da die Zahl der Flüge von Eurofighter und Tornados über NRW laut Bundeswehr zuletzt aber zugenommen hat, lasse sich das immer schwerer vermeiden. Grundsätzlich sind militärische Übungsflüge mit Kampfflugzeugen in Deutschland von Montag bis Freitag bis spätestens 24 Uhr Ortszeit erlaubt.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Das ist der Eurofighter-Jet

Der „Eurofighter Typhoon“ ist ein zweistrahliges Kampfflugzeug. Es kann für mehrere Zwecke eingesetzt werden. Der Kampfjet wurde gemeinsam von Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK), Italien und Spanien entworfen und gebaut. Der Kampfjet wird neben den vier Entwurfsländer auch noch von Österreich, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Oman genutzt.

Erstflug: 27. März 1994

Indienststellung: 25. Juli 2006

Produktionszeit: Seit 2003 in Serienproduktion

Stückzahl: 571 (Stand: Dezember 2021)

Kampfjets über NRW: Wieso haben die Flüge zugenommen?

Seit Sommer 2022 ist deutlich mehr los am Fliegerhorst Nörvenich. Denn die Luftwaffe der Bundeswehr hat wegen Bauarbeiten am NATO-Flugplatz Büchel 25 Tornado-Kampfjets nach NRW verlegt. „Dadurch kommt es zu vermehrter Flugbewegung im Raum Nörvenich“, sagt die Sprecherin des Luftfahrtamtes der Bundeswehr.

Das ist der Tornado-Jet

Der „Panavia 200 (PA-200) Tornado“ ist ein zweisitziges, allwetterfähiges Kampfflugzeug. Es ist mit zwei Strahltriebwerken sowie Schwenkflügeln ausgerüstet und für mehrere Zwecke einsetzbar. Der Kampfjet wurde gemeinsam von Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK) und Italien entworfen und gebaut. Deutschland, Italien und Saudi-Arabien nutzen den Kampfjet in unterschiedlichen Rollen. 

Erstflug: 14. August 1974

Indienststellung: 1980

Produktionszeit: 1979 bis 1998

Stückzahl: 992

Luftwaffe: Wie oft fliegen Eurofighter und Tornado über NRW?

Wie häufig Übungsflüge aus Nörvenich genau stattfinden, lässt sich laut der Bundeswehr-Sprecherin nicht konkret sagen. Der Grund: Die jeweiligen Luftwaffen-Einheiten planen die Termine selbstständig. Der Fliegerhorst Nörvenich ist einer der wichtigsten Bundeswehr-Standorte in NRW. (os) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 7. November 2022 inhaltlich aktualisiert und auf den aktuellen Stand gebracht.

Rubriklistenbild: © Timm Ziegenthaler/Stocktrek Images /Imago

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