Bis zu 35 Grad am Sonntag

Experte spricht Warnung für NRW aus – auf Hitze-Knaller folgt Wettersturz

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Das nächste Hitze-Wochenende steht an. In NRW werden bis 35 Grad erwartet. Ein Meteorologe warnt. Und auf den Hitze-Knaller folgt der Wettersturz.

Hamm - Es ist ein Déjà-vu: Erst klettern die Temperaturen auf über 30 Grad, dann stürzen sie innerhalb von 24 Stunden wieder ordentlich ab. NRW steht das nächste Hitze-Wochenende bevor. Die Höchstwerte haben es in sich. Meteorologe Tommy Kühnlein Wetteronline warnt: Die Belastung der UV-Strahlung sei aktuell besonders hoch. Nach bis zu 35 Grad am Sonntag folgt der Wettersturz.

Mega-Hitze am Wochenende in NRW – Experte spricht Warnung aus

Schon am Samstag klettern die Temperaturen in NRW auf 29 Grad im Nordosten und 32 Grad im Rheinland. Im Hochsauerland sind maximal 24 Grad drin. Dazu weht ein schwacher bis mäßiger Wind. In der Nacht erwartet einige Menschen dann eine sogenannte Tropennacht. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind die Tiefsttemperaturen extrem unterschiedlich. Auf Bergen und in Großstädten sinken die Temperaturen nicht unter 20 Grad, in Muldenlagen des Berglandes werden hingegen örtlich ledilich 10 Grad erwartet.

Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Orkantief Kyrill NRW Wilmsdorf Wald
In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill mit mehr als 180 km/h über Deutschland hinweg. Auf dem Kindelsberg bei Kreuztal wurden Windgeschwindigkeiten bis 205 km/h gemessen. Elf Menschen starben in Folge des Orkans, sechs davon in NRW. Die Opfer kamen bei Aufräumarbeiten in den betroffenen Wäldern ums Leben. Denn Kyrill richtete Schäden in Milliardenhöhe an. In NRW wurde vor allem in den Wäldern im Sauerland und Siegerland (Foto) die Kraft des Orkans deutlich.  © Bernd Thissen/dpa
Sturmschäden nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, Meinerzhagen
Nach Angaben der NRW-Landesregierung belief sich der Schaden im Wald auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Dieses Foto wurde in Meinerzhagen im Sauerland aufgenommen. © IMAGO/imageBROKER/Heinz-Dieter Falkens
Baum ist auf ein parkendes Auto gestürzt, Schäden durch das Sturmtief Ela am 09.06.2014
An Pfingsten 2014 überzog das Sturmtief Ela vor allem Nordrhein-Westfalen. Es traten in einem Streifen vom Rheinland bis ins Ruhrgebiet Böen bis Orkanstärke auf, die zusammen mit einem großen Gewitterkomplex auftraten. © IMAGO / blickwinkel
Sturmschäden im Schellenberger Wald oberhalb des Baldeneysee verursacht nach einem schweren Sturm
Am 9. Juni (Pfingstmontag) kamen zwischen 20 und 23 Uhr in Düsseldorf, Essen, Köln und Krefeld insgesamt sechs Menschen ums Leben. In ganz NRW gab es über 60 Verletzte, 30 davon schwer. Bei der Deutschen Bahn waren die Schäden nach eigenen Angaben deutlich stärker als bei Kyrill. Ein Festival in Essen musste evakuiert werden.  © IMAGO / Jochen Tack
Orkan "Friederike" hat in den Wäldern Nordrhein-Westfalens gewütet.
Wieder zu Todesopfern kam es im Jahr 2018 beim Orkan Friederike. NRW war am 18. Januar das erste und auch am stärksten betroffene Bundesland. In Emmerich wurde ein Mann von einem Baum erschlagen. In Lippstadt starb ein Lkw-Fahrer bei einem Unfall, in Sundern ein Feuerwehrmann im Einsatz. In Duisburg wurde Sirenenalarm ausgelöst.  © Arnulf Stoffel/dpa
Entwurzelte Bäume liegen in Bochum im Weitmarer Holz. Der Sturm Friederike hatte die Bäume entwurzelt.
Die Bevölkerung sollte sichere Räume aufsuchen. Auch die Wälder wurden wieder stark zerstört, wie hier in Bochum im Weitmarer Holz. © IMAGO / Funke Foto Services
Die Erde im Flussbett des Rheins ist aufgrund der Dürre ausgetrocknet und aufgerissen.
Das Jahr 2018 war laut Deutschem Wetterdienst das bis dato wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Vom April bis in den Oktober war es in Deutschland außergewöhnlich trocken und heiß. Selbst am 13. Oktober wurden in Tönisvorst in NRW noch 28,6 Grad erreicht. © Christophe Gateau/dpa
Biggesee Biggetalsperre der Pegel Wasserstand hat nach den letzten trockenen Monaten stark abgenommen
Flächendeckend wurden neue Rekorde aufgestellt. In 9 der 15 größten deutschen Flüsse herrschte sehr lange extremes Niedrigwasser. © IMAGO / Rene Traut
Schnee-Chaos auf A2 in NRW
Im Februar 2021, mitten im Corona-Lockdown, wurde NRW regelrecht eingeschneit. Zudem sanken die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich. Auf der A2 bei Bielefeld war der Verkehr in der Nacht im Schnee-Chaos zum Stillstand gekommen. Autofahrer und Lkw-Fahrer mussten bei klirrender Kälte die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Rund um Bielefeld bildeten sich zwischenzeitlich mehr als 70 Kilometer Stau. © Festim Beqiri
Februar 2021: Rodeln am Kaiserberg in Duisburg
Selbst im Ruhrgebiet fiel so viel Schnee, dass gerodelt werden konnte – wie hier am Kaiserberg in Duisburg. © IMAGO / Funke Foto Services
Verwüstung und Tote: Die Flutkatastrophe im Juli 2021 in NRW
Die Jahrhundertflut im Sommer 2021 forderte in NRW 49 Todesopfer. Es gab zudem Dutzende Verletzte, unzählige Menschen wurden traumatisiert und verloren alles. Die Schäden werden auf 13 Milliarden Euro geschätzt. Es gab historische Höchststände bei den Flüssen und Bächen in NRW.  © David Young/dpa
Flut im Sommer 2021 in Hagen, 14. Juli
Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und auch eine Justizvollzugsanstalt mussten geräumt werden. Gemessen an der Opferzahl war das Hochwasser 2021 die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit der Sturmflut im Jahr 1962. © IMAGO / Kirchner-Media
14.07.2021, Hagen, Deutschland, - PKW schwimmt in den Sturzfluten
Zunächst hatte es Hagen und das Sauerland getroffen. ©  IMAGO / Marius Schwarz
Flutkatastrophe, NRW, Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel
Danach den Kreis Euskirchen. ©  IMAGO / Xinhua
Flut 2021: In Erftstadt-Blessem (NRW) sind Häuser massiv unterspült worden und einige eingestürzt oder in eine nahe Kiesgrube gestürzt.
Und Erftstadt, insbesondere die Ortschaft Blessem. ©  IMAGO / Future Image
Eine Kirche in Lippstadt-Hellinghausen ist durch den Tornado abdeckt worden. Der komplette Turmhelm wurde herunter gerissen.
Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, vollkommen zerstörte Autos: Gleich drei Tornados fegten im Mai 2022 durch NRW. In Lippstadt waren binnen Minuten Teile der Innenstadt verwüstet. An einer Kirche stürzte der gesamte Dachstuhl des Turms in die Tiefe. Kurz darauf traf ein zweiter Tornado auf Paderborn. Er war noch verheerender als der erste. Es gab 43 Verletzte. Ein dritter Tornado fegte an diesem Tag durch Höxter.  © Daniel Schröder
Dürre Sommer 2022 Rhein Düsseldorf
Der Sommer 2022 war in Europa erschreckend trocken. Es war überdurchschnittlich warm, und es gab unterdurchschnittliche Regenmengen. Es war zudem der heißeste Sommer in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. In NRW wurden am 19. Juli Temperaturen über 38 Grad gemessen. In einigen Regionen fielen die Pegel von Gewässern auf sehr niedrige Werte ab. Am 16. August fiel der Pegelstand des Rheins in Emmerich erstmals auf null und lag zwischenzeitlich noch darunter.  © Federico Gambarini/dpa
Mai 2024: Tornado über Hagen richtet Schäden an
Im Mai 2024 richtet ein Tornado in Hagen enorme Schäden an. Der Wirbelsturm feht am Nachmittag über die Stadt hinweg, deckt Dächer ab und entwurzelt Bäume. © IMAGO/EinsatzReport24

Wer kann, sollte die Nacht zum Lüften nutzen. Denn am Sonntag klettern die Temperaturen selbst auf dem Kahlen Asten auf 28 Grad. Im Rest von NRW liegen die Höchstwerte zwischen 32 und 35 Grad. Während der Samstag überwiegend sonnig ist, muss am Sonntag mit einer dünnen Schleierbewölkung gerechnet werden. Dennoch ist Sonnenschutz Pflicht. Laut Tommy Kühnlein erreicht die starke Juni-Sonne zur Sommersonnenwende am 21. Juni ihren Höchststand.

Ohne ausreichenden Schutz könne es schnell zum Sonnenbrand kommen. „Die Belastung durch ultraviolette (UV) Strahlung ist aktuell besonders hoch. In Süd- und Westdeutschland liegt der UV-Index bei 8, in den Alpen bei 9. Doch durch die trockene Luft und den zeitweise böigen Wind wird die intensive Sonneneinstrahlung oft unterschätzt“, erklärt der Wetter-Experte.

Auf den Hitze-Knaller folgt der Wettersturz: Gewitter und Starkregen möglich

Zuerst Sonnencreme, dann Regenschirm: Die Hitze verabschiedet sich am Sonntag mancherorts mit einem Knall, so war es auch schon am vergangenen Wochenende. Diesmal ist die Vorhersage jedoch (noch) nicht so dramatisch. Laut DWD sind „lokale Schauer oder Gewitter mit Starkregen und Sturmböen nicht ausgeschlossen“. Heißt: Es könnte knallen, muss aber nicht. Ob es Unwetter geben wird, bleibt abzuwarten.

Fest steht allerdings, dass die Temperaturen am Montag, 23. Juni, enorm abfallen werden. Es wird laut DWD „deutlich kühler“ bei Höchstwerten von 22 bis 23 Grad, in Hochlagen sind sogar nur 19 Grad drin. Dazu kann es recht stürmisch werden. Im Verlauf der neuen Woche steigen die Temperaturen dann aller Voraussicht nach wieder an, allerdings selten über 30 Grad.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Thomas Frey | IMAGO / Funke Foto Services

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