Kölner Fernsehturm

Höchster „Lost Place“ in NRW: So sieht es heute im Colonius aus

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Damit der Colonius in Köln wieder geöffnet werden kann, muss sich einiges tun (IDZRNRW-Montage).
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Der Kölner Fernsehturm ist mittlerweile seit über 20 Jahren geschlossen. Wie sieht es mittlerweile auf dem Colonius aus? Ein Besuch gibt Einblicke.

Köln – 266 Meter ist der Colonius hoch. Für denjenigen, der hochhoben auf dem Fernsehturm steht, ist Köln ein einziges Wimmelbild. Von hier hat man die perfekte Aussicht auf den Kölner Dom, den Rhein oder das Unicenter. Bis zu 80 Kilometer weit kann man den Blick schweifen lassen. Sogar das Siebengebirge, Bonn, die Eifel und Düsseldorf sind zu sehen. Doch seit 1999 ist der Colonius geschlossen. Seitdem herrscht hier absolute Stille.

Am Eingang des Colonius hängt ein einsamer Zettel. Und drinnen? Die Gänge sind leer. Der Fahrstuhl und die 925 Stufen nach oben verwaist. Abgesehen von Fernsehturm-Manager René Bloy von der Deutschen Funkturm GmbH dürfen lediglich eine Handvoll Leute hoch – und zwar nur mit Ausnahmegenehmigung. Damit ist der Colonius der wohl höchste Lost Place in Deutschland.

Seit über 20 Jahren geschlossen: Wie es heute im Colonius aussieht

Der Colonius aus dem Jahr 2005.
Der Colonius ist mit seinen 266 Metern Höhe das höchste Gebäude in Köln. Doch seit 1999 ist der Fernsehturm am Fuße des Grüngürtels geschlossen. Wie es in dem Turm aussieht, wissen nur die wenigsten. Bis jetzt. (Archivbild).  © Kölnsport/Imago
Der ehemalige Eingang des Colonius.
Der ehemalige Eingang ist jetzt ein Büro. Stattdessen kommt man durch den Seiteneingang – direkt am Turm – in das Innere des Colonius.  © 24RHEIN
Der Mediagang im Colonius.
Hinter den zwei schweren Stahltüren verbergen sich endlos lange Flure, in denen man schnell den Überblick verliert.  © 24RHEIN
Der unterirdische Gang des Colonius.
Der Colonius geht nicht nur in die Höhe, es gibt auch unterirdische Gänge.  © 24RHEIN
Der Külraum im Kölner Fernsehturm Colonius.
Denn im Keller wurden früher die Speisen für das Restaurant zubereitet. Bis zu 35 Personen arbeiteten hier. Die Kühlräume der Gastroküche sind heute noch gut zu erkennen.  © 24RHEIN
Der stillgelegte Fahrstuhl im Colonius.
Per Fahrstuhl ging es mit dem fertigen Essen dann in 166 Meter Höhe, wo die Besucherinnen und Besucher die Aussicht im Dreh-Restaurant genossen. Heute ist der Fahrstuhl allerdings geschlossen.  © 24RHEIN
Die leere Restaurant-Etage im Kölner Fernsehturm.
Doch von dem einstigen Restaurant mit Drehplatte ist heute kaum noch etwas zu erahnen. Tische und Stühle sind weg, Böden und Decken teilweise entfernt.  © 24RHEIN
Das ehemalige Restaurant im Colonius.
„Der Grund, warum es hier so kahl aussieht, ist das Thema Brandschutz“, erklärt Benedikt Albers, Unternehmenssprecher der Deutschen Funkturm GmbH. Denn der Brandschutz ist im Colonius nicht mehr gegeben. Die Gefahren – falls es in dem Fernsehturm zu einem Brand kommt – sind zu hoch.  © 24RHEIN
Die Drehplatte im ehemaligen Colonius-Restaurant in Köln.
Alles, was leicht entflammbar ist, wurde entfernt. Lediglich die 360-Grad-Drehplatte im ehemaligen Colonius-Restaurant ist heute noch gut zu erkennen.  © 24RHEIN
Die abgeschlossenen Toiletten im Colonius.
Die meisten Türen sind hingegen abgeschlossen, die Toiletten gesperrt. Nur wer eine Berechtigung und die passenden Schlüssel hat, kommt überhaupt bis nach oben.  © 24RHEIN
Die Aussichtsplattform des Colonius in Köln.
Ähnlich sieht es eine Etage höher – auf der sogenannten Aussichtsplattform – aus. © 24RHEIN
Die Aussichtsplattform des Colonius sieht aus wie eine Baustelle.
Auch hier wurden Decken und Böden teilweise entfernt. Damit erinnert die einstige Attraktion im Colonius heute eher an eine Baustelle.  © 24RHEIN
Die Aussicht vom Colonius auf den Grüngürtel in Köln.
Eines ist jedoch trotz Schließung gleich geblieben: Die spektakuläre Aussicht auf Köln und das Rheinland.  © 24RHEIN
Die Aussichtsplattform vom Colonius.
Doch damit Kölnerinnen und Kölner sowie Touristinnen und Touristen diese bestaunen können, muss einiges getan werden.  © 24RHEIN
Der Notausgang des Colonius.
Mit Streichen allein ist es nicht getan, erklärt Unternehmenssprecher Albers weiter. Das wirklich Herausfordernde und Komplizierte versteckt sich bei der Colonius-Sanierung vor allem in den Brandschutzauflagen, die bei so hohen Gebäuden schwierig sind. © 24RHEIN
Der Aufzug im Colonius.
Zum Beispiel müssten neue Löschmittelanlagen installiert und die Aufzüge komplett feuerfest gemacht werden. „Das ist keine einfache Sache“, sagt Albers. Genaue Zahlen nennt er nicht. © 24RHEIN

Colonius vor 40 Jahren eröffnet: Fernsehturm ermöglicht „Köln ganz anders kennenzulernen“

1981 wurde der Colonius eröffnet. Neben dem Technikraum bildeten die Aussichtsplattform in 169 Meter Höhe und das Restaurant mit spektakulärer Drehplatte das heimliche Herz des Fernsehturms. „Die Besucher hatten die Möglichkeit, in 360-Grad-Blick Köln ganz anders kennenzulernen“, sagt Fernsehturmmanager René Bloy von der Deutschen Funkturm GmbH.

Für Besucherinnen und Besucher damals purer Nervenkitzel – immerhin konnte man von den bodentiefen Fenstern über ganz Köln blicken. Viel unter sich hat man dabei nicht: Lediglich einen Teppich, einen Hohlraum und rund 26 Zentimeter Beton.

Der Colonius in Köln

► Der Colonius wurde ab 1978 gebaut und am 3. Juni 1981 eröffnet.

► Er befindet sich direkt im Inneren Grüngürtel, Innere Kanalstraße 100, 50672 Köln (Stadtbezirk Kölner Innenstadt)

►Hauptaufgabe des Colonius ist es, über Richtfunk Fernsehsignale und Ferngespräche in Deutschland und in das Ausland zu verteilen. Heute laufen über den Colonius unter anderem digitales Fernsehen (DVB-T2), analoges und digitales Radio (UKW und DAB+), Richtfunk, Behördenfunk, das Funknetz der KVB sowie mobiles Internet und Handygespräche.

► Der Name wurde von Kölnerinnen und Kölner bei einem Namenswettbewerb vorgeschlagen.

So sieht der Colonius heute von innen aus: Ehemaliges Restaurant ist leer

Der Colonius ist 266 Meter hoch (Archivbild).

Doch vom damaligen glamourösen Restaurant ist heute nicht mehr viel übrig. Nach nur wenige Jahre war Schluss mit dem öffentlich zugänglichen Colonius. Aussichtsplattform und Restaurant wurden geschlossen, weil die Besucherzahlen ausblieben Ein neues Konzept mit wilden Techno-Partys auf der Aussichtsplattform musste ebenfalls eingestellt werden.

Der einstige bronzefarbene Eingang: Heute ein Büro. Der Tunnel zum eigentlichen Fernsehturm: Verriegelt. Zwar werden die Radio- und Fernsehsignale weiterhin in die weite Welt gesendet, doch der Turm erinnert von innen viel eher an eine Baustelle. Die unterirdische Küche im Keller ist leer geräumt – genau wie die Aussichtsplattform und das ehemalige Restaurant. Die Böden teilweise herausgerissen, von der Decke hängen Kabel und die Wandfarbe blättert an vielen Stellen ab.

Die Restaurant-Ebene im Colonius auf 166 Meter Höhe.

„Der Grund, warum es hier so kahl aussieht, ist das Thema Brandschutz“, erklärt Benedikt Albers, Unternehmenssprecher der Deutschen Funkturm GmbH. Denn der Brandschutz ist aktuell im Colonius nicht mehr gegeben. Die Gefahren – falls es in dem Fernsehturm zu einem Brand kommt – sind zu hoch.

Wegen Brandschutzmängeln wurde der Colonius leer geräumt

Colonius in Köln wirkt heute wie ein Lost Place

Mit Streichen allein ist es nicht getan, erklärt Unternehmenssprecher Albers weiter. Das wirklich Herausfordernde und Komplizierte versteckt sich bei der Colonius-Sanierung vor allem in den Brandschutzauflagen, die bei so hohen Gebäuden schwierig sind. Zum Beispiel müssten neue Löschmittelanlagen installiert und die Aufzüge komplett feuerfest gemacht werden. „Das ist keine einfache Sache.“ Genaue Zahlen nennt er nicht. Es geistern jedoch Beträge wie 40 Millionen Euro durch die Stadt.

Alles, was im Falle eines Feuers schnell in Brand geraten könnte, wurde darum auch schon entfernt. Dazu zählen Deckenverkleidungen, Teppiche und auch die eigentliche Einrichtung. Dadurch wirkt der Colonius wie ein geheimnisvoller Lost Place – vielleicht sogar der höchste Lost Place in ganz Deutschland.

Lediglich in den Technikräumen hört man ein Surren, Rauschen und Piepen. Und zwar dann, wenn Fernseh- und Radiosender ihre Signale übermitteln. Während unten unzählige Autos auf der Inneren Kanalstraße fahren und es in Köln ein buntes Treiben gibt, ist es im Restaurant oder in der Etage mit der Aussichtsplattform hoch über der Domstadt komplett ruhig.

Ein ganz besonderes Gefühl, erklärt Fernsehturmmanager Bloy. „Egal, ob es am Abend, in der Nacht, oder am Tag ist. Hier oben kann man immer wieder neue Punkte von Köln erleben.“

Die zehn höchsten Fernsehtürme in Deutschland: Für die Öffentlichkeit zugänglich:
Berliner Fernsehturm (368 Meter) Ja
Europaturm in Frankfurt am Main (337,5 Meter) Nein, seit 1999 geschlossen
Fernmeldeturm Nürnberg (292,8 Meter) Nein, seit 1991 geschlossen
Olympiaturm in München (291,3 Meter) Ja (Sanierung ab 2024)
Telemax in Hannover (282,2 Meter) Nein
Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg (276,5 Meter) Nein, seit 2001 geschlossen
Colonius in Köln (266 Meter) Nein, seit 1999 geschlossen
Fernmeldeturm Koblenz (265,5 Meter) Nein
Fernsehturm Dresden (252 Meter) Nein, seit 1991 geschlossen
Rheinturm in Düsseldorf (240,5 Meter)Ja

Colonius seit über 20 Jahren im Dornröschenschlaf: Gibt es eine Zukunft für den Fernsehturm in Köln?

Damit das künftig auch wieder Kölnerinnen und Kölner sowie Touristinnen und Touristen erleben können, soll der Colonius wieder zum Leben erweckt werden und der Öffentlichkeit einen atemberaubenden Blick auf die Stadt bieten. Zumindest, wenn es nach Oberbürgermeisterin Henriette Reker und dem Betreiber des Colonius geht. Dafür wurde der Colonius sogar zum Denkmal ernannt.

Doch bevor die Türen zum Fernsehturm wieder geöffnet werden, muss noch einiges hübsch gemacht werden, sagt Albers. Dabei wäre es mit einmal Putzen und Wischen nicht getan, so der Unternehmenssprecher weiter. Genaue Zahlen nennt er nicht. Es geistern jedoch Beträge wie 40 Millionen Euro durch die Stadt.

Das wirklich Herausfordernde und Komplizierte versteckt sich bei der Colonius-Sanierung vor allem in den Brandschutzauflagen, die bei so hohen Gebäuden schwierig sind, betont Albers. Zum Beispiel müssten neue Löschmittelanlagen installiert und die Aufzüge komplett feuerfest gemacht werden. „Das ist keine einfache Sache.“ (jw)

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