7 kuriose Fakten über den Colonius

Wilde Techno-Partys, Fitnessstudio-Pläne und ein eigener Song: Das macht den Colonius so besonders

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Der Colonius ist das höchste Gebäude in Köln, steht aber seit Jahren leer. Ein Bordell wollte gar einst einziehen – und das ist nur einer von vielen kuriosen Fakten zum Wahrzeichen.

Köln – Zwar ist das offizielle Wahrzeichen von Köln ohne Frage der Kölner Dom, doch als heimliche Stars gelten vor allem der 44 Meter hohe Helios-Leuchtturm von Ehrenfeld und der Colonius am Grüngürtel. Mit seinen 266 Meter ist der Fernsehturm das höchste Gebäude der Stadt – und sogar rund 100 Meter höher als der Dom. Seit Jahren steht das Gebäude allerdings leer. Zum wohl höchsten Lost Place in NRW gibt es gleich mehrere kuriose Fakten, die wohl selbst eingefleischte Kölnerinnen und Kölner nicht unbedingt kennen.

Colonius
Bauzeit1978 - 1981
Gesamthöhe266 Meter
Stilllegung der Aussichtsplattform1999

Colonius: Der Fernsehturm in Köln in Bildern

Der Colonius in Köln liegt direkt neben dem Telekom-Gebäude.
Der Colonius ist 266 Meter hoch und damit über 100 Meter höher als der Kölner Dom.  © Horst Galuschka/Imago
Der Kölner Fernsehturm Colonius in Köln.
Seit Juli 2022 steht der Colonius in Köln unter Denkmalschutz. © Christoph Hardt/Imago
Der Kölner Sonnenaufgang zeigt dier Stadtsilhouette mit dem Colonius und dem Dom.
Der Fernsehturm ist das höchste Gebäude in Köln – rund 100 Meter höher als der Kölner Dom.  © blickwinkel/Imago
Menschen sitzen im Inneren Grüngürtel. Im Hintergrund ist der Colonius zu sehen.
Der Colonius liegt in der Kölner Innenstadt – direkt am Inneren Grüngürtel. © Christoph Hardt/Imago
Der Kölner Fernsehturm: Am unteren Bildrand sind Bäume zu sehen.
Der Colonius wurde von 1978 bis 1981 gebaut. Eröffnet wurde der Fernsehturm am 3. Juni 1981. © Horst Galuschka/Imago
Der Colonius Fernsehturm in Ehrenfeld prägt das Stadtbild von Köln.
Besucher können den Colonius derzeit nicht besuchen. Der Grund für die Schließung: Brandschutz. © Christoph Hardt/Imago
Henriette Reker bei der Unterzeichnung der Vereinbarung für ein zukunftssicheres 5G-Netz im Fernsehturm Colonius.
Seit 1999 ist die Außenplattform für Besucher gesperrt. Oberbürgermeisterin Henriette Reker möchte das ändern. © Christoph Hardt/Imago.
Links: Mit einem Helikopter wird eine neue Antenne angebracht. Rechts: Die Antenne liegt auf dem Boden.
Seit Jahren ruhen die Renovierungsarbeiten. Lediglich eine Antenne wurde 2004 ausgetauscht.  © Chai von der Laage/Imago & Chai von der Laage/Imago
Auf den Kölner Fernsehturm Colonius wird am 4. Advent ein leuchtend blauer Sternenhimmel mit den Worten „Bleibt gesund“ projiziert.
Immer wieder werden Botschaften auf den Fernsehturm projiziert.  © Henning Kaiser/dpa
Der Colonius Fernsehturm blickt hinter der Zentralmoschee Köln-Ehrenfeld hervor.
Unweit des Colonius findet sich ein weiteres besonderes Gebäude: Die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. © Sascha Steinach/Imago

1. Der Colonius steht seit Jahrzehnten leer

Seit 2022 steht der Colonius unter Denkmalschutz. Doch die Zukunft des Kölner Fernsehturms ist weiterhin ungewiss. Bereits seit Ende der 1990er-Jahre ist er für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Am Eingang hängt ein trauriger Zettel, der auf das Colonius-Ende hinweist. Denn bevor der Fernsehturm geöffnet werden kann, müssen zuerst mehrere Brandschutz-Sanierungen abgeschlossen werden.

2. Fitnessstudio wollte im Kölner Colonius eröffnen

In der Vergangenheit gab es immer wieder Anfragen, den Fernsehturm in ein Bürogebäude, in ein Fitnessstudio, in ein Hotel oder sogar in ein Bordell umzuwandeln. Wirklich realistisch ist das jedoch nicht. Anders sieht das beim Vorhaben der Stadt aus. Hier ist der Plan, den Fernsehturm zu sanieren und dann wieder als Attraktion mit toller Aussicht für Besucherinnen und Besucher zu eröffnen.

3. Der Colonius hat einen eigenen Song

Der Colonius hat in Köln viele Fans – darunter auch den Liedermacher und Karnevalsstar Björn Heuser. 2023 hat der Sänger dem Kölner Fernsehturm sogar einen kompletten Song gewidmet. „Minge Spetz es – na klar – rut un wiess. Un minge Gürtel es schon jrön, dat Paradies“, heißt es darin unter anderem.

Der Fernsehturm hat auch einen eigenen Instagram-Account. Immerhin ist der Colonius eines der beliebtesten Fotomotive in Köln. Allein auf Instagram gibt es tausende Fotos vom Fernsehturm-Giganten.

4. Fernsehturm Köln: 925 Treppenstufen zur Aussichtsplattform – höchster Lost Place in NRW

Der Colonius in Köln ist der wohl höchste Lost Place in NRW

Eigentlich hat der Colonius sogar eine Aussichtsplattform. Von hier hat man einen Ausblick auf ganz Köln, samt Kölner Rhein. Doch der Weg nach oben hat es in sich. Ganze 925 Stufen müssen erklommen werden – zum Glück gibt es auch einen Fahrstuhl. Damit ist der Colonius der wohl höchste Lost Place in NRW.

5. Auf dem Colonius gab es ein Drehrestaurant

Früher konnte man im Colonius sogar Essen: Das Besondere dabei: Die Speisen gab es nicht nur in spektakulärer Höhe, das Restaurant hat sich auch noch gedreht – dank einer Drehscheibe als Boden. Pro Besuch gab es einen festen Zeitslot. Während des Restaurantbesuches konnte man zwei Runden lang ganz Köln bestaunen. Doch 1994 wurde das Restaurant im Colonius geschlossen.

6. Der Boden im Colonius-Restaurant ist nur 26 Zentimeter dick

Wer oben auf der Aussichtsplattform oder im ehemaligen Restaurant steht, kann bis zu 80 Kilometer weit schauen: Das wuselige Köln wirkt von dort oben wie ein gewaltiges Wimmelbild. Immerhin liegt die Restaurant-Ebene in 166 Metern Höhe. Wer nach unten blickt, bekommt schnell ein Schwindelgefühl.

Vor allem, wenn man hört, wie dünn der Boden ist. Lediglich 26 Zentimeter Decke und ein Hohlraum für Technik sowie die Drehplatte schützen die Besucher vor dem freien Fall.

7. In den 1990er-Jahren wurden im Colonius wilde Techno-Partys gefeiert

Nachdem das Restaurant geschlossen worden ist, gab es auf der Aussichtsplattform ein neues Veranstaltungskonzept für den Kölner Colonius: Jeden Freitag wurden hier wilde Techno-Partys gefeiert. Die Raver tanzten auf dem Fernsehturm bis zum Morgengrauen – und brachten ihn sprichwörtlich zum Beben.

Dass der „höchste Clubs Kölns“ jedoch tatsächlich zur Gefahr für den Turm wurde, ist wohl nur ein kölsches Märchen, sagt Fernsehturm-Manager René Bloy von der Deutschen Funkturm GmbH. Zwar wurden „ordentliche Partys gefeiert“, doch zu Sicherheitsproblemen für das Gebäude habe es wohl nicht geführt.

8. Der Name wurde von Kölnern selbst ausgesucht

Ohne Frage: Der Name „Colonius“ passt perfekt zum imposanten Gebäude. Und das hat einen Grund. Der Name ist das Ergebnis eines Namenswettbewerbs: Die Kölnerinnen und Kölner konnten in den 80er Jahren selbst darüber abstimmen, wie ihr Turm heißen würde.

9. Der Colonius gehört gar nicht Köln – sondern Amerikanern

Doch auch wenn der Name durch und durch kölsch ist, ist es der Fernsehturm eigentlich nicht, jedenfalls nicht in Gänze. Denn 2022 wurde die Colonius-Spitze verkauft – für 17,5 Milliarden Euro. Die neuen Besitzer: zwei Unternehmen aus den USA und Kanada. Lediglich 49 Prozent der Antenne gehören noch der Deutschen Telekom.

10. Zum runden Geburtstag gab es für den Colonius einen Geburtstagskuchen von OB Reker

Henriette Reker und Bruno Jacobfeuerborn feiern den 40. Geburtstag des Colonius

Der Colonius ist bereits 43 Jahre alt. Er wurde am 3. Juni 1981 eröffnet. Zum 40. Geburtstag gab es von Oberbürgermeisterin Henriette Reker sogar einen Kuchen. „Seit seiner Fertigstellung 1981 ist der Colonius aus der Kölner Silhouette nicht mehr wegzudenken und hat seinen festen Platz in unserer Stadt“, sagte Reker damals.

11. Feuerwehr Köln übt auf dem Colonius Spezialeinsätze

Der Colonius bereitet die Höhenretter der Feuerwehr Köln immer wieder auf Rettungseinsätze in großen Höhen vor. Zuletzt gab es die Fernsehturm-Übung im Juli 2023. Während der Übung seilen sich die Höhenretter aus circa 180 Metern Höhe ab. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Werning/24RHEIN & Action Pictures/Imago

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