Kölner Fernsehturm

„Seit 1992 geschlossen“: Zettel mit trauriger Botschaft hängt am Eingang des Colonius

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Der Colonius ist seit über 20 Jahren für Besucher geschlossen. Am Eingang hängt nur noch ein Zettel, der an die glorreichen Zeiten von damals erinnert.

Köln – Der Colonius ist das höchste Gebäude in Köln. Heute ist der Kölner Fernsehturm ein geheimnisvoller „Lost Place“. Nur wenige Menschen können die dunklen Gänge entlanglaufen, 925 Stufen nach oben gehen und die atemberaubende Aussicht über Köln und das Rheinland genießen. Denn seit über 20 Jahren ist der Colonius für die Öffentlichkeit geschlossen. Und daran erinnert tagtäglich ein Zettel.

„Restaurant und Aussichtsplattform geschlossen“: der Zettel am Colonius

Am ehemaligen Eingang zum Colonius hängt heute ein Zettel (IDZRNRW-Montage).

Die glorreichen Zeiten des Colonius waren in den 1980er- und 1990er-Jahren. Die Aussichtsplattform und das Dreh-Restaurant waren damals ein beliebtes Ausflugsziel. Wegen Brandschutzmängeln ist der 266 Meter hohe Colonius heute jedoch für die Öffentlichkeit geschlossen. Und genau da kommt der einsame Zettel ins Spiel. Er hängt direkt an der Tür zum früheren Colonius-Eingang im bronzefarbenen und runden Nebengebäude mit der futuristischen Röhre.

„Wir können Ihnen leider weder sagen, warum, noch wann er wieder öffnet“, heißt es auf dem Zettel am Colonius (IDZRNRW-Montage).

Der Zettel verrät nämlich das traurige Schicksal und den wahren Zustand des heutigen Colonius. Denn darauf zu sehen ist der Fernsehturm, der mit einem roten „X“ durchgestrichen ist. Daneben steht: „Restaurant und Aussichtsplattform des Fernsehturms sind seit 1992 geschlossen … und wir können Ihnen leider weder sagen, warum, noch wann er wieder öffnet.“ Direkt darunter steht der gleiche Satz auf Englisch – mit dem Zusatz „sorry“.

Seit über 20 Jahren geschlossen: Wie es heute im Colonius aussieht

Der Colonius aus dem Jahr 2005.
Der Colonius ist mit seinen 266 Metern Höhe das höchste Gebäude in Köln. Doch seit 1999 ist der Fernsehturm am Fuße des Grüngürtels geschlossen. Wie es in dem Turm aussieht, wissen nur die wenigsten. Bis jetzt. (Archivbild).  © Kölnsport/Imago
Der ehemalige Eingang des Colonius.
Der ehemalige Eingang ist jetzt ein Büro. Stattdessen kommt man durch den Seiteneingang – direkt am Turm – in das Innere des Colonius.  © 24RHEIN
Der Mediagang im Colonius.
Hinter den zwei schweren Stahltüren verbergen sich endlos lange Flure, in denen man schnell den Überblick verliert.  © 24RHEIN
Der unterirdische Gang des Colonius.
Der Colonius geht nicht nur in die Höhe, es gibt auch unterirdische Gänge.  © 24RHEIN
Der Külraum im Kölner Fernsehturm Colonius.
Denn im Keller wurden früher die Speisen für das Restaurant zubereitet. Bis zu 35 Personen arbeiteten hier. Die Kühlräume der Gastroküche sind heute noch gut zu erkennen.  © 24RHEIN
Der stillgelegte Fahrstuhl im Colonius.
Per Fahrstuhl ging es mit dem fertigen Essen dann in 166 Meter Höhe, wo die Besucherinnen und Besucher die Aussicht im Dreh-Restaurant genossen. Heute ist der Fahrstuhl allerdings geschlossen.  © 24RHEIN
Die leere Restaurant-Etage im Kölner Fernsehturm.
Doch von dem einstigen Restaurant mit Drehplatte ist heute kaum noch etwas zu erahnen. Tische und Stühle sind weg, Böden und Decken teilweise entfernt.  © 24RHEIN
Das ehemalige Restaurant im Colonius.
„Der Grund, warum es hier so kahl aussieht, ist das Thema Brandschutz“, erklärt Benedikt Albers, Unternehmenssprecher der Deutschen Funkturm GmbH. Denn der Brandschutz ist im Colonius nicht mehr gegeben. Die Gefahren – falls es in dem Fernsehturm zu einem Brand kommt – sind zu hoch.  © 24RHEIN
Die Drehplatte im ehemaligen Colonius-Restaurant in Köln.
Alles, was leicht entflammbar ist, wurde entfernt. Lediglich die 360-Grad-Drehplatte im ehemaligen Colonius-Restaurant ist heute noch gut zu erkennen.  © 24RHEIN
Die abgeschlossenen Toiletten im Colonius.
Die meisten Türen sind hingegen abgeschlossen, die Toiletten gesperrt. Nur wer eine Berechtigung und die passenden Schlüssel hat, kommt überhaupt bis nach oben.  © 24RHEIN
Die Aussichtsplattform des Colonius in Köln.
Ähnlich sieht es eine Etage höher – auf der sogenannten Aussichtsplattform – aus. © 24RHEIN
Die Aussichtsplattform des Colonius sieht aus wie eine Baustelle.
Auch hier wurden Decken und Böden teilweise entfernt. Damit erinnert die einstige Attraktion im Colonius heute eher an eine Baustelle.  © 24RHEIN
Die Aussicht vom Colonius auf den Grüngürtel in Köln.
Eines ist jedoch trotz Schließung gleich geblieben: Die spektakuläre Aussicht auf Köln und das Rheinland.  © 24RHEIN
Die Aussichtsplattform vom Colonius.
Doch damit Kölnerinnen und Kölner sowie Touristinnen und Touristen diese bestaunen können, muss einiges getan werden.  © 24RHEIN
Der Notausgang des Colonius.
Mit Streichen allein ist es nicht getan, erklärt Unternehmenssprecher Albers weiter. Das wirklich Herausfordernde und Komplizierte versteckt sich bei der Colonius-Sanierung vor allem in den Brandschutzauflagen, die bei so hohen Gebäuden schwierig sind. © 24RHEIN
Der Aufzug im Colonius.
Zum Beispiel müssten neue Löschmittelanlagen installiert und die Aufzüge komplett feuerfest gemacht werden. „Das ist keine einfache Sache“, sagt Albers. Genaue Zahlen nennt er nicht. © 24RHEIN

Kölner Fernsehturm seit über 20 Jahren geschlossen: Der Colonius-Eingang ist heute ein Büro

Denn auch wenn die beiden Logos über den Eingangtüren etwas anderes vermuten lassen. Das Rundgebäude, das früher zu den Colonius-Aufzügen führte, hat heute eine ganz andere Aufgabe. Es ist ein Architekturbüro. Mit dem Fernsehturm hat es nichts mehr zu tun. Die Zugänge zum Colonius wurden längst verschlossen und verriegelt. Offenbar gab es in der Vergangenheit jedoch immer wieder Personen, die von hier hoch zur Aussichtsplattform wollten. Darum wurde wohl auch direkt am Eingang der Zettel angebracht.

Der Colonius in Köln

► Der Colonius wurde ab 1978 gebaut und am 3. Juni 1981 eröffnet. Damals galten die Aussichtsplattform in 169 Meter Höhe und das Restaurant mit Drehplatte als spektakuläres Ausflugsziel in Köln.

► Er befindet sich direkt im Inneren Grüngürtel, Innere Kanalstraße 100, 50672 Köln (Stadtbezirk Kölner Innenstadt)

► Hauptaufgabe des Colonius ist es, über Richtfunk Fernsehsignale und Ferngespräche in Deutschland und in das Ausland zu verteilen. Heute laufen über den Colonius unter anderem digitales Fernsehen (DVB-T2), analoges und digitales Radio (UKW und DAB+), Richtfunk, Behördenfunk, das Funknetz der KVB sowie mobiles Internet und Handygespräche.

► Der Name wurde von Kölnerinnen und Kölner bei einem Namenswettbewerb vorgeschlagen.

► Der Fernsehturm liegt seit 1999 im Dornröschenschlaf und ist für die Öffentlichkeit geschlossen.

„Lost Place“ Colonius: Gibt es eine Zukunft für den Kölner Fernsehturm?

Aber gibt es doch noch eine Zukunft für den Kölner Fernsehturm? Konkrete Pläne und Konzepte existieren noch nicht. Aber: Sowohl die Stadt als auch die Deutsche Funkturm GmbH als Eigentümer wollen den Colonius wieder für Kölnerinnen und Kölner sowie für Touristinnen und Touristen öffnen.

Ideen, wie beispielsweise ein Hotel oder ein Fitnessstudio im Colonius, gibt es zahlreiche. Doch wie die Zukunft tatsächlich aussieht, ist schwer zu sagen. Dafür muss der denkmalgeschützte Colonius zunächst aufwendig saniert werden. Erst danach könnten konkrete Konzepte geprüft und ausgebaut werden, heißt es. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © 24RHEIN & Schöning/Imago

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