Kampagne zum 11.11. in Köln

„Gästeliste Zülpicher“ und „Freibier!“ – was es damit auf sich hat

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An einigen Orten in Köln hängen aktuell Plakate mit der Aufschrift „Freibier!“ und „Gästeliste Zülpicher“. Dahinter steckt eine besondere Aktion zum 11.11.

Update vom 6. November, 18:41 Uhr: Seit mehreren Tagen hängen riesige Plakate mit den Motiven „Freibier!“ und „Gästeliste Zülpicher“ in Köln. Dahinter steckt eine Respekt-Kampagne der Stadt Köln. „Schwerpunktthemen der Kampagne sind Müllvermeidung, Glasverbotszonen, Wildpinkeln, Alkoholprävention und insgesamt ein friedliches Miteinander“, erklärt die Stadt Köln.

Wenige Tage vor dem 11.11. folgt nun ein weiterer Schritt der Kampagne, so die Stadt weiter. „So wandelt sich das Motiv ‚freibier!‘ in ‚respektvoll kölsch‘ und das Motiv ‚gästeliste zülpicher‘ in ‚respektvoll feiern!‘.“ Dazu gibt es einen jeweiligen QR-Code, der zur Auflösungs-Webseite „wasfuerrespekt.de“ führt. Und außerdem alle städtischen Informationen rund um den 11.11. anzeigt.

Was es mit der „Gästeliste Zülpicher“ auf sich hat

Erstmeldung vom 31. Oktober: Köln – 2023 füllen sich am 11.11. die Kölner Straßen mit bunt verkleideten Jecken, die gemeinsam die Sessionseröffnung des Kölner Karnevals 2024 feiern. Besonders die jüngere Zielgruppe zieht es dann in die Kölner Innenstadt und an die Zülpicher Straße. Und es werden 2023 viele, denn der 11.11. fällt auf einen Samstag. Insbesondere, wer rund um die Zülpicher feiern möchte, sollte gut vorbereitet sein.

Um ein Chaos, wie am 11.11. im Vorjahr zu vermeiden (Überfüllung, Müll, Zusammenbruch der KVB) bereitet sich die Stadt Köln 2023 erneut mit einem Sicherheitskonzept gegen den Ansturm vor. Mit einer besonderen Kampagne, die an einigen Litfaßsäulen in Köln zu sehen ist, will man zusätzlich Menschen beim Kölner Karneval vom Party-Hotspot Zülpicher Straße fernhalten.

Kampagne gegen Massenandrang am 11.11. – mithilfe von Instagram-Seite

Zu sehen sind die Plakate mit dem Schriftzug „gästeliste zülpicher!“ rund um das Universitäts-Viertel und an einzelnen Bahnstationen in Köln. Flyer hängen auch in den Bahnen der Kölner Verkehrs-Betriebe. Mit einem QR-Code kann man sich auf eine vermeintliche Gästeliste für die Zülpicher Straße setzen lassen.

Auch in den Bahnen der KVB sind Flyer für die Aktion zu sehen.

Was auf den ersten Blick wie ein Aufruf zum Feiern wirkt, ist auf den zweiten Blick aber eine Aktion gegen den Andrang im Kwartier Latäng. Wer den QR-Code mit seinem Smartphone scannt, kommt auf die Seite „wasfuerrespekt.de“. Diese Kampagne wurde von der Stadt Köln beauftragt und von der Instagram-Seite „koelnistkool“ durchgeführt, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

Auf der Seite werden mehrere Gründe aufgezählt, wieso man den Party-Hotspot am 11.11. lieber meiden sollte. Ein fiktiver zeitlicher Ablauf listet Situationen auf, die Besucher der Zülpicher Straße eher abschrecken soll:

  • 9:42 Uhr: Ausstieg Haltestelle Barbarossaplatz
  • 9:57 Uhr: Zwei fliegenden Glasflaschen ausgewichen und noch rechtzeitig der ersten Schlägerei entzogen
  • 10:12 Uhr: Durch ein Meer von Scherben vor getastet und nur zwei kleine Schnittwunden davongetragen – Profi
  • 10:39 Uhr: Dir fällt auf, dass Glasverbot vielleicht gar nicht so schlecht ist
  • 11:11 Uhr: Am Eingang merken, dass es gar keine Gästeliste gibt und ausgelassene Stimmung nicht vollkommen Randale heißt. Gästeliste brauchen wir auch gar nicht. Gefeiert wird am 11.11. in allen Veedeln, in ganz Köln
  • Quelle: „wasfuerrespekt.de“.
Der QR-Code zur „gästeliste zülpicher“ für den 11.11. ist in Köln unter anderem im Universitätsviertel zu sehen.

Stadt will junge Menschen von Zülpicher Straße fernhalten – „Lasst uns den Ruf der Zülpi aufpäppeln“

Mit dieser Botschaft will „koelnistkool“ vor allem junge Menschen erreichen und ihnen zeigen, dass Karneval auch in anderen Stadtteilen gefeiert werden kann. „Lasst uns den Ruf der Zülpi aufpäppeln und dieses Jahr gemeinsam zeigen, dass wir auch in all den anderen kölschen Veedeln friedlich miteinander feiern können“, heißt es auf der Seite der Kampagne. Dabei soll am 11.11. wie immer ein respektvolles Miteinander weit oben stehen. „Dieses Jahr zählen wir auf Respekt vor den Anwohnern, Respekt vor der Umwelt und Respekt vor euch selber – überall in Köln!“, heißt es weiter.

Auch Kölner Gastronomen im Kwartier Latäng befürchten am Sessionsauftakt das Schlimmste. Die Konsequenz eines Wirts: 2023 bleiben seine beiden Kneipen am 11.11. geschlossen. (spo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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