VonJohanna Werningschließen
Auch in diesem Jahr gibt es am 11.11. in Köln ein besonderes Sicherheitskonzept mit vielen Sperrungen. Damit Köln von den Feier-Massen nicht überrannt wird.
- Zum Auftakt des Kölner Karnevals wird rund um die Zülpicher Straße mit einem Ansturm gerechnet.
- Denn der 11.11. fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. 24RHEIN berichtet am 11.11. live im Ticker.
- Die Stadt Köln hat darum das Sicherheitskonzept überarbeitet.
Köln – Heute ist endlich wieder der 11.11. Und damit stellt sich bei vielen Kölnerinnen und Kölnern vor allem eine Frage: Wie schlimm wird die Sessionseröffnung des Kölner Karnevals 2024 und reicht das Sicherheitskonzept aus? Vor allem rund um das sogenannte Kwartier Latäng. Gerade in Rückblick auf das Chaos am 11.11. im Vorjahr sind das Fragen, die nicht nur Anwohner im Zülpicher Viertel beschäftigen. Auch für diejenigen, die 2023 am 11.11. in Köln feiern wollen, ist das Sicherheitskonzept relevant.
- Der Plan: 1000 Polizisten, 180 Mitarbeiter des Ordnungsamts, mehr als 1000 private Sicherheitskräfte und abgesperrte Bereiche – so bereitet sich die Stadt auf den erwarteten Massenandrang zum Karnevalsauftakt am 11.11. vor.
11.11. in Köln: So soll der Kölner Karneval sicher gefeiert werden
In einem sind sich Anwohner, Gastronomen und auch die Stadt Köln einig: Am 11.11.2023 wird es in Köln voll, richtig voll. Immerhin fällt die Sessionseröffnung auf einen Samstag. Darum wurden die Maßnahmen des Sicherheitskonzeptes noch einmal angepasst. Die Pläne für den 11.11. sind dabei „auf Basis des Sicherheitskonzepts des Straßenkarnevals“ erstellt worden, sagt Athene Hammerich, Leiterin des Ordnungsamts, bei der Vorstellung. Weil das „sehr erfolgreich“ war – zumindest in Augen der Stadt.
Neben einem Glasverbot in der Altstadt und einem freiwilligen Glasverbot in der Südstadt geht es dabei vor allem um die Zülpicher Straße. „Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre sperrt die Stadt Köln das Kwartier Latäng rund um die Zülpicher Straße im Rahmen der Gefahrenabwehr erneut ab, um eine Überfüllung zu verhindern“, so die Stadt Köln. Angesichts des Krieges in Israel soll außerdem die Synagoge im Kwartier Latäng besonders geschützt werden.
Zülpicher Viertel: Überblick Sicherheitsmaßnahmen am 11.11. in Köln
► Allgemein: Das Zülpicher Viertel (rund um die Zülpicher Straße) wird wieder komplett abgesperrt. Die beiden Eingänge werden von Mitarbeitern einer privaten Sicherheitsfirma kontrolliert. Auch die Polizei ist vor Ort. Außerdem gilt ein Glasverbot.
►Eingangssituation: Die Besucher kommen wieder über zwei Haupteingänge auf die Zülpicher Straße. Einmal auf Höhe des Rathenauplatzes, einmal über mehrere Schleusen an der Uniwiese, die schließlich zum Eingang auf Höhe der Uni-Mensa führen.
► Zugänge für Anwohner: Anwohner können Sondereingänge nutzen. Ein Ausweisdokument mit entsprechender Adresse reicht, um Zugang zu erhalten. Alternativ gibt es Armbändchen, die vorab von der Stadt Köln ausgegeben worden sind.
► Zugänge für Beschäftige: Menschen, die am 11.11. im Bereich Zülpicher Viertel zur Arbeit müssen, können ebenfalls die Sondereingänge nutzen. Die Stadt hat hierfür in der ersten Novemberwoche genaue Informationen an die Gewerbetreibende verschickt. Auch hier sollen Armbändchen die Zugangskontrollen vereinfachen.
► Zugänge für Gäste mit Eintrittskarten: Wer am 11.11. eine Karte für eine Veranstaltung im Zülpicher Viertel hat, kann ebenfalls leichter durch die Eingangskontrollen kommen. Hier soll das Ticket als Zugangsvoraussetzung gelten. Dafür sollen Gastrobetreiber ein Foto des Tickets vorab an die Stadt schicken.
► Uniwiese: Die Wiese selbst wird für die Massen als Entlastungsfläche abgesperrt und im Notfall geöffnet. Bei Bedarf kann der Bereich weiter ausgeweitet werden. Die Bereiche, die für die Eingangsschleusen genutzt werden, werden zudem mit Schutzmatten verkleidet.
► Im Zülpicher Viertel gilt wie in der gesamten Kölner Innenstadt am 11.11. ab 8 Uhr ein Lkw-Fahrverbot. Bis Sonntagmorgen, 4 Uhr, dürfen dann keine Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen in der Innenstadt unterwegs sein.
►In Karneval kompakt gibt es alle News rund um den 11.11. in Köln.
11.11. in Köln: Zülpicher wird komplett abgesperrt – Uniwiese als Entlastungsfläche
Die jetzt vorgestellten Sicherheitsmaßnahmen unterscheiden sich somit nur marginal zum Konzept von Weiberfastnacht und Rosenmontag der vergangenen Session. Eine wichtige Rolle spielt im Kwartier Latäng erneut die Zülpicher Straße, die für die Feiernden über zwei Eingänge erreichbar ist.
Besucher, die aus Richtung Rudolfplatz kommen: Der nördliche Haupteingang an der Beethovenstraße ist für die Feiernden vorgesehen, die aus Richtung Rudolfplatz kommen.
Besucher, die aus Richtung Zülpicher Platz kommen: Feiernde, die vom Zülpicher Platz auf die Zülpicher Straße wollen, werden über die Luxemburger Straße in Richtung Grüngürtel abgeleitet. Über mehrere Schleusen geht es dann über die Uniwiese in Richtung Mensa, wo sich der zweite Haupteingang zur Zülpicher Straße befindet.
Uniwiese als Entlastungsfläche: Wenn die Zülpicher Straße voll ist und die Eingänge geschlossen werden, kommt die Uniwiese als Entlastungsfläche zum Einsatz. „Die hat sich bewährt und wird genauso bespielt wie in der letzten Session“, erklärt Hammerich. Dort gibt es dann laut Stadt temporär Getränkestände, Musik und ein Essensangebot. Bis zu 50.000 Menschen sollen hier Platz finden. „Das reicht nach unserer Einschätzung aus.“ Wie viele jedoch genau kommen werden, wird sich zeigen, so die Ordnungsamtschefin weiter.
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Sicherheitskonzept für 11.11. in Köln: Das ist neu
Wenn sich jedoch die Kernpunkte des Sicherheitskonzeptes für den Kölner Karneval nicht geändert haben, was ist dann neu? Die größte Änderung gibt es tatsächlich für die privaten Sicherheitskräfte. Nachdem im letzten Jahr Vorwürfe laut geworden sind, dass einzelne Mitarbeiter für Geld Zugänge zur überfüllten Zülpicher Straße noch einmal geöffnet haben, wird für den 11.11.2023 ein neues Check-in-System eingeführt. „Falls irgendjemand etwas am Zugang macht, was er nicht soll, können wir das besser nachvollziehen“, erklärt Hammerich. Jeder Mitarbeiter trägt eine Weste mit einer Nummer – und jede Nummer wird an diesem Tag nur einmal vergeben.
Rückblick
In vielen Bereichen von Köln lief die Sessionseröffnung am 11.11. im vergangenen Jahr alles andere als schön ab: Bereits am Vormittag war der Bereich rund um die Zülpicher Straße überfüllt, die KVB stellte den Betrieb in der Kölner Innenstadt ein. Anwohnerinnen und Anwohner, Gastronomen sowie die Stadtpolitik zeigten sich entsetzt. Die Stadt Köln kündigte an, neue Sicherheitsmaßnahmen zu erstellen, damit sich das Karnevalschaos vom 11.11. im vergangenen Jahr nicht wiederholt.
11.11. in Köln: 1000 Polizisten im Einsatz
Auch die Polizei ist am 11.11. im Großeinsatz vor Ort. „Unsere Aufgabe wird es sein, dass am 12. 11. alle gesund zu Hause sind, Spaß hatten und sich freuen, wenn sich an die Sessionseröffnung zurückdenken – auch wenn etwas Kopfschmerzen da sind.“ Die Polizei wird insgesamt mit rund 1000 Kräften in Köln unterwegs sein – über den Tag verteilt. Aufgrund des Samstags rechnet man damit, dass die Feiernden mehr und länger unterwegs sein werden.
Der Polizei-Einsatzleiter betont dabei, dass das Waffenverbotskonzept in Teilen von Köln auch am 11.11. gilt. Und auch einzelne Kostüme sowie Waffenattrappen sind verboten. „Achten Sie auf Ihr Kostüm und auf die Dinge, die Sie mitnehmen. Die, die feiern, brauchen keine Waffen.“ (jw mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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