Obdachlosenhilfe

Zentrale Lage: Stadt Hamm hat neuen Standort für Wohnungslose ausgeguckt

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Möglicher Gasthausstandort: Kleine Alleestraße 1. Auf der grünen Fläche hinten entsteht das „Trägerhaus“.
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Die Stadt Hamm sucht eine neue Übernachtungsstelle für Wohnungslose. Favorit ist nun ein Standort an der Kleinen Alleestraße.

Hamm – Die Stadt Hamm hat sich auf einen möglichen Standort für eine neue Übernachtungsstelle für Wohnungslose festgelegt. Dabei handelt es sich um die Kleine Alleestraße 1. Dort steht heute eine ehemalige Gastronomie mit Wohnungen in den Obergeschossen. Die Lage befindet sich direkt gegenüber von dem geplanten „Trägerhaus“ mit Tafel, Aidshilfe und ASB.

Oberbürgermeister Marc Herter hatte den Standort am Montag als Gast der Quartalsversammlung der Hammer Frauenverbände und des Bildungswerks im Ev. Kirchenkreis Hamm genannt. Bisher war dieser noch nicht öffentlich kommuniziert worden.

Zwei Optionen Bestandsimmobilie oder Neubau

Am Rande der Präsentation des „Trägerhauses“ am Freitag hatte der OB gegenüber unserer Zeitung angedeutet, die Stadt überprüfe die Machbarkeit für einen Standort beziehungsweise für ein Objekt. Denkbar seien zwei Optionen: entweder ein sogenanntes „Gasthaus“ in einer Bestandsimmobilie oder ein Neubau.

Beides ist an der Kleinen Alleestraße theoretisch möglich, denn die Stadt hatte sich die Altimmobilie im März 2022 im Rahmen des Vorkaufsrechts gesichert. Zahlen müsste sie für einen Neubau selbst, denn das Angebot einer Übernachtungsstelle ist kommunale Aufgabe. Aber auch eine Sanierung der Bestandsimmobilie dürfte hohe Kosten verursachen.

Ein würdiges Angebot für die Wohnungslosen in Hamm

Herter hatte in dem Gespräch und auch bei den Frauenverbänden deutlich gemacht, dass es um ein würdiges Angebot gehe. „Das geplante Gasthaus ist keine Notunterkunft. Die Menschen, die darin Zuflucht finden, sind allerdings in einer Notsituation und sollen hier Unterstützung erhalten“, wird Herter aus der Versammlung zitiert. Rund 35 Menschen ohne festen Wohnsitz sollen demnach hier übernachten können und betreut werden. Der Oberbürgermeister bat die Teilnehmerinnen, in ihren Gruppen und Verbänden für Unterstützung des Projekts zu werben.

Ende 2021 hatte der Rat die Verwaltung mit der Suche eines möglichen Standorts als Nachfolger für die zu abgelegene Dortmunder Straße beauftragt. Die Kleine Alleestraße 1 erfülle nach erster Einschätzung die Hauptkriterien für die Unterkunft, sagte Stadtsprecher Tom Herberg auf Nachfrage unserer Zeitung.

Drogenkonsumraum ist räumlich abgekoppelt

Aktuell werde die Machbarkeit geprüft. Das betreffe unter anderem die Bausubstanz der alten Immobilie. Die Politik fälle – Haushaltsmittel vorausgesetzt – schlussendlich die Entscheidung über die Umsetzung. Einen zeitlichen Fahrplan gebe es noch nicht.

Ein Drogenkonsum- beziehungsweise Hygieneraum als weiterer beschlossener, neuer Baustein in der Suchthilfe sei räumlich abgekoppelt vom Gasthaus zu sehen. Die Suche nach zentralem Standort laufe weiter, so der Sprecher.

Die Zahl der Wohnungslosen in Hamm war zuletzt wieder gestiegen, besonders bei Jugendlichen.

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