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Die Erzbahntrasse zwischen Bochum und Gelsenkirchen ist eine besondere Radstrecke: Auf zehn Kilometern geht es über sechs Brücken.
Bochum/Gelsenkirchen – Bei frühlingshaftem Wetter und milden Temperaturen zieht es viele Fahrradbegeisterte raus in die Natur. In NRW ist besonders der Ruhrtal-Radweg beliebt, der auf 240 Kilometern bis nach Duisburg führt. Doch auch sonst bietet NRW einige schöne Fahrradrouten, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene.
Eine davon ist die Erzbahntrasse. Ein zehn Kilometer langer Radweg, der von Bochum bis nach Gelsenkirchen führt, und bei vielen Radfahrerinnen und Radfahrern im Ruhrgebiet sehr beliebt ist.
Erzbahntrasse führt vom Bochumer Westpark über den Rhein-Herne-Kanal
Startpunkt des Radweges ist der Westpark Bochum. Bereits dort beginnt die Erzbahntrasse mit einer spektakulären Brückenkonstruktion: Die 130 Meter lange, S-förmige Erzbahnschwinge neben der Jahrhunderthalle markiert den Einstieg in den Radweg. Sie quert ein Geflecht aus Straßen, Gleisanlagen und Rohrbrücke in circa 14 Metern Höhe.
| Radweg | Erzbahntrasse |
| Länge | 10 Kilometer |
| Region | Zwischen Bochum und Gelsenkirchen |
| Betreiber | Regionalverband Ruhr |
| Erbaut | 2002 – 2009 |
Am anderen Ende windet sich die Grimberger Sichel schwungvoll über den Rhein-Herne-Kanal. Ihre Spannweite von 150 Metern wird von einem einzigen, 48 Meter hohen Stahlpylon gehalten. 2010 wurde die Brücke mit dem European Steel Bridges Award geadelt. Von der Sichel aus können Radlerinnen und Radler einen Blick auf den Zoo in Gelsenkirchen werfen.
Unterwegs führt die Strecke über die größte Überquerung des Weges, die Pfeilerbrücke. Von den 345 Metern kann man einen Großteil der Metropolregion Ruhr überblicken.
Abstecher zu Zollverein und durch Haldenlandschaften
Auf dem Weg zur Endstation am Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal, sind zahlreiche Abstecher möglich. So geht es nach Westen zur Kray-Wanner-Bahn ab. Diese führt wiederum zum Zollvereinweg, der am Welterbe Zollverein in Essen endet. Unterwegs ist zudem ein Schlenker zur Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen möglich.
Ebenfalls lohnenswerte Abstecher in östlicher Richtung sind die Zeche Hannover in Bochum und die Halde Pluto in Herne. Am Grimberger Hafen in Gelsenkirchen schließt die Erzbahn an den Emscherpark-Radweg an. Nach Norden erreicht man über den Emscherbruch die Haldenlandschaft Hoheward in Herten. Auch andere Halden in der Region lohnen sich für einen Besuch.
An der Erzbahnbude an der Kreuzung Erzbahntrasse/Kray-Wanner-Bahn können sich Radlerinnen und Radler nicht nur stärken, sondern im Notfall auch Fahrradersatzteile finden. Wer nach den zehn Kilometern noch nicht genug hat, der kann noch weiter Richtung Castrop-Rauxel fahren, um die König-Ludwig-Trasse nach Recklinghausen auszuprobieren.
Erzbahntrasse kostete 20 Millionen Euro
2002 gehörte die Erzbahntrasse zu den ersten ausgedienten Bahnstrecken, die der Regionalverband Ruhr (RVR) in Rad- und Wanderwege verwandelte. Nachdem zahlreiche Zechen in der Region geschlossen wurden, mussten auch die Bahntrassen, die einst Kohle transportiert hatten, nicht mehr aufrechterhalten werden.
Schon 2003 wurden die ersten 2,5 Kilometer des Radweges Erzbahntrasse eröffnet. Heute zählt die Trasse, laut dem Regionalverband Ruhr, zu den bekanntesten touristischen Radwegen in der Metropole Ruhr.
Der Gesamtausbau kostete rund 20 Millionen Euro und umfasst sechs Brückenneubauten sowie die Instandsetzung von neun Brückenbauwerken. Die Realisierung dauerte zehn Jahre. Das Ruhrgebiet gilt mit seinen insgesamt 1200 Kilometern Radwegen als eine der führenden Radreiseregionen in Deutschland. (mira)
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