Personelle Einschnitte

Warsteiner Brauerei trennt sich von Hoffnungsträger Helmut Hörz

  • schließen

Nach vier Jahren trennt sich die Warsteiner Brauerei von Haupt- und Finanz-Geschäftsführer Helmut Hörz. Damit setzt sich eine Reihe von Weggängen fort.

Warstein - Und nun auch der Chef an der Spitze, der einst als „Hoffnungsträger“ nach Warstein gekommen war, um nach vielen harten und zumeist erfolglosen Jahren den Weg in die Zukunft zu weisen. Am Dienstagmittag, 26. November, verschickte die Warsteiner Brauerei eine Pressemitteilung, die an Klarheit nichts zu wünschen übrig lässt. Die Brauerei trennt sich nach vier Jahren von Helmut Hörz, als Haupt- und Finanz-Geschäftsführer gleichzeitig auch Sprecher der Geschäftsführung. Wenn so etwas ohne ein Wort zumindest des formellen Dankes geschieht, ist dies eine klare Botschaft: Er werde „das Unternehmen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen der Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung verlassen“, heißt es

Der Hoffnungsträger geht: Warsteiner trennt sich von Helmut Hörz

Dabei eilte dem Branchenfremden Hörz, als er 2021 kam, selbst der Ruf eines Sanierers voraus. Inzwischen jedoch ist bei der Brauerei „eine auf Hartsanierung spezialisierten Unternehmensberatung“ am Werk, wie es das Fachmagazin Getränke-News unlängst schrieb. Viel dringt nicht nach außen, dennoch sind die Zeichen klar erkennbar. Anfang September verließ der Geschäftsführer Vertrieb und Marketing Uwe Albershardt das Haus nach nur zweieinhalb Jahren. Er war ein Vertrauter von Helmut Hörz. Es folgte der Weggang der kaufmännischen Leiterin Manuela Hemp. Personalleiterin Dagmar Borren verabschiedete sich im Oktober. Sie alle gingen stets „auf eigenen Wunsch“, wie Warsteiner-Sprecherin Laura Heinzelmann jedes Mal versicherte.

Ein Bild aus viel besseren Tagen: Helmut Hörz (links) mit seinem vertrauten Führungsteam und einträchtig neben Inhaberin Catharina Cramer. Rechts der bereits abgetretene Uwe Albershardt. Nur Jens Hoffmann (2.v.r.) gehört noch zur Geschäftsführung.

Aber nicht nur die Flucht aus den Führungspositionen spricht eine deutliche Sprache, auch die harten Einschnitte in der Außenwirkung lassen Zukunftssorgen in der Stadt Warstein aufkommen. Die Brauerei sagte einige Großveranstaltungen wie etwa das Warsteiner Masters ab – zum Teil auch ganz kurzfristig – und verlor „Rock am Ring“ als Vertragspartner. Den Warsteinerinnen und Warsteinern ist die Misere um „ihre“ Brauerei durch den Rückzug aus der Gastronomie mehr als deutlich geworden. Nicht einmal mehr die Domschänke und das Sudhaus sind geöffnet.

Harte Einschnitte in Außenwirkung

In der Branche wird derweil unverhohlen spekuliert, dass die Brauerei es im hart umkämpften Wettbewerb immer schwerer hat. Nach wie vor gehört Warsteiner zu den Marken, die im Angebot für zehn Euro pro Kasten zu haben sind. Die im Vergleich zur Konkurrenz ausgefallene Preiserhöhung nachzuholen, dürfte im nächsten Jahr schwerfallen und – wenn sie trotzdem durchgezogen wird – zu erheblichen Mengeneinbußen führen. Das von Helmut Hörz eingeführt Lohnbrauen war bislang offenbar wenig erfolgreich. Und auch sonst scheint Hoffnung auf Besserung bei der Brauerei Mangelware zu sein. „Harte Einschnitte bei Warsteiner erwartet“, so titelte unlängst das Fachmagazin „Getränke News“.

Kalter Abschied

In der Pressemitteilung der Brauerei heißt es: „Die Zusammenarbeit der Haus Cramer Gruppe mit Helmut Hörz endet. Der 64-Jährige der seit Juli 2021 als Interim-Manager die Position des CEO und CFO innehatte, wird das Unternehmen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen der Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung verlassen.“

Wie es personell weitergeht, ist in der Pressemitteilung nachzulesen: „Die Geschicke des Unternehmens verantworten ab sofort die Geschäftsführer Raphael Rauer (Geschäftsführer Marketing und Vertrieb) und Jens Hoffmann (Geschäftsführer Technik). Die Bereiche von Helmut Hörz werden aufgeteilt: Raphael Rauer übernimmt die Ressorts Verwaltung und Finanzen und deren zugehörige Abteilungen, Jens Hoffmann die Bereiche IT, HR, Kommunikation und Recht. Als Sprecher der Geschäftsführung agiert bis auf Weiteres Raphael Rauer.“

Rubriklistenbild: © Warsteiner

Kommentare