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Straßen und Keller unter Wasser, überlaufende Seen: Teile von NRW wurden von Gewittern und Starkregen schwer erwischt. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.
Hamm - Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, Aquaplaning auf der Autobahn: Gewitter und sintflutartiger Regen haben in Nordrhein-Westfalen zu hunderten Einsätzen von Feuerwehr und Polizei geführt. Besonders schwer wurde Hamm getroffen, doch auch in Münster und in Teilen Ostwestfalens hatten die Kräfte viel zu tun.
Überflutungen nach Starkregen in NRW: Hamm besonders schwer getroffen
In Hamm sorgten die großen Wassermassen für mehr als 1.000 Notrufe und 300 Einsätze bis in die Nacht zu Montag, dann beruhigte sich die Lage langsam, wie ein Feuerwehrsprecher gegenüber wa.de sagte. In nur einer Stunde von 16 bis 17 Uhr gingen am Sonntag 50 Liter pro Quadratmeter über großen Teilen der Stadt nieder. Viele Keller und Straßen wurden überflutet. Einige waren noch am Montagmorgen unpassierbar. An Unterführungen versanken Autos regelrecht in den Fluten.
Die Regenmassen in Hamm sorgten auch für einen stark ansteigenden Pegel des Radbodsees. Erst durch kontrolliertes Ablassen von Wasser auf die Lippewiesen gelang es dem Lippeverband, die Wassermassen zu beherrschen.
Starkregen in NRW: In Münster läuft Regenrückhaltebecken über
In Münster weckte der Starkregen schlimme Erinnerungen an die Regenkatastrophe im Jahr 2014. Am Sonntagnachmittag drohte das Baugebiet Waltruper Weg in Nienberge wie vor neun Jahren überflutet zu werden. Das damals als Reaktion darauf angelegte Regenrückhaltebecken drohte am Sonntag überzulaufen. Mit Hochleistungspumpen sorgte die Feuerwehr dafür, dass möglichst viel Wasser abfloss. Dennoch breitete sich das Wasser in dem Wohngebiet aus. An Dutzenden Häusern entstanden Wasserschäden.
Auf der Autobahn A2, unter anderem in Höhe Spexard, gab es mehrere Unfälle wegen Aquaplanings. Schwer verletzt wurde durch den Starkregen offenbar niemand.
Starkregen in NRW: Aquaplanung auf der A2, Einsätze in Ostwestfalen
Auch in Ostwestfalen-Lippe war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Im Gütersloher Stadtteil Isselhorst zählte die Feuerwehr rund 50 Einsätze wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen. „So etwas habe ich in meinen fast 30 Jahren bei der Feuerwehr auch noch nicht gesehen“, sagte ein erfahrener Feuerwehrmann aus Gütersloh angesichts der Wassermassen. Das Untergeschoss eines Hauses etwa stand bis zur Decke unter Wasser.
Auch in Bielefeld sowie in den Kreisen Herford, Minden-Lübbecke und Lippe gab es viele Einsätze wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen. Immerhin sind die Aussichten auf eine Besserung des Wetters gut. Der Sommer soll nach NRW zurückkehren.
Rubriklistenbild: © Feuerwehr Angelmodde/Facebook



